Museum ohne Präsident

Das Brauchtumsmuseum Urnäsch hat den Präsidenten und den Vizepräsidenten verloren. An der Versammlung am Freitag war kein Vorstandsmitglied – auch nicht das neu gewählte – bereit, die Leitung zu übernehmen.

Monika Egli
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Trotz Rücktritten, «die nicht eben leicht gefallen sind», gute Laune zum Schluss: Urs Weidmann und Richard Altherr, die als Vizepräsident respektive Präsident zurückgetreten sind. Rechts das neu gewählte Vorstandsmitglied Niklaus Hörler. (Bild: eg)

Trotz Rücktritten, «die nicht eben leicht gefallen sind», gute Laune zum Schluss: Urs Weidmann und Richard Altherr, die als Vizepräsident respektive Präsident zurückgetreten sind. Rechts das neu gewählte Vorstandsmitglied Niklaus Hörler. (Bild: eg)

URNÄSCH. «Ist das Präsidentenamt eigentlich ein Himmelfahrtskommando?», wurde an der Versammlung des Appenzeller Brauchtumsmuseums Urnäsch in der «Krone» gefragt, nachdem feststand, dass der Verein bis auf weiteres ohne Präsident bleibt. Richard Altherr hatte nach zwei Jahren im Amt den Rücktritt eingereicht. Ebenfalls demissioniert hatte Vizepräsident Urs Weidmann, der 2009 in den Vorstand gewählt worden war. Im Jahresbericht schrieb der Präsident lediglich dazu, dass es ihm und Urs Weidmann «nicht eben leicht gefallen» sei, den Vorstand aus persönlichen Gründen zu verlassen. Es gab denn auch Voten und Fragen an die Adresse von Richard Altherr: Zu den vielen Mutationen im Vorstand, dass man den Mitgliedern nichts dazu erkläre, dass man überrascht sei, dass er den Bettel schon wieder hinwerfe. Ein Versammlungsteilnehmer sagte, dass fast alle von «den Unstimmigkeiten» wüssten, diese sollten aber untereinander geklärt werden. Persönliche Konsequenzen würden ja jetzt gezogen; es müsse nicht immer alles ausgebreitet werden. Dabei blieb es dann auch. Der scheidende Präsident äusserte sich nicht weiter zu seinem Abgang.

Niklaus Hörler neu im Vorstand

Als neues Vorstandsmitglied konnte Niklaus Hörler gewonnen werden. Der Urnäscher Gemeinderat und Präsident des Vereins Schwägalp-Schwinget wurde von der Versammlung einstimmig gewählt. Nebst ihm gehören zum Vorstand Jürg Bühler, Herisau, Eli Frey, Marlis Vernier und Sandra Diesterbeck, alle Urnäsch. Wie Jürg Bühler erklärte, werde der Vorstand in Kürze zusammensitzen und sich organisieren. Bis auf Weiteres sei er in präsidialen Fragen und Angelegenheiten Ansprechpartner. «Dann können wir dich doch gleich zum Präsidenten wählen», hiess es aus der Versammlung. Jürg Bühler lehnte es jedoch kategorisch ab, dieses Amt zu übernehmen – was zur Eingangsfrage führt. Ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt wurden die Revisoren Ursula Steingruber und Werner Bregenzer.

Die Verabschiedung des Präsidenten und des Vizepräsidenten übernahm Jürg Bühler. Richard Altherr habe sein Amt mit Herzblut ausgeübt und sei fast täglich im Museum anzutreffen gewesen. Urs Weidmann wiederum sei als Baufachmann ein äusserst wertvolles Vorstandsmitglied gewesen. «Beide sind im Museum jederzeit willkommen.»

«Verein steht sehr gut da»

Die weiteren Traktanden gaben keinen Anlass zu Diskussionen. Die Rechnung 2015 weist einen Gewinn von gut 11 000 Franken aus. Dass im Jahr zuvor ein viermal so hoher Reingewinn resultiert hatte, sei einem grosszügigen Legat zu verdanken gewesen. Die Mitgliederbeiträge sind weiter rückläufig. Man erklärt sich das mit gesellschaftlichen Veränderungen. «Die jüngere Generation will sich nicht mehr im gleichen Masse an Vereine binden», wie Richard Altherr sagte. Alles in allem stünde der Verein, auch finanziell, jedoch sehr gut da. «Wir konnten wiederum eine stattliche Besucherzahl verzeichnen», so Richard Altherr. Diese hänge jeweils sehr von der Sonderausstellung ab. Dabei wurde auf die aktuelle Ausstellung hingewiesen, die sehr sehenswert sei. Unter dem Titel «Aussenseiter & Randständige der Volkskunst rund um den Säntis» sind Werke von Künstlern zu sehen, die am Rande der klassischen Kunst stehen. Die Sonderausstellung läuft bis Ende Jahr.