Mosliger Vernetzungsprojekt wird vorgestellt

Der Bund unterstützt finanziell die Schaffung, Bewirtschaftung und Vernetzung von ökologisch wertvollen Ausgleichsflächen. Mosnang und Bütschwil haben ein solches Projekt in Auftrag gegeben und stellen dieses am 3. Oktober im Oberstufenzentrum Mosnang vor.

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mosnang/bütschwil. Am 1. Mai 2001 trat die sogenannte Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) des Bundes in Kraft. Ihr Ziel ist die Förderung der Qualität und Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft. Dadurch soll die natürliche Artenvielfalt erhalten und vor allem aufgewertet werden. Aus diesem Grund unterstützt und fördert der Bund ökologische Ausgleichsflächen von besonderer biologischer Qualität und deren Vernetzung auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch entsprechende Finanzhilfe.

Das Projekt Mosnang

Die durch eine lange gemeinsame Grenze mit der Gemeinde Mosnang verbundene Nachbargemeinde Kirchberg verfügt im Rahmen der Interkantonalen Regionalplanungsgruppe Wil bereits über ein Vernetzungsprojekt. Diese Tatsache bewog den Mosliger Gemeinderat zur Annahme, dass ein solches auch für das stark landwirtschaftlich geprägte eigene Gemeindegebiet von Interesse sein könnte.

Weil das Thema gleichzeitig auch in Bütschwil aktuell wurde, entschied sich die Gemeinde Mosnang nach sorgfältiger Prüfung und in Abstimmung mit Bütschwil, das Büro Stierli und Partner AG mit der Erstellung eines Vernetzungskonzepts für beide Gemeindegebiete zu beauftragen und so die Basis für beitragsberechtigte Flächen zu schaffen.

Was heisst Vernetzung?

Im Zusammenhang mit der ÖQV versteht man unter Vernetzung ein räumliches Verbundsystem von verschiedenen wertvollen Lebensräumen in der Kulturlandschaft. Grossflächige Lebensräume bilden die Grundeinheit eines solchen Verbundsystems. Sie dienen Pflanzen- und Tierpopulationen als Dauerlebensräume, sogenannte Kerngebiete. Dazwischen liegende, zeitweise besiedelbare Flächen werden als Trittsteine bezeichnet.

Wanderfreundliche Verbindungswege zwischen Dauerlebensräumen und Trittsteinen werden als Korridore beschrieben. Trittsteine und Korridore unterscheiden sich in der Regel durch ihre Form und ihre Grösse. So sind Korridore meist linear und bandförmig ausgebildet. Typisch dafür sind Hecken, Waldrandsäume, Gräben, Bäche, Böschungen und naturnahe Wege. Punktförmige, aber auch flächige Elemente bilden Trittsteine. Erwähnt seien als Beispiele Steinhaufen, Feldgehölze und Tümpel.

Die drei Lebensraumtypen lassen sich aber nicht immer klar voneinander abgrenzen, sondern es gibt dazwischen fliessende Übergänge. Sie finden sich sowohl auf als auch ausserhalb von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Beiträge für die Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen werden nur gewährt, wenn die Flächen nach den Vorgaben eines vom Kanton genehmigten regionalen Vernetzungsprojektes angelegt und bewirtschaftet werden. Ein Vernetzungsprojekt dauert jeweils sechs Jahre.

Ziele des Projekts

Ein Vernetzungsprojekt möchte einerseits ausreichend grosse und dafür geeignete naturnahe Flächen schaffen. Auf der andern Seite wird aber auch auf eine kleinräumige Vielfalt von ineinander verzahnten Lebensräumen geachtet. Eine Vernetzung bringt vor allem für Tiere grosse Gewinne. Sie nutzen auf Grund ihrer Beweglichkeit teilweise sogar mehrere Lebensräume. Sei es durch ihr Verbreitungspotenzial, durch Wanderung, Migration oder durch ihre Mobilität.

Als Beispiele für Migration seien die Laichwanderung von Amphibien oder die jahreszeitlich bedingten Wanderungen von Rothirschen zwischen Sommer- und Winterlebensräumen erwähnt. Von Mobilität wird gesprochen, wenn Tiere im Verlauf einer Jahreszeit oder auch eines Tages unterschiedliche Lebensräume nutzen. Sei es als Plätze für die Jungenaufzucht, als Orte der Nahrungssuche oder als Ruheräume.

Ein Vernetzungsprojekt hat aber nicht nur den Schutz und Erhalt seltener oder in ihrem Bestand gefährdeter Tierarten zum Ziel, sondern umfasst ebenso auch Leit- und Zielarten aus dem Pflanzenreich.

Informationen zum Projekt

Mehr zum Vernetzungsprojekt Mosnang ist am Aktionstag am Sonntag, 3. Oktober, im Oberstufenzentrum Mosnang zu erfahren.

Eine kleine, aber effiziente Ausstellung hilft das Verständnis für die Anliegen und Ziele des Projekts zu wecken, zu fördern und zu festigen. Geführte Exkursionen in ein dorfnahes Kerngebiet runden den Anlass ab. Näheres dazu ist nächste Woche zu erfahren. (pd)