Musikalische Reise in die Welt der Filme

Am vergangenen Wochenende hat die Musikgesellschaft Libingen an ihrem Unterhaltungsabend die Mehrzweckhalle in ein Kino der besonderen Art verwandelt. Da Paola und Kurt Felix als Moderatoren verhindert waren, ist kurzerhand Frau Schruppatelli alias Astrid Kläger eingesprungen.

Franziska Huber
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LIBINGEN. Harry Potter, Wickie auf grosser Fahrt oder der wiedergeborene Johnny English – beim Betreten der Mehrzweckhalle Libingen hat man die Filmposter, die verschiedene Filmpremieren ankündeten, kaum übersehen können. Auf den Tischen warteten mit Popcorn gefüllte Becher und Tischsets mit einer Auswahl an Kinofilmen auf die Gäste, die sich durch die Atmosphäre in ein Kino versetzt fühlten.

Die 27 Akteure der Musikgesellschaft traten auf die Bühne und drei Musikerinnen präsentierten Produkte und Dienstleistungen lokaler Firmen. Wie beim echten Kino wurde auch hier Kinowerbung gezeigt, die das Publikum auf den Unterhaltungsabend unter dem Motto «Cinema» einstimmte. Die Böhmische Polka «Wir Musikanten» eröffnete das musikalische Kinoerlebnis. Die Grossleinwand im Hintergrund präsentierte das Dorf Libingen, umgeben von Hügellandschaften, Wäldern und Kuhweiden in verschiedenen Filmbildern.

Schillernde Filmwelt

MG Libingen-Präsident Ludwig Gisler hiess das Publikum willkommen: «Die Musikkommission hat zusammen mit dem neuen Dirigenten Walter Scherrer das Programm zusammengestellt. Dem Motto entsprechend haben sie nach Prominenz gesucht und diese auch gefunden – Paola und Kurt Felix.»

Doch anstatt des Schweizer Traumpaares betrat Elvira Iselis beste Freundin und Nachbarin, Frau Schruppatelli, die Bühne und sagte die nächsten Programmpunkte an. Obwohl das Ostschweizer Promipaar Paola und Kurt Felix den Weg nach Libingen nicht gefunden hat, war der Abend unterhaltsam. Denn die Aushilfs-Moderatorin Astrid Kläger alias Frau Schruppatelli sorgte mit ihrem italienischen Akzent für viele Lacher im Publikum.

Die Musik war exakt auf die Filme zugeschnitten. Der Rhythmus und die Stimmung der Filme wurden durch die Blasmusik wiedergegeben. Stürmische Szenen wechselten sich auf der Leinwand mit romantischen ab und auch bei den Filmmelodien alternierten Allegro und Adagio. Während das Gehör auf die Musik gerichtet war, musste man darauf achten, dass sich die Augen nicht zu stark auf die Leinwand konzentrierten. Jedoch ergänzten sich Musik und Film derart, dass eine ganzheitliche Harmonie gewährleistet war. Wie im Kino gab es auch beim Unterhaltungsabend eine Pause. Dabei konnten sich die Gäste in der Festwirtschaft verpflegen lassen oder Kägifretli mit Los-Nummern kaufen. Mit etwas Glück konnten sie bei der Verlosung am Ende des Abends eine der mit reichlich Geschenken gefüllten Kisten entgegen nehmen.

Wikinger und Wilder Westen

Nach der Pause spielten die Musikerinnen und Musiker den Marsch zum Schweizer Spielfilm «Polizischt Wäckerli». Zum Film «Wickie auf grosser Fahrt» kam das Publikum in den Genuss eines Medleys. Der Galeere folgte die Titanic mit der entsprechenden Filmmusik «My heart will go on» von James Horner. Die Liebesgeschichte von Leonardo di Caprio und Kate Winslet setzten die Musikanten mit viel Gefühl und Präzision um. Mit «Bonanza» stattete die Musikgesellschaft Libingen dem Wilden Westen mit seinen Cowboys und Pferden einen Besuch ab.

Speedy Gonzales stiftet Unruhe

Plötzlich kam Unruhe auf. Frau Schruppatelli hatte die schnellste Maus der Welt auf der Bühne gesichtet und versuchte, diese verzweifelt einzufangen. Die Musikerinnen und Musiker gestalteten die Trickfilmmusik zu «Speedy Gonzales» mit spanischen Zwischenrufen.

Auf den frenetischen Applaus des Publikums hin spielte die MG Libingen mehrere Zugaben. Das gibt es im Kino nicht. Die «Hörnlifäger», die zum Tanz aufspielten sowie ein Besuch im «Musikantenstübli» rundeten das musikalische Kinoerlebnis ab.