MOSNANG: Liebe hinter Gittern

Im Massnahmenzentrum Bitzi in Mosnang soll ein Zimmer eingerichtet werden, in dem sich Insassen mit der Partnerin oder der Familie treffen können. Der Anstoss kommt von der nationalen Kommission zur Verhütung der Folter.

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Im Massnahmenzentrum Bitzi soll ein Zimmer eingerichtet werden, wo sich Partner alleine treffen können. (Bild: Urs Jaudas)

Im Massnahmenzentrum Bitzi soll ein Zimmer eingerichtet werden, wo sich Partner alleine treffen können. (Bild: Urs Jaudas)

Gefangene bleiben immer länger im Massnahmenvollzug, sagte Joe Keel, der Leiter des kantonalen Amts für Justizvollzug, gegenüber dem Regionaljournal von SRF. Auf Anregung der nationalen Kommission zur Verhütung der Folter soll deswegen ein Zimmer eingerichtet werden, wo sich Insassen des geschlossenen Vollzugs alleine mit der Partnerin oder dem Partner treffen können.

Auch für Familien
"Es geht nicht um eine Verrichtungsbox, in der Insassen Sex haben können. Mit einem Familienzimmer soll die Beziehung zwischen Insasse und Partnerin, die draussen lebt, gestärkt werden", sagte Keel. Auch zur der Stärkung familiärer Beziehungen im Allgemeinen soll das Zimmer beitragen, etwa wenn eine Familie mit Kindern unter sich sein kann.

Das Familienzimmer soll in den kommenden zwei Jahren eingerichtet werden. (jw)

Liebhaber bestraft

Sex im Mosnanger Massnahmenzentrum Bitzi war jüngst bereits einmal Thema, wie das Regionaljournal von SRF berichtete. Zwei Insassen seien bestraft worden, weil sie beim Geschlechtsverkehr ertappt worden seien. Dieser ist im Gefängnis verboten, wie Joe Keel, Leiter des Amts für Justizvollzug des Kantons St. Gallen, erklärte. Dafür gebe es verschiedene Gründe. Zum einen handle es sich bei Häftlingen oft um Personen mit psychischen Störungen oder Suchterkrankungen, die geschützt werden müssten. Zum anderen könne es sein, dass sich Insassen prostituierten, was das Zusammenleben störe und die Sicherheit und Ordnung gefährden könne. Zudem sei der Strafvollzug nun einmal mit Einschränkungen verbunden, was auch das Sexualleben betreffe. Ein Auftrag des Strafvollzugs sei es auch, Rückfälle oder neue Straftaten zu verhindern. Laut Joe Keel müsse hier insbesondere bei Sexualstraftätern genau hingeschaut werden. Sexuelle Kontakte unter Insassen seien aber Ausnahmefälle. (jw)