MOGELSBERG: Schwarze statt rote Zahlen in der Gemeinde Neckertal

Die Gemeinde Neckertal verzeichnet in der Rechnung 2017 eine Besserstellung von 1,14 Millionen Franken und deutet eine Steuerfusssenkung an.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Der neue Bushof in Brunnadern war 2017 mit 730 470 Franken das grösste Investitionsvorhaben der Gemeinde Neckertal. (Bild: Martin Knoepfel)

Der neue Bushof in Brunnadern war 2017 mit 730 470 Franken das grösste Investitionsvorhaben der Gemeinde Neckertal. (Bild: Martin Knoepfel)

Wenn sich die Rahmenbedingungen für den Gemeindehaushalt nicht änderten, sei eine Steuerfusssenkung aufs Jahr 2019 möglich. Zu diesen Rahmenbedingungen zähle unter anderem der Finanzausgleich. Das sagte Gemeindepräsidentin Vreni Wild (Wald-Schönengrund) an der Bürgerversammlung der Gemeinde Neckertal am Mittwochabend in Mogelsberg.

Der Hintergrund der verheissungsvollen Ankündigung: Die laufende Rechnung der Gemeinde Neckertal schliesst fürs vergangene Jahr mit einem Gewinn und einer Besserstellung von 1,14 Millionen Franken ab. Die Einnahmen erreichten 25,8 Millionen Franken, während 24,7 Millionen Franken ausgegeben wurden. Der Gewinn fliesst wie beantragt ins Eigenkapital. Das beschlossen die Bürger einstimmig und folgten so dem Antrag von Gemeinderat und Geschäftsprüfungskommission (GPK). Das Eigenkapital steigt auf rund 3,8 Millionen Franken.

Zahlen, ohne über die Ausgaben abzustimmen

Die Gemeinden würden sich gegen zusätzliche Belastungen, etwa im Zusammenhang mit der Reform der Unternehmenssteuer, wehren. Die Rechnung des Kantons würde anders aussehen, wenn er seine Abschreibungspraxis änderte, sagte Vreni Wild an. Sie erinnerte auch daran, dass Gemeinden, die kein Bauland auszonen müssen, finanzkräftige Zuzüger anziehen können. Die Gemeinde Neckertal wird laut Geschäftsbericht rund 6,3 Hektaren Bauzonen verlieren. Zur Zukunft der Post in Brunnadern kann man an gleicher Stelle lesen, dass die zweite Jahreshälfte als frühestmöglicher Termin für die Umstellung auf eine Postagentur vorgeschlagen worden ist.

Die Strukturen im Neckertal seien noch nicht optimal, sagte die Gemeindepräsidentin. Die Einzugsgebiete von Gemeinden und Schulen überlappten einander. Das führt laut Vreni Wild dazu, dass die Steuerzahler unter Umständen Investitionen mitfinanzieren müssen, über die sie nicht abstimmen können.

Der Gemeindepräsidentin schweben für 2019 Grundsatzabstimmungen über eine Fusion respektive eine Einheitsgemeinde vor. Das verpflichte lediglich die Gemeinderäte, die Unterlagen zur Fusion erarbeiten müssten. Wann die Fusion vollzogen werde, würden die Stimmbürger später entscheiden. Eine Fusion sei auch kein Sparprogramm, versicherte Vreni Wild. In der Umfrage blieben Wortmeldungen zum Thema Einheitsgemeinde aus.

Der Gewinn in der Laufenden Rechnung resultiert aus einer Kombination von höheren Einnahmen und tieferen Ausgaben als budgetiert. Die Ausgaben für die Gesundheit, und hier vor allem für die Pflegefinanzierung, sowie für die Soziale Wohlfahrt überstiegen dagegen das Budget. Der Finanzbedarf der Schulgemeinden Neckertal und Oberes Neckertal blieb gut eine halbe Million unter Budget. Die Bildung ist mit rund zehn Millionen Franken der grösste Ausgabenposten in der Gemeinderechnung. Aus Steuern und dem Finanzausgleich resultierten höhere Einnahmen als erwartet.

Letztes Jahr erreichten die Investitionen fast 2,4 Millionen Franken. Die Infrastruktur sei in den letzten Jahren saniert worden, sagte Vreni Wild. Jetzt folge eine Phase der Abschreibungen und der Entschuldung. Es gab keine Fragen zur Rechnung.

Plädoyer für einen traditionellen Brunnen

In der Umfrage kritisierte ein Votant den Dorfbrunnen in Mogelsberg. Der Brunnen sei noch nie schön gewesen und solle nicht repariert, sondern mit einem «währschaften» Brunnen ersetzt werden, forderte der Stimmbürger. Vreni Wild wies aber darauf hin, dass der Brunnen der Dorfkorporation Mogelsberg gehört, nicht der Gemeinde.

88 von 2895 Stimmberechtigten waren an der Bürgerversammlung in der Turnhalle Mogelsberg anwesend. Das entspricht einer Beteiligung von 3,4 Prozent. Unter den anwesenden Stimmberechtigten wurde wieder ein Früchtekorb verlost. Er ging unter dem Applaus der Versammlung an den Präsidenten der GPK, Peter Rhyner. Der Apéro wurde von den Lehrlingen und Lehrtöchtern der Gemeinde organisiert, die so ihre Talente ausserhalb des Berufs unter Beweis stellten.