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Mitten in der Nacht startete die Hilfsaktion

Im Appenzellerland simulieren noch bis heute Abend verschiedene zivile und militärische Einsatzkräfte den Katastrophenfall. Über 700 Soldaten stehen im Einsatz. Gestern luden Armee und Behörden zum Augenschein.
Patrik Kobler
In Urnäsch wurde im Rahmen der Übung «Technico 16» eine Klasse evakuiert und beim Sportplatz Feld untergebracht. (Bilder: Patrik Kobler)

In Urnäsch wurde im Rahmen der Übung «Technico 16» eine Klasse evakuiert und beim Sportplatz Feld untergebracht. (Bilder: Patrik Kobler)

Es war noch früh am Morgen, als Reinhard Eugster gestern eine Forelle aus dem Bach fischte. Allerdings nicht als passionierter Angler, sondern als Oberstleutnant im Generalstab und Chef Regie der Übung «Technico 16», die dieser Tage im Appenzellerland über die Bühne geht. Eineinhalb Jahre haben die Vorbereitungen gedauert. Jetzt gilt es ernst: An nicht weniger als 14 Standorten übt die Armee das Zusammenspiel mit den zivilen Einsatzkräften. Die Ausgangslage: Am vergangenen Dienstag hat um 17 Uhr ein Meteorit eingeschlagen und zahlreiche Verwüstungen im Appenzellerland angerichtet. Weil dieses Ereignis die zivilen Einsatzkräfte alleine nicht bewältigen können, haben sie die Armee zur Unterstützung angefordert. Die Hilfeleistung wird von den knapp 750 Angehörigen des Katastrophenhilfe-Bataillons 4 geleistet. Am Montag sind die Soldaten in die erste WK-Woche eingerückt. Am Mittwoch mussten sie bereits in den Einsatz – und das zum Teil mitten in der Nacht. In Urnäsch musste beispielsweise ein Heim evakuiert werden. Der Sanitätszug machte sich um 1 Uhr in Bronschhofen auf den Weg und errichtete anschliessend beim Sportplatz Feld in Urnäsch eine Sanitäts-Hilfsstelle, in welcher sie die Kinder betreuen und notfallmässig verarzten kann. In Schwellbrunn verlegten die Soldaten ein Stück eines Baches. Reinhard Eugster war vor Ort und rettete dabei die eingangs erwähnte Forelle. In Herisau wiederum benötigte die Feuerwehr 4000 Liter Löschwasser pro Minute. Also erstellten die Soldaten eine zweieinhalb Kilometer lange Schlauchleitung vom Gübsensee bis zum Kreckel hinauf.

Auf Nachhaltigkeit gesetzt

Während die Hilfsstelle und die Schlauchleitung bald wieder abgebaut sind, setzten die Verantwortlichen an 11 von 14 Standorten auf Nachhaltigkeit. Am augenfälligsten wird das in Appenzell, wo Bausappeure beim Ökohof einen Fussgängersteg erstellen. Und zwar eine ansehnliche 27 Tonnen schwere Brücke mit Holzelementen. Heute wird sie mit einem Kran über der Sitter montiert. In Teufen haben die Soldaten ein ehemaliges Munitionslager abgebrochen. Gleichzeitig nutzten die Rettungstruppen diese Gelegenheit, um die Suche nach einem Gebäudeeinsturz zu üben. In der Pressekonferenz im Zeughaus Herisau wurden gestern Liveaufnahmen gezeigt. Anwesend waren auch der Kommandant der Territorialregion 4, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, sowie der Ausserrhoder Sicherheitsdirektor Paul Signer und sein Innerrhoder Pendent, Landesfähnrich Martin Bürki. Hans-Peter Kellerhals zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Übung. Die Zusammenarbeit mit zwei statt nur einem Kanton strich er als Besonderheit und Herausforderung heraus. «Es funktioniert alles friktionslos. Wir verstehen uns blind», sagte er. Signer lobte derweil die Einsatzbereitschaft der Beteiligten: «Die Übung wird als Ernstfall angesehen.» Der Augenschein in Urnäsch, Appenzell und Herisau bestätigte diese Aussagen. Überall standen motivierte Leute im Einsatz. Das liegt wohl nicht zuletzt am Umstand, dass in diesem WK sinnvolle Arbeit geleistet werden kann.

Bei den beiden Appenzell ist die Hilfeleistung jedenfalls hochwillkommen. Paul Signer und Martin Bürki bedankten sich mehrmals für die Unterstützung. Im Gegenzug darf die Armee mit dem zivilen Führungsinformationssystem arbeiten – was gemäss Kellerhals eine wertvolle Erfahrung ist und eine Erleichterung der Arbeit darstellt. Denn es müssen so nicht mehrmals dieselben Informationen beschafft werden. Stattdessen ist alles digital per Computer abrufbar.

Der Innerrhoder Landesfähnrich Martin Bürki und der Ausserrhoder Sicherheitsdirektor Paul Signer standen an der PK Red und Antwort.

Der Innerrhoder Landesfähnrich Martin Bürki und der Ausserrhoder Sicherheitsdirektor Paul Signer standen an der PK Red und Antwort.

Chef Regie: Oberstleutnant im Generalstab Reinhard Eugster hat die Übung seit eineinhalb Jahren vorbereitet.

Chef Regie: Oberstleutnant im Generalstab Reinhard Eugster hat die Übung seit eineinhalb Jahren vorbereitet.

In Urnäsch musste eine Schulklasse evakuiert und ärztlich versorgt werden.

In Urnäsch musste eine Schulklasse evakuiert und ärztlich versorgt werden.

Der Kommandant der Territorialregion 4, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, war gestern Morgen auch auf dem Platz.

Der Kommandant der Territorialregion 4, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, war gestern Morgen auch auf dem Platz.

In Herisau haben die Soldaten einen Gaden abgebrochen und eine Wasserleitung erstellt.

In Herisau haben die Soldaten einen Gaden abgebrochen und eine Wasserleitung erstellt.

Nachhaltige Übung: In Appenzell baut die Armee einen Fussgängersteg.

Nachhaltige Übung: In Appenzell baut die Armee einen Fussgängersteg.

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