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Dieses Hotel öffnet seine Türen nur für zwei Tage

2018 ist das internationale Jahr des Kulturerbes. Es will die Bedeutung der regionalen Schätze für die Gesellschaft sichtbar machen. Im Appenzellerland beherbergt die leer stehende Pension Nord in Heiden an diesem Wochenende den Anlass.
Karin Erni
So sah die Pension Nord aus, als hier noch Touristen ein- und ausgingen. (Bild: PD)

So sah die Pension Nord aus, als hier noch Touristen ein- und ausgingen. (Bild: PD)

Die Ämter für Kultur und die Denkmalpflegestellen von Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen spannen zusammen: Mit gemeinsamen Anlässen machen sie auf besonderes Kulturerbe in der Region aufmerksam. Am kommenden Samstag öffnen sich dazu die Türen der leer stehenden Pension Nord in Heiden. Das umgebaute Appenzeller Bauernhaus an bester Lage hat seit den 1860er-Jahren internationale Kurgäste empfangen. Seit 2012 ist der Gastbetrieb geschlossen und harrt der weiteren Entwicklung.

Unter dem Motto «Molkenkur und Architektur» wird am 15. September mit verschiedenen Veranstaltungen dem ehemaligen Treiben im Gästehaus nachgespürt. Einen Blick in die Gegenwart und in die Zukunft wirft am Nachmittag die Vortragsreihe «Lust auf pure Gastlichkeit – Architektur des Verwöhnens». Sie lädt dazu ein, mehr über die Wechselbeziehungen zwischen Tourismus und Architektur zu erfahren.

Kulturgüter als neue Tourismusmagnete

Unter den namhaften Referenten ist auch Jürg Schmid, ehemaliger Direktor von Schweiz Tourismus und heute selbstständiger Tourismusexperte. Er hält einen Vortrag mit dem Titel «Runterfahren. Abschalten. Vergessen. Haben unsere Gäste wirklich Lust auf Architektur?» Im Gespräch mit Jürg Schmid wird schnell klar, dass die Frage mit Ja beantwortet werden kann. Architekturtourismus sei ein wachsendes Segment und die Leute, die mit diesem Ziel reisten, seien eine spannende Klientel. Die Schweiz verfüge zwar über keine architektonischen Leuchttürme, so der Touristiker. «Wir haben keinen Eiffelturm, kein Guggenheim Museum und keine Elbphilharmonie, wo die Massen hinpilgern.» Dafür könne unser Land mit breiter architektonischer Qualität, intakten Ortsbildern und gelebtem Brauchtum punkten. Diesen Juwelen gelte es Sorge zu tragen, sie zu hegen und zu pflegen. Die wachsende Globalisierung bringe überall immer mehr vom Gleichen, so Schmid. «Da gewinnen Werte wie Authentizität, Ursprünglichkeit und Echtheit als Gegentrends zunehmend an Bedeutung.» Einmalige Kulturgüter könnten aber – wie der Fall «Aescher» zeige – durch die massenhafte Verbreitung in den sozialen Medien bedroht sein. Beim «Aescher» bilde die Seilbahn glücklicherweise eine natürliche Dosieranlage für die Touristenströme, so Schmid.

Denkmalpflege stellt sich Publikumsfragen

Weitere Programmpunkte an diesem Anlass in der Pension Nord sind zwei Ausstellungen, die von 10 bis 19 Uhr geöffnet sind. Die eine befasst sich mit dem Wandel vom Bauernhaus zum Kurhotel, die andere will einen Blick auf die ungeschönte Realität im Tourismusgeschäft werfen. Von 10 bis 12 Uhr betreibt die kantonale Denkmalpflege ein «Sprechzimmer». Die neuen Leitenden Vreni Härdi und Hans-Ruedi Beck beantworten Fragen der Besucher. Um 10.30 und 18.15 Uhr steht eine Führung zum Outdoor-Boutique-Hotel Fernsicht auf dem Programm. Individuelle Besichtigungen sind durchgehend möglich. Von 13.30 bis 16.30 Uhr zeigt das Museum Heiden zwei Filme zur Kurortsgeschichte von Heiden im 19. Jahrhundert.

Die Pension Nord und die Ausstellungen können auch am Sonntag, 16. September, besichtigt werden. Detailliertes Programm: www.ke2018.ch.

Hinweis: Weitere Kulturerbe-Anlässe am 15. September: «Vo äägelige Lüüt» – und anderen Dorfgeschichten. Öffentliche Führung, 14 Uhr, im Appenzeller Volkskunde Museum Urnäsch, Bauernmarkt. Zeughausplatz Teufen: Schafschau, 9.30 Uhr

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