Mosnang sucht den Präsidenten

MOSNANG. Die CVP Mosnang will bei der überparteilichen Findungskommission zur Suche nach einem neuen Gemeindepräsidenten nicht mitmachen und agiert auf eigene Faust.

Ruben Schönenberger
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Über Bernhard Grafs Nachfolger entscheidet das Mosnanger Stimmvolk am 25. September. (Bild: Matthias Giger)

Über Bernhard Grafs Nachfolger entscheidet das Mosnanger Stimmvolk am 25. September. (Bild: Matthias Giger)

Der Mosnanger Gemeindepräsident Bernhard Graf tritt Ende 2016 nach 24 Jahren zurück. Über seinen Nachfolger entscheidet das Stimmvolk am 25. September. Schon jetzt wird in Mosnang aber nach geeigneten Personen gesucht. Und das gleich doppelt. Sowohl die CVP als auch eine überparteiliche Findungskommission mit FDP und SVP wollen einen Nachfolger für Graf finden. Dabei hatte es noch im Herbst letzten Jahres nach einem gemeinsamen Vorgehen ausgesehen.

Arbeitsgruppe Gemeindemodell

Am Anfang der Suche stand die Arbeitsgruppe Gemeindemodell. Nach Grafs Rücktrittsankündigung wollten sich die drei Ortsparteien CVP, FDP und SVP zuerst grundlegende Gedanken zur Gemeinde und vor allem zur Funktion des Gemeindepräsidenten machen. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin solle vermehrt den Fokus auf die Führung der Gemeinde und die regionale Vernetzung legen können, waren sich die Teilnehmer der Arbeitsgruppe einig.

Durch den Wegfall von klassischen Verwaltungstätigkeiten kann das Pensum auf 80 Stellenprozente reduziert werden. Allenfalls wäre eine Aufstockung um die restlichen 20 Stellenprozente als Nebenamt möglich. Die Suche nach einer geeigneten Person solle eine Findungskommission übernehmen, entschloss die Arbeitsgruppe. So weit, so einig.

Am ersten Treffen dieser Findungskommission scherte die CVP aus. «Wir hatten grundlegend unterschiedliche Vorstellungen zur Aufgabenerfüllung des künftigen Gemeindepräsidenten», erklärt Parteipräsident Pius Bürge diesen Schritt. Das Gemeindegesetz gebe die Aufgaben klar vor. Man müsse entsprechend nach einer Person suchen, die diese erfüllen könne. «Die Findungskommission aber wollte nebst den gesetzlich festgelegten Aufgaben neu zusätzliche Aufgaben für verbindlich erklären. Das widersprach der Auffassung der CVP», so Bürge weiter. Zudem wolle die CVP zuerst eine innerparteiliche Abstützung anstreben und die Mitglieder ins Boot holen. Man wolle verhindern, dass die Parteimitglieder nur noch einen Vorschlag abnicken könnten. Urs Stillhard, Parteipräsident der FDP Mosnang, lässt dieses Argument nicht gelten: «Die Findungskommission will den Stimmbürgern möglichst mehr als einen Kandidaten vorschlagen. Die CVP hätte ihre Vorschläge einbringen und am Schluss die gesamte Auswahl der Findungskommission den Mitgliedern präsentieren können.»

Die FDP und die SVP beschlossen dennoch, an der Findungskommission festzuhalten. Auch der Gemeinderat entschloss sich, der Findungskommission das Vertrauen auszusprechen. «Wir haben einen offiziellen Auftrag. Dieser beinhaltet auch eine limitierte Finanzierung der Rekrutierungsmassnahmen, zum Beispiel für Inserate», bestätigt Stillhard. Ein solches Inserat erschien denn auch im Toggenburger Tagblatt, kurz nachdem bereits eines der CVP erschienen war. Zwei Inserate also, die für das gleiche Amt die richtige Besetzung suchen. In ihnen wird denn auch der Grundkonflikt offensichtlich. Die Findungskommission stellt die Anforderungen an die Person in den Vordergrund. Die CVP betont zuerst die Aufgaben, weil diese ja gegeben seien.

Eigentlich doch einig

Bei der näheren Betrachtung und im Gespräch mit Bürge und Stillhard wird aber schnell klar: So unterschiedlich sind die Vorstellungen der beiden Seiten gar nicht. Beide geben an, Mosnang sei etwas speziell. Man müsse als Gemeindepräsident eine Sensibilität gegenüber den Leuten und den Eigenheiten der Region mitbringen. Auch beim Pensum sind sich die beiden nicht gänzlich uneinig. Die Findungskommission schreibt dieses zwar mit 80 Prozent fest, lässt aber Diskussionsraum. Die CVP erwähnt im Inserat kein Pensum. Erklärtes Ziel sei eine Vollanstellung inklusive Nebenbeamtungen. Und beide wollen die Gemeinde voranbringen.

Die CVP will im Kandidaten «Mut, Entschlossenheit und Durchsetzungsfähigkeit» erkennen können, «um die Herausforderungen und die Entwicklung der Gemeinde proaktiv anzupacken und zu gestalten», wie sie im Inserat ausführt. Stillhard betont für die Findungskommission, dass nach einer Persönlichkeit mit der Bereitschaft nach vorne zu schauen gesucht werde. Er oder sie müsse innovativ sein und eine Strategie erarbeiten können. «Zukunft muss gestaltet werden, sonst werden wir gestaltet», bringt er dieses Anliegen auf den Punkt.

Welcher Kandidat schliesslich das Rennen machen wird, bleibt offen. Die Findungskommission will Ende April ihre Vorschläge veröffentlichen.

Die CVP will im Mai über die geprüften Wahlvorschläge informieren und die CVP-Mitglieder über die Nomination entscheiden lassen. Erst dann beginnt der eigentliche Wahlkampf.

Urs Stillhard Parteipräsident FDP Mosnang (Bild: pd)

Urs Stillhard Parteipräsident FDP Mosnang (Bild: pd)

Pius Bürge Parteipräsident CVP Mosnang (Bild: pd)

Pius Bürge Parteipräsident CVP Mosnang (Bild: pd)

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