«Musik war nicht mein Ding»

TROGEN. Der 18jährige Jonas Jud gewann an der Entrada in Winterthur den 1. Platz in klassischem Gesang. Am kommenden Wochenende misst er sich am Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs in Lugano mit seinen Mitstreitern.

Karin Steffen
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Jonas Jud trägt in Lugano die Arie «O Isis und Osiris» vor. (Bild: kst)

Jonas Jud trägt in Lugano die Arie «O Isis und Osiris» vor. (Bild: kst)

TROGEN. «Musik war lange Zeit nicht mein Ding», erklärt der 18jährige Kantonsschüler Jonas Jud, denn der Keyboard-Unterricht während der Primarschule erzeugte mehr Frust als Lust. An einem Jungscharleiterkurs, in dem viel gesungen wurde, hat es ihn jedoch gepackt. Mit dem Singen kam auch die Freude an der Musik zurück. Er begann Klavier zu spielen, und an der Kantonsschule Trogen besucht er nun den Unterricht für klassischen Gesang bei Svetlana Afonina. Bei seiner Gesangslehrerin gerät Jud ins Schwärmen: «Sie ist super, mega herzlich und eine grosse Motivatorin!» Sie war es auch, die ihm vorschlug, sich für den Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb anzumelden.

Wettbewerb bringt Klarheit

Ursprünglich wollte Jonas Jud nach der Matura Physik studieren, vor allem die Astronomie hat es ihm angetan. Als Schwerpunktfächer wählte er dementsprechend Mathematik und Physik. Sein Interesse an der Musik war damals zwar bereits vorhanden. Aber erst durch die Wettbewerbsvorbereitung wuchs in ihm langsam der Wunsch, klassischen Gesang zu studieren.

Radio SRF zeichnet auf

An der Kantonsschule probt er aktuell für die Musiktheaterproduktion «Die Zauberflöte». Diese findet dummerweise am selben Datum statt wie das Finale in Lugano. Eine zeitliche Überschneidung konnte Jud jedoch vermeiden. Er spielt in Trogen den Sarastro und aus dieser Rolle trägt er in Lugano auch die Arie «O Isis und Osiris» vor. Im rund zehnminütigen Wettbewerbsprogramm folgt eine Arie aus Mozarts «Don Giovanni» und «Quai fecit mihi magna» von Bach. Das Programm schliesst er mit dem humoristischen Lied von Aaron Copland «I bought me a cat». An der Entrada in Winterthur wurde dem 18-Jährigen bereits eine schöne Tiefe attestiert. Jonas Jud singt in der Basslage.

Am Finale misst sich Jud mit zwei weiteren Finalisten. Er rechnet nicht mit einem Sieg, aber er würde sich auch über einen zweiten Platz sehr freuen. Besonders reizvoll wäre es für ihn, das Preisträgerkonzert am Sonntagmorgen zu bestreiten. Dieses wird von Radio SRF aufgezeichnet. Zu dieser Ehre kommt jedoch nur der Sieger.