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Müdigkeit nach dem Rennen für die Ewigkeit

Benis Olympia-Tagebuch
Beni Giger
Während der Produktion geht es im Reportagewagen zu und her wie in einem Bienenhaus. (Bild: PD)

Während der Produktion geht es im Reportagewagen zu und her wie in einem Bienenhaus. (Bild: PD)

Den Super-G der Damen werde ich sicher nie vergessen. Es beginnt damit, dass unser Kamerafahrer stürzt. Er ist schnell wieder auf den Beinen und hält die Kamera auch immer in der richtigen Richtung, aber trotzdem greifen wir beim Senden auf eine frühere Fahrt zurück.

Die erste Favoritin, Lindsey Vonn, kommt gleich mit der Startnummer 1. Sie macht kurz vor dem Ziel einen grossen Fehler. Zum Glück habe ich – ganz kurzfristig - genau dort eine Kamera mit Slowmotion installiert. Es folgt eine Fahrerin nach der andern. Die meisten haben kleine Fehler und wir können alle auflösen und zeigen. Lange führt Tina Weirather, bis Anna Veith ins Ziel kommt. Wir können mit den Bildern von Freude und Enttäuschung tolle Geschichten erzählen. Nach der Startnummer 20 dachte ich schon, dass wohl nichts mehr kommt. Aber dann kommt mit Startnummer 27 die unbekannte Tschechin Ester Ledecka. Im Ziel realisiert sie gar nicht, dass sie gewonnen hat. Ich weise unseren Kameramann, der sie im Bild hat, entsprechend an. Was dann folgt, sind pure Emotionen der Siegerin, genau das, was ich mir immer wünsche. Heute hat unser Team gezeigt, was möglich ist. Zum Schluss überlege ich, ob uns heute eine Produktion ohne Fehler geglückt ist, und suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die finde ich. Schon morgen werden wir wieder alles geben. Kurz nach dem Rennen bauen wir auf der Piste um, damit wir für die Abfahrt der Frauen bereit sind. Und schon wieder geht ein verrückter Tag zu Ende. Ich hoffe immer, dass ich hier einmal etwas zum Nachtleben erzählen kann. Aber ich bin in den letzten drei Wochen jeweils um 21 Uhr todmüde ins Bett gefallen.

Auswahl von vielen guten Bildern

Nein, es wird nichts mit dem Bericht über das Nachtleben. Über drei Wochen bin ich nun schon hier in Pyeongchang und ich beginne die Tage zu zählen, bis es nach Hause geht. Ich bin müde – heute gehe ich wieder um 20 Uhr ins Bett – und auch beim Team merke ich, dass sie langsam müde werden. Ich versuche, jedem auch einmal frei zu geben, und plane das Personal entsprechend. Da komme ich mir oft vor wie ein Fussballtrainer, der seine Mannschaft zusammenstellt und immer wieder erklären muss, warum jemand dort und nicht anderswo eingesetzt wird.

Gestern konnte unser Spotter Peter Giger aus Ebnat-Kappel den Super-G im Reportagewagen verfolgen. Dabei hatte er wohl viel Glück, mehr Spannung konnte er kaum bekommen. Hier im Wagen hat es sehr viele Bildschirme und ich habe oft die Qual, von mehreren sehr guten Bildern in kurzer Zeit eine Auswahl zu treffen. Zum Glück treffen bereits die Slowoperateure eine Vorauswahl, und unsere Bildmischerin Lyn fügt das Ganze auf dem Mischpult zu dem zusammen, was gesendet wird. Es ist sehr wichtig, dass Lyn und ich harmonieren, nur so gibt es die beste Qualität.

Beni Giger

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