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Musik gehört für Trudi Kilian zum Tag

Die Handorgel hat Trudi Kilian durch ihr Leben begleitet. Sie arbeitete als Coiffeuse und gemeinsam mit ihrem Mann als Hauswartin im Toggenburger Museum. Sie lebt in Birmensdorf und darf am heutigen Tag ihren 95. Geburtstag feiern.
Sabine Schmid
Erzählen gemeinsam von ihrem Leben: (von links) Schauspielerin Stephanie Glaser, Trudi Kilian und Sängerin Lys Assia im Gespräch mit Moderator Daniel Forler. (Bild: pd)

Erzählen gemeinsam von ihrem Leben: (von links) Schauspielerin Stephanie Glaser, Trudi Kilian und Sängerin Lys Assia im Gespräch mit Moderator Daniel Forler. (Bild: pd)

LICHTENSTEIG. Trudi Kilian ist eine aktive Frau. Jeden Tag nimmt sie in ihrer Wohnung die Handorgel heraus und spielt einige Stücke. Sie malt gerne Blumen, schmiedet Verse und kennt zahlreiche Menschen, mit denen sie per handgeschriebenen Briefen korrespondiert. Heute ist jedoch ein spezieller Tag – Trudi Kilian feiert ihren 95. Geburtstag.

Coiffeuse statt Musikerin

Trudi Kilian ist eine Fabrikantentochter aus Flawil, geboren am 31. Mai 1918. Ihre Eltern brachten ihr und ihren Geschwistern die Liebe zur Musik bei, Trudi Kilian lernte Örgeli und Klavier spielen und hatte eine Flöte. Die Möglichkeit, aufs Konservatorium zu gehen, schlug die junge Frau aus. «Lieber musizierte ich weiter, wie es mir gefiel», erzählt sie im Buch «Das volle Leben», in welchem mehrere Frauen über 80 ihre Lebensgeschichte erzählen. Anstatt Musikerin wurde Trudi Kilian Coiffeuse.

Musik war es auch, die Trudi Kilian zu ihrem Mann und nach Lichtensteig brachte. Gemeinsam mit ihrem Bruder besuchte sie die Unterhaltung des Männerchors Lichtensteig. Dort lernte sie Herrn Kilian kennen, ihren späteren Mann. Dieser verhalf ihr zu einer Stelle im Coiffeursalon im Restaurant Traube in Dietfurt, der seiner Mutter gehörte.

Bekannt im ganzen Städtli

Nach der Hochzeit verkaufte das Ehepaar den Coiffeursalon und das Restaurant und zog mit den beiden Töchtern nach Lichtensteig. Gemeinsam mit ihrem Mann hütete sie während vielen Jahren das Toggenburger Museum. Trudi Kilian führte die Besucher durch das Haus und liess es sich nicht nehmen, immer wieder auf den alten Instrumenten zu spielen. Auch die Bewohner von Lichtensteig hörten Trudi Kilian manchmal zu, vor allem wenn sie im Musikladen von Herrn Nobel auf den Instrumenten spielte. Immer wieder wurde Trudi Kilian auch spontan ins «Burth» bestellt, um vor Gesellschaften aufzuspielen. Nach dem Tod ihres Mannes wohnte Trudi Kilian noch einige Jahre in Lichtensteig. Vor rund zehn Jahren zog sie ins selbe Haus in Birmensdorf, in welchem auch ihre ältere Tochter lebt. «Unsere Mutter reist aber noch regelmässig ins Toggenburg, um Bekannte zu besuchen und sie ist auch immer wieder bei ihrer anderen Tochter, die in Weggis wohnt», erzählt Tochter Trudy. Noch heute musiziert Trudi Kilian jeden Tag auf ihrem Örgeli und spielt regelmässig gemeinsam mit dem Pfarrer im Altersheim zu einem Ständchen auf. Die Liebe zur Musik hat sie übrigens weitergegeben, Trudi Kilian hat zusammen mit ihrem Enkel eine CD aufgenommen.

Unterwegs mit Persönlichkeiten

Vor sechs Jahren erzählte Trudi Kilian ihre Lebensgeschichte im Buch «Das volle Leben». Die Autorin Susanna Schwager hat darin zwölf Frauen über 80 porträtiert, unter ihnen auch die Schauspielerinnen Stephanie Glaser und Annemarie Blanc sowie die Sängerin Lys Assia. Auf Lesereisen quer durch die Schweiz haben sich die zwölf Frauen kennen gelernt und in der Folge immer wieder getroffen und viel Spass gemeinsam gehabt.

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