Möglichst früh in die Berufswelt einführen

Seit vier Jahren wird an der Oberstufe ein Projekt durchgeführt, um Jugendliche an die Arbeitswelt heranzuführen. Der Verantwortliche für das Projekt sucht Wochenarbeitsplätze in verschiedenen Branchen.

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Seit vier Jahren werde an der Oberstufe Ebnat-Kappel erfolgreich das Projekt Lift durchgeführt, schreibt Ralf Vogel, Schulischer Heilpädagoge an der Oberstufe Wier. Solche Projekte würden an 150 Standorten in der ganzen Schweiz laufen. Das Projekt führe Jugendliche, die wegen fehlender Sprachkenntnisse oder wegen ihrer Leistungsbeurteilungen nur mit Schwierigkeiten nach der Schule eine Ausbildungsstelle erhalten dürften, möglichst früh in das Berufsleben ein, heisst es weiter. Ralf Vogel sucht deshalb laufend Wochenarbeitsplätze in verschiedenen Branchen.

Im Rahmen des Projekts arbeiteten Schüler der 7. bis 9. Klasse am Mittwochnachmittag freiwillig zwei bis drei Stunden in regionalen Betrieben. Sie übten für einen Lohn von fünf Franken pro Stunde einfache Tätigkeiten aus, heisst es in der Projektbeschreibung. Daneben würden die Jugendlichen einen Kurs zur Förderung ihrer Selbst- und Sozialkompetenz besuchen.

Der Einsatz in einem Betrieb solle jeweils mindestens drei Monate dauern, heisst es weiter. In den Betrieben müsse ein Mitarbeiter die Jugendlichen während deren Tätigkeit betreuen. Ausgewählt würden die Jugendlichen durch die Klassenlehrer und Schulleiter. In Frage kämen für die Teilnahme am Projekt nur Jugendliche. Die Teilnahme an Lift sei freiwillig, die Anmeldung sei aber verbindlich.

Das Projekt sei nicht gleichzusetzen mit einer Schnupperlehre, schreibt Ralf Vogel. «Den vorbereiteten Jugendlichen können einfache repetitive Tätigkeiten übergeben werden. Lift-Jugendliche arbeiten also produktiv und können dadurch entlastend wirken.» Allenfalls könnten die Betriebe sogar einen zukünftigen Lehrling oder eine Lehrtochter kennenlernen.

Von beiden Seiten positiv beurteilt

Die Arbeiten, die die Jugendlichen in den Betrieben verrichteten, würden einerseits von den Betrieben geschätzt. Andererseits werde der Einsatz von den Jugendlichen ausserordentlich positiv beurteilt. Es werde ihnen bewusst, dass sie dadurch eine einmalige Chance im Hinblick auf den Einstieg in die Berufswelt erhalten würden. Die Arbeitsbestätigungen und -beurteilungen verbesserten die Chancen bei der Lehrstellensuche markant, da diese Bewerbungen beigelegt werden können. Grundsätzlich sind für die Jugendlichen einfache, praktische und leichte sich wiederholende Arbeiten wie Einräumen, Ordnen, Auspacken, Aufräumen, Archivieren oder Reinigen geeignet. (pd)