Museum sucht Weberin

Das Appenzeller Volkskundemuseum in Stein sucht über seine Homepage eine Weberin. Für die Geschäftsführerin Sandra Nater ist es wichtig, dass traditionelles Handwerk auch vorgeführt wird. Sandra Nater, wieso sucht das Museum eine Weberin?

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Sandra Nater, Geschäftsführerin Appenzeller Volkskundemuseum Stein. (Bild: pd)

Sandra Nater, Geschäftsführerin Appenzeller Volkskundemuseum Stein. (Bild: pd)

Das Appenzeller Volkskundemuseum in Stein sucht über seine Homepage eine Weberin. Für die Geschäftsführerin Sandra Nater ist es wichtig, dass traditionelles Handwerk auch vorgeführt wird.

Sandra Nater, wieso sucht das Museum eine Weberin?

Sandra Nater: Um unseren über hundertjährigen Plattstich-Webstuhl zu bedienen. Im Wechsel mit der Stickerei wird im Museum während der Sommersaison unter der Woche und am Wochenende sowie während der Wintersaison am Wochenende das Weben als traditionelles Handwerk veranschaulicht.

Welche Personen wollen Sie ansprechen und was macht es schwierig, jemand Passendes zu finden?

Nater: Wir wenden uns an Personen mit Interesse an Textilien und am Handwerk. Die Einarbeitungszeit dauert etwa zwei Monate. Eine der Herausforderungen sind die unregelmässigen Arbeitszeiten. Über die gesamte Sommersaison arbeitet die Weberin, im Wechsel mit zwei Kolleginnen, im Durchschnitt etwa 20 bis 30 Prozent. Auch zu Einsätzen am Wochenende muss sie bereit sein. Die Anstellung kann für Hausfrauen, aber auch für Wiedereinsteigerinnen in die Berufswelt interessant sein. Die Arbeitszeiten werden jeweils einen Monat im voraus geplant.

Was sind die Aufgaben der Weberin vor Ort?

Nater: Die Weberin bedient den Webstuhl, an welchem Webstoff gefertigt wird. Daraus werden dann beispielsweise Tischsets, die wir in unserem Shop vertreiben, hergestellt. Die Besucher sollen ihr über die Schulter schauen, Fragen zu ihrer Arbeit stellen und somit Tradition vor Ort live erleben können.

Haben Sie schon Interessenten?

Nater: Ja, es haben sich schon zwei, drei Interessentinnen gemeldet. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass so eine Suche Zeit braucht. Beim letzten Mal haben wir auch einen Aushang direkt an der Handstickmaschine gemacht, das war sehr erfolgreich. Dort werden die Menschen für die Tradition begeistert und verspüren vielleicht auch Lust, diese zu leben.

Spielt traditionelles Handwerk heutzutage noch eine Rolle?

Nater: Das Interesse wird eher grösser. Es bildet einen Gegenentwurf zur digitalisierten Welt. Männer etwa finden gerade die technischen Aspekte der alten Maschinen spannend. (cg)