Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

MOSNANG: Den Sommer in Flaschen abfüllen

Sirup aus verschiedenen Garten- und Wildkräutern ist eine Möglichkeit, den Sommerduft für die Wintermonate zu retten. In Mosnang konserviert Trudy Strassmann einen Teil ihrer Sommererinnerungen in Flaschen.
Adi Lippuner
Trudy Strassmann bereitet in ihrer Küche in Mosnang jeweils in zwei Pfannen Sirup zu. (Bild: Adi Lippuner)

Trudy Strassmann bereitet in ihrer Küche in Mosnang jeweils in zwei Pfannen Sirup zu. (Bild: Adi Lippuner)

MOSNANG. Noch blüht und grünt es im Garten von Trudy Strassmann in bunter Üppigkeit. Gemüse neben Blumen, Kräuter als Kontrast zu Beeren – es ist ein Fest für alle Sinne. Doch mit den morgendlichen Herbstnebeln wird klar, dass die kälteren Nächte ihren Tribut zollen werden. Dies bedeutet, Sommer- und Herbstkräuter sollen geerntet und für den Winter konserviert werden. Trocknen und tiefkühlen sind Möglichkeiten, die von der leidenschaftlichen Gärtnerin rege genutzt werden.

Eine weitere Passion ist das Herstellen von Sirups. «Damit haben wir den ganzen Winter verschiedene Getränke griffbereit und müssen nicht auf industriell hergestellte Produkte zurückgreifen», ist bei einem Besuch zu erfahren. «Ob aufgegossen mit frischem Wasser, gekühltem Mineralwasser oder bei besonderen Gelegenheiten mit einem Prosecco, hausgemachter Sirup ist bei uns immer begehrt», lässt sich die leidenschaftliche Gärtnerin aus Mosnang entlocken. So verwundert es nicht, dass der Vorrat bei Herbstbeginn bereits einige Flaschen Holunderblüten- und Zitronenmelissesirup enthält. Dazu kommen am Produktionsabend noch Goldmelisse-, Minze- und ein Sieben-Wildkräuter-Sirup, sozusagen das Pendent zu den im Garten gepflückten Kräutern. Damit die Arbeit speditiv erledigt werden kann, hat Trudy Strassmann bereits Bügelflaschen gewaschen und bereitgestellt. Auch die verschiedenen Kräuter wurden am Vorabend aufgekocht und warten auf die Weiterverarbeitung.

Zwei mögliche Herstellungsarten

«Es gibt zwei Möglichkeiten, um aus Kräutern Sirup zu machen», so die Erklärung. «Entweder mache ich einen Kaltansatz, dann lasse ich die Kräuter aber zwei Tage im Wasser und gebe, je nach Kräuter, ein paar Schnitze Zitrone oder Limette zu. Beim Heissansatz gebe ich die Kräuter ins heisse Wasser und lasse den Ansatz mindestens zwölf Stunden stehen.» Es komme meist darauf an, wie viel Zeit ihr nebst den Aufgaben, welche sie ausser Haus wahrnimmt, und dem Hüten der sechs Enkelkinder für die Verarbeitung ihrer Kräuter bleibt.

Die Kräuteransätze wurden abgesiebt, dann durch ein sauberes Baumwolltuch gefiltert, anschliessend die Flüssigkeitsmenge gemessen und mit der passenden Menge Zucker und etwas Zitronensäure ergänzt (Rezept siehe Zweittext). Dann galt es, mit Geduld und Liebe die Mischungen aufzukochen und unter ständigem Rühren etwas anzudicken. Genau im richtigen Moment mussten die Flaschen mit kochendem Wasser erwärmt werden. «Heisse Flüssigkeit in kalte Flaschen geht gar nicht, das würde das Glas sprengen», so Trudy Strassmann. Während des Kochvorgangs breitet sich in der Küche ein verführerischer Duft aus. Beim Abfüllen des rotglänzenden Goldmelissesirups kommt Vorfreude auf. «Stell dir vor, diesen Sirup in einem dekorativen Glas, etwas gekühltes Wasser dazu und das Getränk dann als Erinnerung an die Sommertage geniessen», schwärmt Trudy Strassmann. Eine Vorstellung, die sich auch auf den Minzesirup und die Sieben-Wildkräuter-Mischung übertragen lässt. Zudem verrät die Mosnangerin, dass jeder Sirup an einem kalten Wintertag auch mit heissem Wasser aufgegossen und als Punsch, allenfalls ergänzt mit einem Zitronen- oder Orangenschnitz, genossen werden kann.

Für den Eigengebrauch oder als Geschenk

Nach dem Erkalten wird jede Flasche mit einem Etikett versehen. Für den Privatgebrauch reicht es zu vermerken, welcher Sirup enthalten ist und in welchem Jahr dieser produziert wurde. Für den Verkauf, sei es ab Haustüre oder am Marktstand, müssen die Zutaten in absteigender Reihenfolge, die Inhaltsmenge, das Produktionsdatum sowie die Haltbarkeit und die Adresse des Herstellers auf der Etikette stehen. Zudem ist von jeder Produktionscharge ein Kontrollblatt zu erstellen. Trudy Strassmann stelle Sirup für den Eigenbedarf oder als Geschenke her. «Mit farbigen Bändern dekoriert, sind dies willkommene Mitbringsel», ist zu erfahren. Zudem könne bei sparsamem Gebrauch eines hausgemachten Kräutersirups der Zuckerkonsum, wie er sonst bei industriell hergestellten Süssgetränken entstehen würde, stark eingeschränkt werden.

Adi Lippuner Wildhauser Kräuterfachfrau (Bild: PD)

Adi Lippuner Wildhauser Kräuterfachfrau (Bild: PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.