Mühe mit Säckelmeister-Kandidat

Die Arbeitnehmervereinigung Appenzell bekundet Mühe mit Säckelmeisterkandidat Thomas Rechsteiner. Verschiedene Kritikpunkte werden laut. Probleme bereitet den Arbeitnehmern überdies die Technik, eine Videobotschaft wird Opfer davon.

Roger Fuchs
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appenzell. Säckelmeister-Kandidat Thomas Rechsteiner ruft bei der Arbeitnehmervereinigung Appenzell gleich in mehrerer Hinsicht Sorgenfalten hervor: Nebst der laut werdenden Kritik an seinen als Grossratsmitglied oftmals schon gegen die Arbeitnehmenden gefallenen Voten, hatte die Arbeitnehmervereinigung an ihrer Landsgemeindeversammlung vom Mittwochabend auch mit Rechsteiners Videointerview schwer zu kämpfen.

Videokamera, Laptop, Beamer, Leinwand – alles war parat, den aus einem privaten Grund abwesenden Säckelmeister-Kandidaten via Leinwand zu den rund 20 Anwesenden (inklusive Vorstand) sprechen zu lassen. Als man kurz vor 23 Uhr schliesslich zu diesem Traktandum kam, herrschte jedoch Mattscheibe. Und so fasste Vorstandsmitglied und Grossratspräsidentin Vreni Kölbener, die im Video als Moderatorin fungiert hätte, ihre Interview-Eindrücke mündlich zusammen.

Rechsteiner – ein «Sparer»

Thomas Rechsteiner sei schlagfertig und redegewandt, so Kölbener, aber er sei und bleibe Gewerbler durch und durch. In der geöffneten Runde kommen weitere Erfahrungen zusammen. Einer bezeichnet den Kandidaten als reinen «Sparer», was Vorstandsmitglied Erich Fässler anspornte, auch eine diskutierte Gehaltsanpassung für die Standeskommission zu nennen, gegen die sich Rechsteiner stelle. Eine Lobeshymne gibt es lediglich von einem Votanten, der Thomas Rechsteiner offenbar als offenen Typen mit verblüffenden Ideen kennengelernt hat.

Vieles wird genannt – auch dass sich Rechsteiner mit getätigten Äusserungen zu einem Feindbild der Arbeitnehmenden entwickelt habe – ohne dass dieser aufgrund seiner Abwesenheit Stellung beziehen kann. Am Schluss entscheidet sich die Arbeitnehmervereinigung mit 8 zu 7 Stimmen, nichts Weiteres zu unternehmen und keine Parole zu fassen.

Parkplätze betriebsnotwendig

Die Sachgeschäfte der diesjährigen Landsgemeinde wurden von Frau Statthalter Antonia Fässler und Bauherr Stefan Sutter vorgestellt. Mehrere Voten aus dem Plenum gab es in Bezug auf das geplante Alters- und Pflegeheim. Die in Frage gestellten Parkplätze wurden von beiden Regierungsleuten als «betriebsnotwendig» taxiert. Betreffs Schutzräume würden noch Abklärungen laufen, so Sutter auf eine entsprechende Frage. Letztlich wurde zu allen Sachgeschäften die Ja-Parole gefasst.

Vakanz im Aktuariat

In der im Vorfeld zu den Landsgemeindegeschäften abgehaltenen HV der Arbeitnehmervereinigung konnte mangels Kandidierender kein Ersatz für die abtretende Aktuarin Katja Gmünder gewählt werden. Revisor Werner Luchsinger wird durch Werner Zeller ersetzt. Die Mitgliederbeiträge finden bei unverändertem Satz ebenso einhellige Zustimmung wie die Rechnung 2010, die mit 4 100 Franken im Plus schliesst.