Mobiles Bordell?

Am Rande der Ausstellung arthur#6 in Eschen, die von Kunsthallen Toggenburg organisiert wurde, kam es dieser Tage zu einem handfesten Skandal. Unter den Einwohnenden geht das Gerücht, dass es sich beim Wohnwagen der Künstlerin «Dalia» um ein mobiles Bordell handle.

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Am Rande der Ausstellung arthur#6 in Eschen, die von Kunsthallen Toggenburg organisiert wurde, kam es dieser Tage zu einem handfesten Skandal. Unter den Einwohnenden geht das Gerücht, dass es sich beim Wohnwagen der Künstlerin «Dalia» um ein mobiles Bordell handle. Seit dem Winzerfest, das gleichzeitig mit der Eröffnung von arthur#6, die den verführerischen Titel «Fremd gehen» trägt, stattfand, steht auf einem Parkplatz im Zentrum ein roter Wohnwagen. Noch dazu sind auf dem Wohnwagen Herzchen aufgemalt und die Fenster zugeklebt. Da hat wohl eine «Professionelle» am Winzerfest ihre Dienste angeboten, orakelt die Bevölkerung und eine Dame meint, das sei seltsam, denn dort stehe normalerweise der WC-Wagen. Das «Volksblatt» ging der Sache auf den Grund und fragte Eschener und Eschenerinnen, was sie darin vermuten: «Vielleicht ist es ein Platz für Verliebte, die sich dort einen Heiratsantrag machen können?», sagte eine Schülerin. «Es sind bestimmt Prostituierte drin», meinte eine Frau. Eine ältere Dame, die neben dem Parkplatz wohnt, weiss es genau: «Es macht mich verputzend närrisch, nachts brennt die rote Beleuchtung und ich habe nicht gewusst, was das ist. Aber dann hat man mich aufgeklärt, es sei ein fahrendes Freudenhaus.» Selbstverständlich ist der Wohnwagen kein Bordell, sondern Plattform für die Gesprächsprotokolle, die Daniela Vetsch Böhi alias «Dalia» während zwei Monaten in einem Chatroom im Internet aufgezeichnet hat. Dies festzustellen wäre einfach, sähe man sich die Fenster des Wohnwagens genauer an. Der Wagen ist übrigens abgeschlossen – er kann daher nicht als «Liebesnest« missbraucht werden. (mhu)