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MOGELSBERG: In der Fastenzeit wird die Kirche zur Baustelle

Der Künstler Det Blumberg verwandelt während der Fastenzeit den Innenraum der Kirche in eine «Baustelle». Dieses ökumenische Projekt soll die Menschen zum Nachdenken anregen, aber auch zum Mitgestalten.
Sabine Schmid
Raum für Diskussion und Nachdenken: Die Mesmerin Rita Harb und der Künstler Det Blumberg in der Kirche Mogelsberg unter dem Dornenkranz, der zur Installation «Baustelle Kirche» gehört. (Bild: Sabine Schmid)

Raum für Diskussion und Nachdenken: Die Mesmerin Rita Harb und der Künstler Det Blumberg in der Kirche Mogelsberg unter dem Dornenkranz, der zur Installation «Baustelle Kirche» gehört. (Bild: Sabine Schmid)

Das (gewohnte) Bild tritt in den Hintergrund und lässt Raum für etwas Neues. So umschreibt der in St. Peterzell wohnhafte Künstler Det Blumberg seine Installation, die während der Fastenzeit in der paritätischen Kirche Mogelsberg zu sehen ist. Mit Plastikfolie hat er die Bilder der vierzehn Kreuzwegstationen eingepackt. Auf sechs von ihnen stehen Begriffe, die den Betrachter zum Nachdenken anregen sollen. Nachdenken nicht nur über sich, sondern auch über die Kirche. «Wie bei der Reformation vor 500 Jahren tritt das Bild zu Gunsten des Wortes in den Hintergrund», sagt Det Blumberg.

Auseinandersetzung mit der Kirche

Die Kirche müsse jetzt einen Wandel vollziehen, bevor es zu spät sei, findet der Künstler. Das drückt er mit dem Begriff auf dem ersten Bild aus. «Die Veränderungen, die in der Kirche jetzt anstehen, sind auch eine Chance», ist Det Blumberg überzeugt. Mit der «Kirche» meint er bewusst die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Konfession. Darum nennt er die paritätische Kirche Mogelsberg als idealen Ort für seine Installation. Diese Kirche also, entspreche nicht mehr den Bedürfnissen aller Gläubigen und darum würden viele «eine Leere in der Lehre spüren», glaubt er. Eine mögliche Lösung sei die Umkehr, die zu einem Aufbruch führe. Mit einem weiteren Bild ruft der Künstler dazu auf, achtsam zu sein. Der Wandel erfordere, dass man bewusst hinblicke. Achtsam sollen die Menschen aber auch im Umgang miteinander sein. Hinter allem stehe die Frage «Wohin?». Det Blumberg stellt bewusst diese Frage auf einem der letzten verhüllten Bilder. Diese Frage betreffe aber nicht nur die Kirche und den Glauben, sondern alle Menschen.

Es werde in dieser Fastenzeit nicht alles in Frage gestellt und umgekehrt, sagt Det Blumberg. Bewusst hängt das Hungertuch vor dem Hauptaltar. Davor ist eine grosse Dornenkrone aus Plastik angebracht. Er wolle damit das Bild des leidenden Christus in einer neuen Form in die Mitte stellen, erklärt Det Blumberg. Für die Dornenkorne habe er Abfall recyclet, um auf einen bewussteren Umgang mit Ressourcen hinzuweisen. Auf dasselbe, wie das Hungertuch hinweist.

Interessante Entwicklung durch Zusammenarbeit

Det Blumberg hat für seine Installation den Namen «Baustelle Kirche» aus mehreren Gründen gewählt. Zum einen, um damit auf einen Umbruch hinzuweisen. Zum zweiten, weil er die Bilder so verhüllt hat, dass sie wie auf einer Baustelle aussehen. Zum dritten deutet der Name darauf hin, dass das Projekt eine Zusammenarbeit und auch noch nicht abgeschlossen ist. Det Blumberg arbeitete für die Ausstellung mit der Mesmerin Rita Harb zusammen. «Wir haben miteinander interessante Gespräche geführt und die Dornenkrone so entwickelt. Das war wesentlich für das Projekt.» Rita Harb hat die Zusammenarbeit und den damit gewonnenen Einblick ins Kunstschaffen sehr geschätzt. Sie sei sehr beeindruckt gewesen von Det Blumbergs Arbeitsweise, sagt sie. Vor allem gefällt ihr die LED-Lichterkette, die sie in den Dornenkranz eingearbeitet haben. Das sei aufwendig gewesen, aber es habe sich gelohnt. Det Blumberg spricht diesbezüglich vom Reiz, sich auf etwas Neues einzulassen und zu merken, dass es gut werde. Für ihn ist Kunst ein Dialog, und mit der Installation will er auch den Dialog unter und mit den Menschen fördern. Aus diesem Grund lädt er Menschen in die Kirche ein, die über die Installation sprechen und diese auch weiterentwickeln (siehe Box). Die Installation «Baustelle Kirche» ist bis zum Karfreitag in der paritätschen Kirche Mogelsberg zu sehen.

Kunstprojekt weiter entwickeln

Wie es der Name «Baustelle Kirche» andeutet, ist das Kunstprojekt in der paritätischen Kirche Mogelsberg nicht abgeschlossen. Künstler Det Blumberg lädt deshalb alle Interessierten am Donnerstag, 1. März und zwei Wochen später, am 15. März, ein, um bei einem Arbeitsapéro zu diskutieren. Er lasse es zu, dass an diesen Abenden die Installation umgestaltet oder erweitert werde, sagt Det Blumberg. Jeder dürfe seine Ideen einbringen, und wenn es sich technisch machen lasse und das Gesamtwerk nicht gänzlich zerstöre, werde die Idee gleich umgesetzt. Werkzeug werde er zu den beiden Terminen jeweils mitnehmen, verspricht Det Blumberg.

Diskussion über die Installation am 1. und 15. März, jeweils um 20 Uhr, in der paritätischen Kirche Mogelsberg.

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