Musikalischer Genuss

Das Jugendorchester «il mosaico» gab am Sonntagabend in Nesslau in kleiner Besetzung unter der Leitung von Hermann Ostendarp musikalische Leckerbissen zum besten.

Lisa Leisi
Drucken
Teilen
Ivo Dudler, Caroline Morger sowie Fabienne Früh, welche «il mosaico» mit ihrem Können bereicherten. (Bild: Lisa Leisi)

Ivo Dudler, Caroline Morger sowie Fabienne Früh, welche «il mosaico» mit ihrem Können bereicherten. (Bild: Lisa Leisi)

NESSLAU. Den Rahmen der Konzerte von Sonntagabend in Nesslau bildeten zwei Mozart-Konzerte und dazwischen gab es viel Ungarisches und Rumänisches in der reformierten Kirche von Nesslau. Der in Steinach aufgewachsene junge Musiker Ivo Dudler geniesst zurzeit bei den Berliner Philharmonikern, einem Weltklasse-Orchester, eine zweijährige Förderung. Zu Beginn erklärte er dem Publikum: «Ich benutze hier wie zu Zeiten Mozarts ein Naturhorn, sprich ein Horn in seiner Frühform.» Dessen Nachteil sei, dass man mehr oder weniger nur Dreiklänge spielen könne, da es noch keine Ventile habe.

Durch die Stopftechnik, also die gezielte Einführung einer Hand in den Trichter, können hingegen durchgehende Tonleitern gespielt werden, wenn auch mit unterschiedlichen Klangfarben.

Grandiose Umsetzung

Eindrücklich waren dann diese Klangfarben zu hören beim Allegro, dem Romance-Larghetto sowie einem weiteren Allegro aus dem Konzert Nr. 3 in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Neben den metallischen gab es auch dumpfe Klänge, eingebettet in perfekter Abstimmung mit dem Orchester. Die klassischen Ohrwürmer in grandioser Umsetzung erfreuten die Zuhörerinnen und Zuhörer, welche sich mit anhaltendem Applaus bedankten.

Darauf gaben die jungen Musikerinnen und Musiker drei ungarische Volkslieder aus dem Komitat Csik des Komponisten Béla Bartók zum besten. Eine besondere Note gab diesen die talentierte Querflötenstudentin Caroline Morger aus Eschenbach mit ihrem Piccolo. Sie ist eine ehemalige Musikschülerin von Wilfrid Stillhard, welcher die Stücke arrangierte. Die eingängigen ausdrucksstarken Melodien und wechselnden Rhythmen begeisterten das Publikum ebenfalls. Nun folgte ein ungarisches Rondo des Komponisten Zoltán Kodály. Romantische, gefühlvolle und ruhige Klänge wechselten mit ausdrucksstarken, rassigen Einlagen, worin neben den Streichern auch Klarinetten eigene warme Klangfarben zauberten. Ein weiterer Ohrenschmaus waren dann die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók.

Heimspiel

Zum Abschluss spielte das Jugendorchester «il mosaico» das Violinkonzert Nr. 4 in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Das virtuose Geigenspiel von Fabienne Früh, Studentin an der Zürcher Hochschule für Künste, war dabei ein weiterer Höhepunkt. Die Violinistin kommt aus Nesslau, absolvierte wie Caroline Morger an der Kantonsschule Wattwil ihre Matura mit Schwerpunkt Musik und ist noch immer Mitglied von «il mosaico», die letzten Jahre als Konzertmeisterin. Auch diese junge Musikerin beeindruckte durch die scheinbar spielerische Leichtigkeit, mit der sie ihrer Geige wunderbare Tonabfolgen entlockte und ihre bereits hohe Professionalität zum Ausdruck brachte. Der begeisterte Applaus war mehr als verdient.

Dieser Anlass zeigte einmal mehr, dass im Toggenburg durchaus hochstehende Konzerte besucht werden können. Deshalb gebührt all diesen jungen Musikerinnen und Musikern und ihrem engagierten Leiter Hermann Ostendarp ein herzliches Dankeschön.

Aktuelle Nachrichten