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MOSNANG: Gute Beziehungen vorleben ist wichtig

Prisca Walliser, Sexualpädagogin und Hebamme, sprach am Donnerstag bei einem Elternbildungsvortrag zum Thema «Kinder – Körper – Doktorspiele».

Kinder seien von Geburt an sinnliche Wesen, so Prisca Walliser. Sie durchlaufen in den ersten Lebensjahren verschiedene «psychosexuelle» Entwicklungsphasen, entdecken ihren Körper und werden sich bewusst, ein Mädchen oder ein Junge zu sein. Sie stellen Fragen vor allem zu ihrer Herkunft. «Wie bin ich auf die Welt gekommen»? Oder: «Was habe ich im Bauch der Mama zu essen bekommen?» Prisca Walliser beantwortete diese Fragen auf eine natürliche, humorvolle und sehr kompetente Art und Weise. Kindliche Sexualität grenzt sich deutlich ab von der erwachsenen Sexualität. Kinder kennen keine Trennung zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und genitaler Sexualität. Sie sind mit allen Sinnen und mit kindlicher Neugier auf der Suche nach Wohlbefinden. Spielerisch, unbefangen und «absichtslos». Gesellschaftliche Sexualnormen werden erst im Laufe der Kindheit verinnerlicht.

Aber wie soll man reagieren, wenn Vierjährige unter den Augen der Eltern in aller Ruhe mit Doktorspielen beginnen? Nicht alle Kinder wollen beim Doktorspielen mitmachen. Aber wenn sie es tun, sollen sie dafür einen Rahmen haben und es dürfen Grenzen gesetzt werden. Es soll ihnen liebevoll vermittelt werden, dass das Spielen mit den Geschlechtsorganen nicht an die Öffentlichkeit gehört. Kinder sollen auch lernen, im körperlichen und sexuellen Bereich die Grenzen anderer zu respektieren. Kinder entdecken den Körper im Spiel, ob sie miteinander kämpfen oder zärtlich sind.

Wichtig ist es in der heutigen Zeit der ständigen omnipräsenten Sexualisierung auf allen Medienkanälen, den Kindern eine gute Beziehung vorzuleben, betonte Walliser. Eine möglichst natürliche, altersgerechte Sexualaufklärung durch das Elternhaus und ergänzend durch die Schule sei die beste Prävention. Wenn ein Kind zu Hause in einer freundlichen, respektvollen, intimen Atmosphäre aufwachsen kann, wenn es keine Angst vor Bestrafungen haben muss, wenn es über Dinge sprechen kann, die ihm komisch vorkommen, so schützt dies besser als Warnungen. Intimität bedeutet auch, lebenslang lieben lernen. Mit oder ohne Sexualität. (pd)

Nächster Elternbildungsanlass: Dienstag, 25. September, um 19.30 Uhr, im Oberstufenzentrum, Singsaal Mosnang, Kinesiologie mit Kindern; Referentin: Claudia Weideli-Krapf.

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