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MOGELSBERG: Frühlingsblues und ein Präsidentenwechsel

"Walt’s Bluesbox & the Upperclass Windmachine" hat den Frühling zelebriert und den Winter vertrieben. Eine Veränderung gab es im Vorstand des Veranstalters "Kultur in Mogelsberg".
Michael Hug
Der Neo-Toggenburger Walter Baumgartner beim Auftritt bei Kultur in Mogelsberg mit der «Upperclass Windmachine» mit Phil Powell, Raffi Lunardi und Roman Weissert (von links). (Bild: Michael Hug)

Der Neo-Toggenburger Walter Baumgartner beim Auftritt bei Kultur in Mogelsberg mit der «Upperclass Windmachine» mit Phil Powell, Raffi Lunardi und Roman Weissert (von links). (Bild: Michael Hug)

Gleich zwei kulturelle Events fanden am Samstag in Mogelsberg statt. Kurz vor dem Abendessen wurde im «Steinwäldli» vor vorab einheimischem Publikum der Toggenburger Kulturwanderpreis an den Ebersoler Künstler Kurt Schär übergeben. Gute zwei Stunden später fand sich im Gasthaus Rössli auf Einladung des Vereins Kultur in Mogelsberg (Kim) das kulturaffine – eher auswärtige – Publikum zum Blueskonzert des Toggenburg-Zuwanderers Walter Baumgartner ein. Derweil der Erstere vor sechs Jahren aus Ennetbüel nach Ebersol, einem Ortsteil von Mogelsberg, gezogen ist, dislozierte der St. Galler Musiker unlängst nach Ennetbüel. Manchmal schliessen sich Kreise und neue öffnen sich.

Ralph Jaegle, neuer Präsident des Vereins Kultur in Mogelsberg. (Bild: Michael Hug)

Ralph Jaegle, neuer Präsident des Vereins Kultur in Mogelsberg. (Bild: Michael Hug)

Neu ist beim Kim der halbe Vorstand. Als neuen Präsidenten fand der Verein in letzter Minute Ralph Jaegle aus Nassen. Er ersetzt Katharina Keller, die das Präsidialamt 13 Jahre versah.


Verdienst als Mundharmonikalehrer

Doch nun zu «Walt’s Bluesbox». Der St. Galler Blues-Harp-Virtuose Walter Baumgartner ist kein Unbekannter in der Blues-Szene dieses Landes. Drei Mal wurde er für den Swiss Blues Award nominiert, bevor er ihn 2016 erhielt. Dabei ist der 52-Jährige ein Spätzünder, er widmete sich erst mit 30 Jahren der Musik, im Speziellen dem Blues. Er liess seinen angestammten Beruf, Betriebsökonom, vor fünf Jahren ganz sausen. Als Mundharmonikalehrer verdient er jetzt hauptsächlich sein Geld und steigt Abend für Abend auf die Bühnen der Blues-Locations der Schweiz und im nahen Ausland.


Musiker mit umfassendem Portfolio

Eine ganze Reihe Bandprojekte hat Baumgartner im musikalischen Portefeuille: «Acoustic Blues Drifter», «4some Blues» und eben «Walt’s Bluesbox» heissen seine Bands, ab und an hält er auch bei «Ray Fein and Friends» mit. Zu seiner fünfköpfigen «Bluesbox» brachte der Neo-Toggenburger am Samstag das Bläser-Trio «Upperclass Windmachine» mit.

Seit einiger Zeit sitzt im Line-Up mit dem jungen Boogie-Woogie-Shooting-Star Elias Bernet ein weiterer St. Galler an den Keyboards. Damit kommen zwei äusserst talentierte Ostschweizer zusammen, die beide ihre eigene Interpretation des Blues zelebrieren, die auf der Bühne genial harmonieren und, dem primären Wunsch jedes Musikers nachlebend, stets nicht viel mehr als einen überaus tollen Abend erleben wollen.


Walter Baumgartner, der Zweite

Bernet und Baumgartner, das bedeutet Boogie Woogie, Blues und Blues Harp und schliesslich, ab dem vierten Stück, auch Bläser. Die Gelegenheit mitzuwippen, gedanklich oder mit dem Hintern. Ein Teil des Publikums tat es und tanzte. Ein umfassender Musiker ist dieser Baumgartner, dabei liegt für manchen Zuhörenden ein musikalischer Schluss nahe – doch weit gefehlt: Walter Baumgartner, der Zweite, ist nicht der Walter Baumgartner aus dem Rheintal, der auch als Komponist schweizweit Berühmtheit erlangte (und deshalb auch einen Wikipedia-Eintrag hat, was der junge Baumgartner nicht vorweisen kann) und Lieder für Vico Torriani und Lys Assia oder Filmmusik für Kurt Früh schrieb. Jener Walter Baumgartner ist 1997 im Alter von 93 Jahren sanft entschlafen. Der heutige Walter Baumgartner lebt, und dies quickfidel, wie das Publikum an diesem ersten richtigen Frühlingstag in Mogelsberg erleben konnte.

«Ich bin wirklich als Notnagel eingesprungen»

Der Nassener IT-Supporter Ralph Jaegle ist neuer Präsident des Vereins Kultur in Mogelsberg (KiM). Seine Kandidatur ging wenige Stunden vor der Hauptversammlung ein. Er ist auch Techniker beim KiM und für den Sound bei Konzerten zuständig.

Herr Jaegle, was hat Sie dazu bewogen, sozusagen als «Notnagel»-Präsident des Vereins zu werden?
Ich kenne hier alles schon seit Jahren. Ich komme mit allen gut aus, und – ich bin wirklich als Notnagel eingesprungen, weil ich nicht will, dass der Verein nicht mehr weiter existieren kann.

Wo wollen Sie den Verein Kultur in Mogelsberg in Zukunft hinführen?
Im Moment möchte ich den Ist-Zustand behalten und diesen so weiterführen. Ich habe ein paar Ideen, die ich verwirklichen möchte. So müssen wir den Verein unbedingt verjüngen, im Vorstand, bei den Helfenden und beim Publikum, was bedeutet, wir müssen etwas beim Programm verändern.

Was hätten Sie am liebsten im Programm?
Zum Einen bin ich nicht für das Programm zuständig. Persönlich mag ich aber viele Arten von Unterhaltung, ich bin sehr offen, mag viele Musikstile. Besonders mag ich aber die Atmosphäre hier im Rössli-Saal. (mhu)

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