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MOGELSBERG: Eine Kür um den grössten Lärm und die beste Show

Und wenn’s die Bevölkerung gar nicht merkt: Die Fasnacht ist ausgebrochen, im Fall. Auch in Mogelsberg, wo die heimischen Wilket-Gugger am Freitag die fünfte Jahreszeit einläuteten.
Michael Hug
Die Herisauer Ziegelhöttler eröffneten am Freitagabend mit einer Show-Gruppe die Mogelberger Guggengaudi. (Bild: Michael Hug)

Die Herisauer Ziegelhöttler eröffneten am Freitagabend mit einer Show-Gruppe die Mogelberger Guggengaudi. (Bild: Michael Hug)

Einguggten, vielmehr, mit einer gehörigen Guggengaudi und einer zünftigen Party. Nur scheint es so, als darf das im Dorf niemand hören, schon gar nicht der Winter, den es mit dem Fasnachtsbrauch zu vertreiben gilt. Eingemummt in die Schallschutzfenster der Mehrzweckhalle festeten sie dennoch, die Guggen aus, Moslig, Dicken, Schönengrund, Herisau und Mörschwil.

Es beginnt etwas zäh, trotz tröten und tanzen

Doch die Gaudi beginnt etwas zäh. Um neun Uhr ist noch nicht einmal die halbe Halle voll. Die voll-, halb-, und gar nicht maskierten Partygänger bummeln noch vom Bahnhof hoch. Trotz Tröten und Tanzen mit den «Ziegelhöttlern», die mit vier Cheerleader-Girls versuchen, die Stimmung aufzuheizen, wird es noch nicht heiss, aber laut. Natürlich versteht man dabei sein eigenes Wort nicht mehr. Was auch nicht nötig ist. Ein Bier bestellt man unter solchen Umständen bei den Girls an der Bar mit einem kräftigen Schrei: «Ä Piieer!» Und schon kommt der kühle Saft. Bei komplizierteren Getränken muss man halt bis zum Guggen-Wechsel warten.

Mit der «Guggengaudi», die eigentlich eine Kür von sechs Guggen um den grössten Lärm und oder die beste Show ist, haben die Wilket-Gugger am Freitag auch ihren 33. Geburtstag begangen. Einst, also 1985, wurde die Gruppe von ein paar Degersheimer Blasmusikern der Musikgesellschaft und einer Handvoll ebensolchen aus Mogelsberg gegründet. Die «Schock-Gugger» hatten sich aufgelöst, von ihnen übernahm man die ersten «Gwändli». Man gab sich den Namen «Alko-Selzer» und es herrschte Frauenaufnahmeverbot.

Männer guggen nicht viel besser

Doch die Mogelsberger Bläserinnen wollten auch guggen. Die jungen Alko Selzer mussten umdenken. Männer guggen nicht viel besser und sie können es auch nicht allein, sagte man sich, und nahm fortan auch Frauen im Verein auf. Aber kaum waren die ersten aufgenommen und stimmberechtigt, bestanden sie auf einem weniger ostentativeren Namen. Naheliegend war die Wilket, der Hausberg, der damaligen Gemeinde Mogelsberg höchste Erhebung. Also: «Wilket-Gugger». So blieb es bis heute und so feiert man jedes Jahr die heimische Fasnacht mit einer Guggen-Gaudi. Dabei geht der Schnapszahl-Geburtstag und das neue Gwändli beinahe unter. Um das zu erleben, musste man am Freitag lange ausharren. Erst als die Guggemusig Moslig, die Dickler Gugge, die Bläächi Lömpe aus Schönengrund, die Ziegelhöttler aus Herisau und die Adlerbrüeter aus Mörschwil der Party gehörig eingeheizt hatten, zeigten sich die Mogelsberger Wilket-Gugger im neuen Gwand. Da war’s grad Mitternacht.

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