MOTORRAD: Schnelle Jungs mischen mit

Der grösste Motorsportanlass der Schweiz findet am Wochenende vom 12. und 13. August in Frauenfeld-Gachnang statt. Auch ein Lütisburger mischt mit.

Fränzi Göggel
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Schon die Vogelperspektive von 2016 lässt erahnen, was für ein Spektakel die WM-Motocrosspiste heuer bieten wird. (Bild: Robert Sdovc)

Schon die Vogelperspektive von 2016 lässt erahnen, was für ein Spektakel die WM-Motocrosspiste heuer bieten wird. (Bild: Robert Sdovc)

Fränzi Göggel

redaktion@toggenburgmedien.ch

Vergangenes Jahr fanden erstmals seit 15 Jahren wieder Rennen zur Motocross-Weltmeisterschaft statt. Obwohl am MXGP von Frauenfeld rote Zahlen im Bereich von 450000 Franken geschrieben wurden, organisiert OK-Präsident Willy Läderach mit seiner Crew das Spektakel auch dieses Jahr. Schwarze Zahlen und ein Anschlussvertrag mit dem Welt-Motorsportverband FIM ­sowie dem MXGP Promoter Youthstream sind sein Ziel. Wenige Wochen, bevor die weltbesten Motocross-Piloten energisch um Sieg, Ruhm und Ehre kämpfen, bestätigt er, dass alle Vorbereitungen für den Motocross-Weltmeisterschaftslauf im Fahrplan sind.

Nico Seiler tritt in der Klasse MX 2 an

Da, wo sonst des Bauern Kühe weiden, wurden unter der Leitung von Martin Ruf und Max Möckli 20 Sprungschanzen gebaut. «Letztes Jahr waren die Sprünge schon gut, heuer sind sie sehr gut», rühmt Willy Läderach das erfahrene Bauteam. Auf Verlangen der Behörden musste die Piste nach dem WM-Rennen im vergangenen August komplett wieder abgebaut werden. Willy Läderach reichte bei der Gemeinde Gachnang ein Baubewilligungsgesuch ein, um den aufwendigen Auf- und Rückbau zu reduzieren. «Für den östlichen Teil der Strecke, welcher ein Drittel des Parcours betrifft und sich auf einer Industrieparzelle befindet, versuchen wir die von uns gebauten Hindernisse stehen zu lassen. Dies würde weniger Manpower und Geld verschlingen», beschreibt der OK-Präsident sein Vorhaben. Zudem versucht er, mit den Behörden eine einvernehmliche Lösung zu finden, so dass er für die Zukunft den gesamten Parcours stehen lassen kann. «Wir werden diesen nur während eines Weltmeisterschaftswochenendes als Parcours benutzen, die übrigen 51 Wochen bleibt es Weideland für die Kühe des Landbesitzers», verspricht der umsichtige Macher.

Der Bülacher Jeremy Seewer auf Suzuki verpasste an seinem Heimrennen im Vorjahr den Tagessieg äusserst knapp. Klar ist er auch heuer in Frauenfeld das Schweizer Zugpferd. Zurzeit liegt er auf dem zweiten WM-Rang. Diese Saison will er ganz nach oben und erklärt den WM-Titel der Kategorie MX 2 als sein selbst gestecktes Ziel. Ebenfalls gesetzt sind die zwei Romands Arnaud Tonus auf Yamaha und Valentin Guillot auf Honda. Beide fahren in der Königsklasse MXGP.

Der Toggenburger Cyrill Scheiwiller plante, auch dieses Jahr am MXGP in Frauenfeld teilzunehmen. Durch einen Trainingsunfall zu Beginn dieses Jahres ist er körperlich noch zu wenig fit. Läufe der Schweizer Meisterschaft bestreitet er hingegen. Aus Lütisburg wird der 17-jährige Maurerlehrling Nico Seiler auf KTM in der Klasse MX2 antreten. «Mich im Zeittraining für die Läufe zu qualifizieren wäre toll. Und dann einfach fahren», beschreibt er seine Absicht. Nico Seiler fährt in der Schweizer Meisterschaft in der MX 2 Klasse und belegt bei fünf von zehn ­gefahrenen Rennen den hervorragenden dritten Rang. «Ich möchte Motocross-Profi werden», äussert er sich zu seinem Berufswunsch.