Mitten in der Warum-Phase

Papa denkt über den Wechsel der Internetleitung nach, um mehr Leistung zu bekommen. Die typische Frage der Tochter folgt: Warum? Wir blättern zu Hause durch einen der ersten Weihnachtsprospekte. Sofort entdecke ich eine Carrera-Rennbahn.

Roger Fuchs
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Appenzeller Zeitung (Bild: Roger Fuchs)

Appenzeller Zeitung (Bild: Roger Fuchs)

Papa denkt über den Wechsel der Internetleitung nach, um mehr Leistung zu bekommen. Die typische Frage der Tochter folgt: Warum? Wir blättern zu Hause durch einen der ersten Weihnachtsprospekte. Sofort entdecke ich eine Carrera-Rennbahn. Mit einer solche habe Papa als Kind jeweils auch gespielt, sage ich. Warum? Und wieder steht ein Zahnarztbesuch auf dem Programm. Zum Glück nichts Schlimmes, nur die jährliche Routinekontrolle. Die vorderen Zähne würden allerdings immer gelblicher, höre ich von meiner Liebsten. Die Frage der Tochter folgt: Warum? Im Film «Das Dschungelbuch» gilt es für die tierischen Freunde von Mogli, ihn aus den Fängen der Affen zu befreien. Dabei stürzt das ganze Affenhaus ein. «Papa, kann unser Haus auch einstürzen?», fragt mich die Tochter. «Natürlich nicht», kriegt sie von mir zu hören. Warum? Wir fahren als Familie wieder einmal auf den Säntis. Die Kinder freuen sich ob des ersten Schnees. Von mir gibt es den Hinweis, sie sollen sich nicht überanstrengen, hier oben in der dünnen Luft würde man viel schneller müde als zu Hause. Und siehe da, auch der Sohn beherrscht die Frage: Warum? Es ist eine meiner Angewohnheiten, zu Chäshörnli, zu Spaghetti oder anderen Teigwaren auch eine Büchse Apfelmus zu öffnen. Ich habe mich von klein an irgendwie an diese Kombination gewöhnt. Keine Frage, die Kinder wollen wissen warum. Und wieder ist Herbstzeit. Dabei schleicht auch der Nebel um die Häuser. Eines beschäftigt die Tochter in dieser Situation ganz speziell: Warum kommt heute die Sonne nicht? Die letzten Tage plagt mich eine Erkältung. Insbesondere abends tränen dabei meine Augen. Warum? Wenn ich nicht wüsste, dass alle Kinder die Warum-Phase durchleben, würde ich sagen, hier wachsen regelrechte Nachwuchsjournalisten heran. Wie im Journalistenalltag hilft auch den Kindern nach der Antwort manchmal nur eines. Nachfragen. Warum?