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MÜSELBACH: «Alles, was Männer nicht können oder nicht können wollen»

Der Männerchor führt alle zwei Jahre im Kirchberger Toggenburgerhof ein Volksstück auf. Als stille Schafferin leistet Klara «Klärli» Wick seit bald vier Jahrzehnten im Hintergrund wertvolle Hilfe.
Beat Lanzendorfer
Klärli Wick zu Hause in Müselbach in ihrer Nähstube. Das Nähen gehört zusammen mit dem Gärtnern zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Klärli Wick zu Hause in Müselbach in ihrer Nähstube. Das Nähen gehört zusammen mit dem Gärtnern zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

28 Männer gehören dem Männerchor Müselbach an. Ganz ohne Frauen geht’s trotzdem nicht – vor allem dann, wenn alle zwei Jahre die Unterhaltungsabende mit dazugehörigem Theater anstehen. Eine von ihnen ist die bald 84-jährige Klara Wick, besser bekannt als «Klärli», die vor 38 Jahren als Theaterspielerin begonnen hat und heute nach eigener Aussage für «alles zuständig ist, was Männer nicht können oder nicht können wollen», bemerkt sie mit einem Schmunzeln.

An der Premiere eine Wirtin gespielt

An die Anfänge kann sich Klärli Wick noch gut erinnern: «Ich habe 1980 beim Stück ‹Der Schatz im Moor› erstmals mitgespielt und war damals eine Wirtin.» Die Unterhaltungsabende des Männerchors fanden zu jener Zeit noch im ehemaligen Restaurant Schäfle statt, das über einen stattlichen Saal verfügte. Gut ein Jahrzehnt stand sie auf der Bühne, dann übernahm sie Aufgaben im Hintergrund. Kurz darauf folgte, nach der Schliessung des Schäfle, der Umzug in den Kirchberger Toggenburgerhof, wo die Müselbacher Sänger noch heute Gastrecht geniessen.

Drei Kästen voller Kleider und weiterer Utensilien

Klärli Wick spricht gerne über ihre Tätigkeit für den Männerchor. Es ist zu spüren, dass es ihr Spass macht und sie die Aufgabe ausfüllt. «Es hält mich jung und bereitet mir Freude, wenn ich jemandem aus meinem Fundus helfen kann». Bei ihr zu Hause stehen drei volle Kästen mit einem riesigen Schatz an Requisiten, die sehr oft für Theateraufführungen gebraucht werden. In erster Linie stellt sie ihre Utensilien, ein Grossteil davon sind Kleider, dem Männerchor Müselbach zur Verfügung. Sie hilft gerne auch anderen Vereinen in der Umgebung. So stattete sie einzelne Schauspieler und Schauspielerinnen beim Theaterstück «Familie von Flüe» aus, das im letzten Jahr von Regisseur Peter Bernhardsgrütter inszeniert worden war und unter anderem in Müselbach Halt machte. «Wenn irgendwo ein Haushalt aufgelöst oder ein Estrich aufgeräumt wird und gut Erhaltenes aus alter Zeit zum Vorschein kommt, erhalte ich oft einen Anruf, ob ich interessiert sei. So ist mit den Jahren einiges zusammengekommen.» Als begeisterte Näherin ist es ihr ein Anliegen, dass alle Kleidungsstücke bei den Aufführungen in einem guten Zustand daherkommen. Und weil nicht alle Schauspielerinnen und Schauspieler die gleichen Masse haben, nimmt sie die nötigen Änderungen gleich selber vor. Nebst den Kleidern ist sie für alles Nähbare verantwortlich. Tischtücher oder Vorhänge sind dabei nur zwei Beispiele.

Fast beiläufig erklärt sie, dass sie bei praktisch jeder Theaterprobe oder -aufführung persönlich dabei ist. «Ich muss doch wissen, ob die Textilien sitzen und ob für eine bestimmte Rolle möglicherweise ein Kleiderwechsel angebracht ist.» Sie erledigt das «für das die Männer halt nicht so das Auge haben», meint sie lachend. Dazu gehört etwa das Giessen der Blumen, welche zum Bühnenbild gehören – auch beim aktuellen Volksstück «Wirbel um e Reitihof». Apropos Blumen: Zusammen mit Lisbeth Raschle ist sie bei der Kapelle in Müselbach für die Umgebungsarbeiten zuständig. Und weil sie sich gerne im Freien aufhält, ist der Garten vor dem Haus nebst dem Nähen ihre zweite grosse Leidenschaft. Klärli Wick zu charakterisieren, fällt Damian Huber, einer der Tenöre des Männerchors leicht: «Klärli ist sich für nichts zu schade und immer hilfsbereit, wir sind froh, dass wir sie haben.»

Kanada ist zu ihrer zweiten Heimat geworden

Die 84-Jährige, die seit 1960 in Müselbach lebt und sechs Kinder grossgezogen hat, erzählt gerne über ihre Reisen nach Kanada. Sohn Alex und Tochter Irene sind Mitte der 90er-Jahre über den grossen Teich ausgewandert und haben in der Nähe von Toronto eine neue Heimat gefunden. «Ich besuche sie fast jährlich und war schon 16-mal dort.» Zuletzt im vergangenen Jahr von Ende Oktober bis Anfang Dezember. «So Gott will und es die Gesundheit zulässt, wird der letztjährige Besuch nicht der letzte gewesen sein», meint sie beim Abschied.

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