Modische Linie mit schrägem Streifen

Leider war die Meldung nur teilweise bebildert. Sie kam vor zwei Tagen und hätte etwas grösser veröffentlicht werden dürfen.

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Leider war die Meldung nur teilweise bebildert. Sie kam vor zwei Tagen und hätte etwas grösser veröffentlicht werden dürfen. Sie ging einher mit landesweitem Aufatmen und mit Entwarnung bei jenen, die befürchtet hatten, wir müssten nach einer Häufung von lausigen Auftritten mit verlausten Trikots in die nächste Qualifikation starten. Es geht um die Fussball-Nationalmannschaft und deren Outfit. Der Ausrüster hat am Dienstag die neue Kollektion der Heim- und Auswärtstrikots vorgestellt.

Dass Rot und Weiss die Hauptfarben sind, kann nicht ganz überraschen. Aber sowohl von der Stoffqualität als auch vom Gestalterischen her bietet die modische Linie textile Garantie, mit dem Neuesten und Besten versorgt zu sein. Die eingefassten Rundkragen gewährleisten genug Halsfreiheit. Die Brustpartie mag im ersten Moment etwas streng daherkommen, dafür ist das Schweizerkreuz fast so gross wie die Nummer auf dem Bauch. Das Logo des Verbandes ist an der rechten Schulter in edle Bordüren eingearbeitet: Der schräge Streifen stellt die optische Erinnerung an schräge Leistungen dar, psychologisch raffiniert nur in leiser Art und nicht in einer Dominanz, die unseren Kickern ein latentes Trauma aufbürdet.

Der Hersteller erwähnt die gegenüber den Vorjahren körperbetontere Linie. Einzigartig sei auch der Hightech-Stoff. Eine Netzstruktur an der Vorderseite und unter den Achseln garantiere hohe Atmungsaktivität und unterstütze die feuchtigkeitsabsorbierenden Eigenschaften des Gewebes. Morgen abend läuft die Schweiz in Holland erstmals mit diesen Trikots ein. Hoffentlich vergessen unsere Models nicht, dass sie primär mit dem Ball etwas Gescheites anfangen sollten. Schade eigentlich, ja unverzeihlich, dass das Oberteil erst jetzt zum Tragen kommt. Vermutlich hätten wir in diesem edlen Zwirn die EM-Ausscheidungsspiele in Montenegro und Wales niemals verloren. Und die Engländer hätten wir zweimal so etwas von aus dem Stadion gespielt.

Lukas Pfiffner