MOGELSBERG: Konzertanter Frühlingsauftakt

Ein Konzert ohne Titel, und doch war der Grundtenor des Auftritts sofort klar: Aufbruch, Frühling, Kreismusiktag. Zum ersten Mal überhaupt gab die Musikgesellschaft Dicken in der Mogelsberger Kirche ein Konzert.

Michael Hug
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Nach drei Monaten der erste Auftritt: Die «Toggenburger Grünhörner». (Bild: Michael Hug)

Nach drei Monaten der erste Auftritt: Die «Toggenburger Grünhörner». (Bild: Michael Hug)

«Festliche Intrade» – ein Stück, des Öfteren gespielt, wie der Titel verheisst, zu Beginn von Festen, Gottesdiensten oder zum Auftakt von Konzerten. Das «Intro», wie es auf Neudeutsch heisst, soll einstimmen, auffrischen, aufrütteln, aufwecken mitunter. So wie der Frühling, der begonnen hat und sein freundliches Gesicht am Samstagnachmittag nach einem grauen Morgen dann doch noch blicken liess. Wie der eintretende Frühling hörte und fühlte sich das ganze einstündige Konzert an am frühen Abend zu Mogelsberg.

Zum ersten Mal überhaupt, so Daniel Wagner, der Präsident der Musikgesellschaft Dicken, spielte die MG in der Mogelsberger Kirche: «Sozusagen das erste Fernkonzert.» Kirchen gibt es in der Gemeinde Neckertal mehrere, doch in Dicken selbst steht keine. Weil ein Blasmusikkonzert in grossen Räumen einfach besser tönt, suchen Orchester solche Gelegenheiten. Die MG Dicken bekam also Gastrecht in Mogelsberg, und die einen wie die anderen, Dickler wie Mogelsberger, liessen sich die Gelegenheit zum «festlich konzertanten Blasmusikkonzert» nicht entgehen. Zumal auch eine ganz neue, erst drei Monate alte Nachwuchsformation auftreten würde.

Das von Michel von Niederhäusern geleitete Jugendmusik-Nachwuchsensemble Grünhörner nutzte die Gelegenheit, vier kurze, moderne Stücke erstmals vor Publikum zu spielen. Die Stücke aus der Popmusik, «Ruby Tuesday» oder «Tragedy», leiteten über zur «grossen» MG, die, ebenso am Puls der Zeit, sich Stücken mit englischen Titeln bediente, doch nicht solcher aus dem Popbereich, sondern der modernen Blasmusik. «Fascinating Swiss Wind Music» hiess so ein Stück, geschrieben zum 150-Jahre-Jubiläum des Blasmusikverbandes, «Swiss Mountain Village» ein anderes, komponiert zu Ehren des Walliser Bergdorfs Törbel. Kompositionen, die erst in jüngster Zeit geschrieben wurden und die Frage hinterlassen, warum moderne Schweizer Kompositionen eigentlich englische Titel tragen müssen.

Doch für das Konzert spielte dies keine Rolle. Im weiteren Verlauf widmeten sich die Dickler Musikerinnen und Musiker traditionellen Stücken wie «Blasmusik macht Laune» oder adaptierten Klassikmelodien wie «Young Amadeus». «He’s Got The Whole World (In His Hands)» – notabene ein weiteres Werk mit englischem Titel – wurde zum Schluss vorgetragen. Das Stück aus dem Jahr 1927 ist eigentlich ein Spiritual, ein Gospel, und passt stets gut in eine Kirche. Die MG spielte es als Marsch – was der erwähnten Frühlingsauftaktstimmung mitnichten Abbruch tat, sondern tüchtig Vorschub leistete. Zugleich war das Konzert aber auch die letzte öffentliche Auftrittsmöglichkeit vor dem grossen Fest, dem Kreismusiktag am 6. Mai ebenda. «Swiss Mountain Village», die Komposition von Mario Bürki, wurde von der MG Dicken als Wettbewerbsstück einstudiert und war der eigentliche Grund für das Konzert. Gesponsert wurde es vom langjährigen Paukisten Gottfried Meier, der im letzten Jahr schweren Herzens aufgrund seiner altersbedingten körperlichen Verfassung den Rücktritt als aktives Mitglied erklärte.

Michael Hug

redaktion

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