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Musik Hug kapituliert

Musik Hug gibt höchstwahrscheinlich seinen Standort in St. Gallen auf. Als Hauptgrund nennt das Musikhaus den Einkaufstourismus. Dieser betrifft sogar das Geschäft mit Flügeln.
David Gadze
Nach knapp drei Jahren wird Musik Hugs Fachgeschäft für Tasteninstrumente an der Fürstenlandstrasse wohl geschlossen. (Bild: Samuel Schalch)

Nach knapp drei Jahren wird Musik Hugs Fachgeschäft für Tasteninstrumente an der Fürstenlandstrasse wohl geschlossen. (Bild: Samuel Schalch)

Musik Hug will seine wirtschaftliche Zukunft sichern und plant deshalb, zwei Standorte in der Schweiz zu schliessen: das Geschäft an der Fürstenlandstrasse in St. Gallen und den Laden in Basel. Das teilte das traditionsreiche Musikhaus am Dienstag mit. Zwar ist der Entscheid noch nicht definitiv. Bis zum 23. Oktober läuft das Konsultationsverfahren, in dem gemeinsam mit den Angestellten nach Möglichkeiten für eine Rettung der Filiale gesucht wird. Die Chance, dass der Instrumentenladen an der Fürstenlandstrasse erhalten bleibt, sei jedoch gering, räumt Marketingleiter Andy Sutter ein. «Wir haben schon diverse Alternativen geprüft. Bisher erfolglos.» Erst im März 2014 war Musik Hug von der Marktgasse im Stadtzentrum an die Fürstenlandstrasse gezogen und eröffnete dort nach eigenen Angaben das grösste Fachgeschäft der Ostschweiz für Tasteninstrumente.

Das Geschäft mit Musik-CDs, Noten sowie Saiten- und Blasinstrumenten wurde damals aufgrund des veränderten Marktumfelds aufgegeben, sieben Angestellte verloren ihren Job. Bei einer Schliessung des jetzigen Standorts müssten im schlimmsten Fall auch diesmal sieben Personen entlassen werden, sagt Sutter. «Wir versuchen, sie an einem anderen Ort weiter zu beschäftigen.» Die geplante Schliessung sei die Folge einer «Kumulation verschiedener Gründe», sagt Sutter. Zum einen kämpfe man gerade in St. Gallen und Basel mit dem Einkaufstourismus. Davon sei auch das Geschäft mit Pianos und Flügeln betroffen. Im grenznahen Ausland gebe es Musikläden, die mit ihren günstigen Angeboten den Schweizer Markt kaputtmachten. «Beim CD- und Notengeschäft ist es ähnlich. Mit dem Onlinehandel aus dem Ausland können wir nicht mithalten.»

Zum anderen habe die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft. «Wir wurden von einer Entwicklung überholt, die wir nicht beeinflussen können – und die es dann einfach nicht mehr verträgt», sagt Sutter. Dabei hätten die ersten Monate an der Fürstenlandstrasse die Erwartungen sogar übertroffen. Doch in den vergangenen Monaten habe sich die Ausgangslage aus den genannten Grünen spürbar zum Negativen entwickelt. Deshalb habe man beschlossen, die bereits zwei Jahre dauernde strategische Neuausrichtung mit der Konzentration auf akustische Tasteninstrumente und Reparaturen zu beschleunigen. In St. Gallen dürfte dies die Schliessung des Standorts an der Fürstenlandstrasse zur Folge haben, in Zürich werden zudem zwei Geschäfte zusammengelegt.

Schliessung im nächsten Jahr

Wann genau Musik Hug das Geschäft an der Fürstenlandstrasse aufgibt, falls die Schliessung Tatsache wird, steht noch nicht fest. «Im Verlauf des nächsten Jahres», sagt Sutter. Damit würde ein Stück städtischer Musikgeschichte zu Ende gehen: Die St. Galler Filiale ist schweizweit die älteste. Sie wurde 1865 eröffnet. 1907 zog Musik Hug an die Marktgasse. Nach dem Umbau in den 1980er-Jahren war der vierstöckige Laden gemäss Homepage sogar «das modernste Musikhaus der Schweiz».

Ganz zurückziehen will sich Musik Hug jedoch nicht: Es sei vorgesehen, auch weiterhin Serviceleistungen für Pianos und Flügel anzubieten, sagt Andy Sutter. Ob es dafür eine kleinere Werkstatt im Raum St. Gallen geben werde oder ob diese Dienstleistung von Zürich aus angeboten werde, sei noch offen.

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