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Mitten durch Kiesgrube führt ein Eisenbahntunnel

Die Kiesvorräte im Kieswerk Tal reichen noch für Jahre. Dennoch läutet die Grob Kies AG nun am nahen Büelberg eine neue Abbauetappe ein. Dazu soll ein Tunnel der Südostbahn neu gebaut werden. Das Gesuch liegt bei der Gemeinde zur Einsicht auf.
Michael Hug
Der Büelberg wird sich verändern: Im Vordergrund die jetzige Kiesgrube, dahinter der Weiler Büel mit dem Büelberg (hinten). (Bild: Michael Hug)

Der Büelberg wird sich verändern: Im Vordergrund die jetzige Kiesgrube, dahinter der Weiler Büel mit dem Büelberg (hinten). (Bild: Michael Hug)

Seit 46 Jahren wird im Tal – im Grenzgebiet der Gemeinden Degersheim, Flawil und Herisau – Kies abgebaut.

Die Kiesformationen stammen von Ablagerungen des Rheingletschers, der die Ostschweiz vor rund 24 000 Jahren bedeckte. Nach dem Abschmelzen des Gletschers hinterliess die Eiszunge an vielen Orten Kiesdeponien, die zum grossen Teil bereits ausgebeutet sind. Heute sei die Kiesdeponie im Tal, so Jacques Grob, Verwaltungsratspräsident der Lichtensteiger Grob Kies AG, an einer Informationsveranstaltung in Degersheim vom Donnerstag, eine der letzten Abbaustätten der Ostschweiz. Der Vorrat reiche noch für etwa zehn bis fünfzehn Jahre, doch bereits heute schmiedet Grob Pläne für die Ausweitung des Abbauperimeters.

Sieben Millionen Kubikmeter Kies

Grobs Augenmerk liegt auf dem Gebiet Haslen/Bühlberg oberhalb der jetzigen Kiesgrube Tal. Unter knapp 21 Hektaren Wald und Wiese liegen hier 7 Mio. Kubikmeter Kies und Nagelfluhfels, die die Grob Kies AG in den nächsten Jahrzehnten abbauen möchte. Mitten durch das Gebiet führt ein Tunnel der Südostbahn. Ein Hindernis, dessen Umgehung es für Jacques Grob abzuklären galt. Bei der SOB war man von Grobs Plänen keineswegs unbegeistert. Bis 2020 muss der Tunnel aufgrund von Vorschriften des Bundesamts für Verkehr saniert werden, sagte Jürg Balzan, Projektleiter bei der SOB am Donnerstag. Absehbar sei zudem, wenn auch erst in Jahrzehnten, dass der Tunnel ersetzt werden müsse: «Wir unterstützen darum das Projekt der Grob Kies AG, weil wir dadurch fast gratis zu einem neuen Eisenbahntunnel kommen.»

Der Tunnel gebe nun den Zeitplan vor, sagte Jacques Grob: «Wir müssen mit unserem Projekt jetzt beginnen, um nicht zu riskieren, dass die SOB den Tunnel saniert und er dann ein paar Jahre später doch abgerissen werden muss.» Grob sprach von einem ehrgeizigen Plan mit einer kritischen Zeitgrösse. Das Gesuch liegt bei der Gemeinde zur Einsicht auf. Abschliessend darauf eingehen wird der Kanton St. Gallen. Umfangreiche Abklärungen sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung müssen dazu eingereicht werden, so Grob. Wenn der Zeitplan eingehalten werden kann, wird 2018 mit der Öffnung des Einschnitts über dem Tunnel begonnen. Eine halbe Million Kubikmeter Nagelfluh werde dazu gesprengt, abgebaut und verschoben. 2020 soll der neue, zweispurige und verkürzte Tunnel in Betrieb gehen. Danach werde, so Grob, je nach Nachfrage der Bauwirtschaft, am Bühlberg etappenweise abgebaut.

Der Zeitplan reicht bis ins Jahr 2160 – dann wird der letzte Kieselstein vom Bühlberg abgebaut und das Gebiet rekultiviert sein. Die Ausweitung auf den Bühlberg werde nicht zu Mehrverkehr durch Degersheim führen, sagte Grob. Abgebautes Material werde durch ein unterirdisches Förderband zur Aufbereitung ins Kieswerk Tal transferiert. Ausserdem würden die Endprodukte zu 70 Prozent über die Kantonsstrasse nach Herisau und St. Gallen transportiert. Die Bühlstrasse werde vom Projekt nicht tangiert, der Wanderweg zum Fuchsacker je nach Abbaufortschritt verlegt. Ausserdem entstehe am unteren Bühlberg ein Weiher, der auch nach dem Abschluss des Abbaus bestehen bleibe.

Renaturierung unterliegt einem Gestaltungsplan

Kiesabbauer sind gesetzlich verpflichtet, den ursprünglichen Zustand des Abbaugeländes wiederherzustellen. Diese Vorgabe beschäftigt die Grob Kies AG seit Jahren auch im Abbaugebiet Tal. Schrittweise wird hier – bis ca 2050 – der einstige Zustand wieder hergestellt. Die Renaturierung unterliege einem Gestaltungsplan, der aus dem Jahre 2000 stamme und rund 17 Hektaren Boden umfasse. Mit dem Abbaugesuch Haslen/Bühlberg reicht die Grob Kies AG auch einen neuen Gestaltungsplan für beide Abbaugebiete ein. Kiesabbau- und Gestaltungsplan können bis zum 22. November auf der Gemeinderatskanzlei Degersheim eingesehen werden.

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