Musikalische Rosen gesucht

Der Jodlerklub Ebnat-Kappel erfreute an seinem Frühlingskonzert mit einem ausgewogenen Programm. Dies mit Gästen aus dem Freiburgerland und dem Haus-Trio Hersche.

Peter Küpfer
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Die Gäste aus Freiburg, Natascha (links) und Maruschka Monney, bereicherten das Programm des Jodlerclubs Ebnat-Kappel mit stimmungsvollen Jodelliedern. (Bild: Peter Küpfer)

Die Gäste aus Freiburg, Natascha (links) und Maruschka Monney, bereicherten das Programm des Jodlerclubs Ebnat-Kappel mit stimmungsvollen Jodelliedern. (Bild: Peter Küpfer)

EBNAT-KAPPEL. Schon der Beginn hatte Stil. Der Chor hatte sich von vielen unbemerkt im Eingangsbereich der evangelischen Kirche bereitgestellt. Bei den zuerst leisen, dann immer kraftvolleren Klängen des Eingangsliedes «I wett e Rose finde» von Jürg Röthlisberger legte sich sofort Stille über das bis hinten gefüllte Kirchenschiff. Während des Vortrages bewegten sich die Sängerinnen und Sänger, angetan mit ihrer schmucken Tracht, singend nach vorne und trugen den zweiten Teil des Liedes dann in gewohnter Aufstellung zu Ende vor.

Satter harmonischer Klang

In ausgewogener Harmonie spielten die Sänger mit ihren Jodlerinnen und Jodlern ihre musikalischen Trümpfe aus. Dabei standen mit Liedern und Naturjodeln von Jakob Metzler, Jakob Düsel und Robert Fellmann traditionelle Werke der Jodelliteratur im Zentrum. Dirigent Hansueli Hersche, gleichzeitig «Hauskomponist» und Arrangeur, hatte sie mit Liebe ausgesucht und mit seiner Formation gründlich einstudiert. Darunter war auch Hersches Eigenkomposition «Em Martin uf de Weg», mit eben diesem Martin (Martin Hersche) als Solist. Der bei allen Vorträgen prächtige, harmonische Klang, der sowohl im Forte wie bei zarteren, stimmungsvollen Passagen überzeugte, stiess denn auch beim Publikum auf grossen, anhaltenden Applaus. Man konnte von den brausenden bis melancholischen Harmonien, über die sich der strahlende Klang der Oberstimmen so jubelnd erhob, kaum genug bekommen. Das war auch die Meinung des Publikums, das ihre Heimformation nach dem abschliessenden «En Wunsch» (Robert Fellmann) mit rhythmischem Klatschen zu zwei Zugaben herausforderte.

Sympathische Gäste

Das Programm wurde durch den Gesangsvortrag des Duetts Natascha und Maruschka Monney ergänzt. Die beiden jungen Solistinnen kommen aus dem Freiburger Sensebezirk und überzeugten durch einen tadellosen Auftritt. Mit ihren schönen jugendlichen Stimmen, ihrem sympathischen Dialekt, ihrem Lächeln, ihrer prächtigen Sensler Sonntagstracht und ihrer natürlichen Art eroberten die beiden Sängerinnen das Publikum im Sturm. Sie trugen präzise einstudierte melodiöse Lieder mit Schwerpunkt Berner Tradition vor, die sowohl punkto Verständlichkeit wie sauberer Jodel nichts zu wünschen übrig liessen. Was sie im Lied «Mini Welt» (Ernst Sommer) ausdrückten, galt offensichtlich auch für sie selbst und ihre Auffassung von Musik: «Was nützt's der, usse putzt und gschtrählt, wenn inne doch de Friide fählt». Ihrem Gesang fehlte der innere Friede jedenfalls nicht, und das kam offensichtlich auch beim Publikum so an.

Weitere Glanzpunkte des Programms waren Instrumentaldarbietungen des Trios Hersche. Mit Hansueli Hersche am Hackbrett, Martin Hersche an der Bassgeige und Roman Hersche am Akkordeon zeigte die heimische Formation zum Vergnügen des Publikums variantenreiche Müsterchen ihres Könnens. Dabei erklangen nicht nur traditionelle Klänge. Auf besonderen Applaus stiess die für das Trio arrangierte Version der berühmten Musik aus dem Film «Der dritte Mann» sowie das temperamentvolle, russisch gefärbte Stück «Ziganka» mit seinen atemlos schnellen Läufen.