MUSIK: Dem Heimweh eine Melodie geben

Die Rockband Swissmayd besingt in ihrem neuen Song «The Valley» das Toggenburg. Geschrieben hat das Lied der 43-jährige Thomas Sutter, der in Ebnat-Kappel aufgewachsen ist und nun in Jonschwil wohnt. Ihm liegt seine Heimat nach wie vor am Herzen.

Anina Rütsche
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Zum Repertoire von Thomas Sutter (Mitte, hinten) und seinen Bandkollegen von «Swissmayd» gehört unter anderem «The Valley», ein Song über die Verbundenheit mit dem Toggenburg. (Bild: PD)

Zum Repertoire von Thomas Sutter (Mitte, hinten) und seinen Bandkollegen von «Swissmayd» gehört unter anderem «The Valley», ein Song über die Verbundenheit mit dem Toggenburg. (Bild: PD)

Zwar wohnt er seit über einem Jahrzehnt in Jonschwil. Doch Thomas Sutter aus Ebnat-Kappel ist nach wie vor ein Bergmensch, ein Vollblut-Toggenburger, wie er sagt. Der Liebe zu seiner Heimat hat der Songschreiber und Gitarrist vor kurzem ein Lied gewidmet. «The Valley», zu Deutsch «Das Tal», heisst das Country-Rock-Stück, das der 43-Jährige mit seiner Band Swissmayd eingespielt hat. Derzeit arbeitet die im Mai 2015 gegründete Formation mit ihren vier Mitgliedern an den Aufnahmen für ihr erstes Album, das Ende Jahr in Form einer CD erscheinen wird (siehe Kasten). Zwölf Tracks werden darauf Platz finden, und «The Valley» ist einer, der Thomas Sutter besonders am Herzen liegt. «Früher setzte ich auf Coversongs», sagt der Mann, der seit seiner Jugend musikalisch unterwegs ist. Erst mit 40 habe er begonnen, eigene Lieder zu schreiben: «Zuallererst entstand ‹The Valley›. Auch meinen Bandkollegen gefällt das Stück, obwohl diese nicht aus dem Toggenburg stammen», sagt Thomas Sutter verschmitzt.


«Das Gefühl ist viel wichtiger als der Ort»

Dass «The Valley» ein persönlich gefärbtes Lied ist, wird schnell deutlich, wenn man auf den Text achtet. Dieser handelt von Sehnsucht, Verwurzelung und auch von der Natur. Davon, nirgendwo anders leben zu wollen als in jenem Tal, wo man hingehöre. Das Wort «Toggenburg» kommt allerdings weder in den Strophen noch im Refrain vor. «Ich habe hier bewusst Spielraum offen gelassen», erklärt Thomas Sutter, der sich am liebsten von Rock­musik aus den 80ern inspirieren lässt. «Es könnten auch andere Täler gemeint sein, denn ‹The Valley› beschreibt in erster Linie ein Gefühl, keinen Ort.» So sei das Lied auch all jenen Zuhörerinnen und Zuhörern gewidmet, die anderswo inmitten von Hügeln und Bergen aufgewachsen sind. «Neben dem Toggenburg gibt es schliesslich noch einige weitere schöne Täler», sagt Thomas Sutter und lacht.


Bittersüss und bodenständig

Dass «The Valley» Heimatgefühle hervorruft, ohne sich folkloristischer Elemente zu bedienen, erachtet der 43-Jährige als Pluspunkt. Er sagt: «Volksmusik ist im Toggenburg ein bedeutendes ­Kulturgut, das ich respektiere. Mit Swissmayd bewegen wir uns aber in einem ganz anderen Genre. Wir möchten das Bestehende nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen.» «The Valley» ist laut Thomas Sutter ein typischer Swissmayd-Song: «Musik mit Seele – handgemacht, bodenständig und echt.» Nach der konkreten Einordnung des Swissmayd-Stils gefragt, antwortet Thomas Sutter: «Vor allem rockig, ergänzt mit ausgewählten Elementen von Soul und Country.» Und eine ­Einordnung der Liedtexte zeigt: Bittersüss sind sie alle. In «The Valley» geht es um Heimweh, in anderen Songs stehen Beziehungsgeschichten, Trennungen oder der Umgang mit den zu jung erwachsen gewordenen Kindern im Vordergrund – Themen, die der Songschreiber Thomas Sutter aus eigener Erfahrung kennt. Er ist überzeugt: «Schmerz macht kreativ.»

Die Band – Proben, Aufnahmen und Auftritte – prägt Thomas Sutters Leben nun seit über zwei Jahren. Fast seine gesamte Freizeit investiert der gelernte Techniker für Swissmayd, alles neben seinem 100-Prozent-Job bei Siemens in Gossau. «Mir macht das einfach grossen Spass. Und ich kann voll und ganz hinter Swissmayd stehen.»

Swissmayd – die erste CD erscheint demnächst

Die Band Swissmayd wurde vor zweieinhalb Jahren gegründet. Sie setzt sich aus Thomas Sutter (Gitarre), Thomas Jenni (Gesang), Fabian Forer (Schlagzeug) und Marcel Bollier (Bass) zusammen. Die vier Musiker haben sich, wie Thomas Sutter hervorhebt, zuvor nicht gekannt – ihr Zusammentreffen sei eine glückliche Fügung gewesen, basierend auf dem berühmten «Vitamin B» und einem privat organisierten Casting.

Swissmayd spielen ausschliesslich eigene Songs mit englischen Texten. Genremässig bewegt sich die Formation in den Bereichen Rock, Soul und Country, orientiert am Stil der 80er-Jahre. Geprobt wird zweimal pro Woche in Abtwil bei St. Gallen. Aus Überzeugung engagieren sich die Swissmayd-Mitglieder zudem ­gemeinnützig: Von jeder Auftrittsgage fliessen zehn Prozent an eine wohltätige Organisation.

Im vergangenen Sommer hatte die Band ihren ersten grösseren Auftritt am Open Air Bischofszell. Nachdem sie kürzlich ihre erste Single «Both Ways» gemeinsam mit Migou-Soundpool und Hellywood Music herausgegeben haben, stecken Swissmayd nun mitten in den Vorbereitungen für ihr erstes Album mit zwölf eigenen Songs. Es erscheint Ende 2017. Wie die CD heissen wird, ist laut Thomas Sutter noch offen. Die CD von Swissmayd kann ab sofort unter www.swissmayd.ch bestellt werden. (aru)