Musik sagt auch auf Finnisch mehr als 1000 Worte

Reise des Cantacanti, des Chors der Kantonsschule Wattwil, nach Finnland «Saku Sammakko kosiomatkallaan, ahaa, ahaa…» Mit diesem Lied landete der Chor der Kantonsschule Wattwil unter der Leitung von Max Aeberli auf finnischem Boden und wurde mit

Drucken
Teilen

Reise des Cantacanti, des Chors der Kantonsschule Wattwil, nach Finnland

«Saku Sammakko kosiomatkallaan, ahaa, ahaa…» Mit diesem Lied landete der Chor der Kantonsschule Wattwil unter der Leitung von Max Aeberli auf finnischem Boden und wurde mit offenen Armen empfangen. Das finnische Kinderlied blieb während der ganzen Woche der musikalische Begleiter und durfte an keinem Konzert fehlen.

Hyvä ruokahalua

53 schweizerische Sängerinnen und Sänger wurden während mehr als einer Woche in den Familien der Mitglieder des Vaskivuori chamber choirs in Vantaa untergebracht, nachdem der finnische Chor eine Woche zuvor in der Schweiz logiert hatte. Ans Porridge zum Frühstück gewöhnten wir uns genauso schnell wie an die heissen Temperaturen der Sauna.

Auch etwas Finnisch konnten wir uns aneignen und sagen jetzt nur noch «hyvä ruokahalua» und «kiitos» anstatt «en Guete» und danke. Ziel der Reise waren einerseits die Begegnung und vor allem auch das musikalische Zusammentreffen zweier Kulturen, andererseits das Präsentieren eines neuen Programms des Cantacanti-Chores. Mit vier Konzerten vor finnischem Publikum gab es natürlich einiges zu Proben und keine Stimmbänder wurden geschont. Doch auch in der Freizeit kam die Musik nicht zu kurz.

Spontane gesangliche Einlagen im Flugzeug, auf dem Schiff und während des Besuchs einer der schönsten Kirchen Helsinkis sorgten für eine schöne Atmosphäre. Über den Besuch in der Finlandia Hall, dem berühmten Konzerthaus in Helsinki, freuten wir uns besonders, da wir überraschend Tickets für das «Helsinki Symphony Orchestra» erhielten und somit einen Abend lang zu finnischen Schlagern und Abba-Songs mitträllern durften.

Die Musik als soziales Band stärkte den Chorzusammenhalt und verbreitete eine dauerhaft angenehme Stimmung.

Jäätelötötterö

Der Kulturaustausch fand natürlich in den Gastfamilien, aber auch bei interessanten Schulbesuchen statt. Tonstudios, Musikräume und weitere künstlerische Ausstattungen liessen auch etwas Neid aufkommen. Vom finnischen Schulsystem könnte sich die Schweiz ein Stück abschneiden.

Wir durften ebenfalls ein vielfältiges Freizeitprogramm geniessen, das von Schiffsausflügen bis zu Stadtbesichtigungen reichte. Der geheimnisvolle «Surprise-day» entpuppte sich als Estland-Besuch und Höhepunkt der Reise. Ein musikalisches Highlight ergab sich beim Anlegen der Estlandfähre, wo sich der Cantacanti-Chor für ein spontanes gemeinsames Singen entschloss und somit die abendliche Stimmung auflockerte.

Natürlich genossen wir auch das Wetter im hohen Norden, das nicht viel kälter, sondern viel besser war als in der Schweiz. Vor allem bei der Stadtführung in Helsinki kam eine sommerliche Stimmung auf, die wir mit einem «Jäätelötötterö» (Eiscornet) feierten.

Nach einem musikalischen Abschied am Flughafen Vantaa nahm ein unvergessliches und einzigartiges Abenteuer sein Ende. Wir kehrten zurück in eine graue und verregnete Schweiz.

Max Aeberli

Aktuelle Nachrichten