Mittelschule wichtig für ganze Talschaft

Damals

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Körperbeherrschung: Über 240 Skema-Schülerinnen und -Schüler zeigten, was sie gelernt haben. (Bild: PD)

Körperbeherrschung: Über 240 Skema-Schülerinnen und -Schüler zeigten, was sie gelernt haben. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

19. Mai: Wattwil. Mittwochabend entlud sich über unserer Gegend ein schweres Gewitter mit Hagelschlag. Glücklicherweise war der Hagel mit einem wolkenbruchartigen Regen durchsetzt, so dass kein grösserer Schaden entstand. In der Gegend vom Hüttenbühl-Regelstein fiel der Hagel in beträchtlicheren Mengen, welcher die Berghänge noch geraume Zeit weiss erscheinen liess.

23. Mai: Wattwil. Zur Milchpreisfrage. Die von der gemeinde­rätlichen Lebensmittelfürsorgekommission ins «Schäfli» an­beraumte Versammlung zur Besprechung der Lebensmittelfürsorge war nur mässig besucht. Die Verhandlungen bezogen sich in der Hauptsache auf die Preisnormierung der hiesigen Konsummilch. Wie bekannt, haben die Bauern den Kundenmilchpreis am 1. Mai von 25 auf 31 Rp. erhöht. Man ist allgemein der Ansicht, dass sie damit zu weit gegangen; ein Aufschlag von 5 Rp. hätte für hiesige Verhältnisse vollständig genügt, um so eher als die einsichtigen Landwirte aller unserer Nachbargemeinden den Höchstpreis von 30 Rp. nicht überschritten. Da die Vertreter der hiesigen Milchlieferanten an den 31 Rp. zähe festhielten, konnte eine Einigung nicht erzielt werden.

Vor 50 Jahren

19. Mai: Toggenburg. Im Volkshaus Wattwil hat die Arbeitsgemeinschaft Toggenburg, die politisch und konfessionell neutral ist und sich die Entwicklung des Toggenburgs zum Ziele setzt, die Toggenburger aufgerufen, sich an der Urne mit Nachdruck für die st.-gallischen Schulvorlagen einzusetzen. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, der junge Gemeindammann von Ebnat-Kappel, Karl Dangel, sagte: «Wir glauben schon, dass die Vorlagen angenommen werden. Aber wir sollten nicht zu sicher sein. Die Gefahr besteht hauptsächlich in der Abstinenz vom Urnengang. Der Hauptzweck unserer Veranstaltung war, die Toggenburger zum Urnengang anzuregen, und ihnen vor Augen zu führen, wie wichtig die Mittelschule Toggenburg für unsere ganze Talschaft ist.» Die Veranstaltung, an welcher Gemeindammann W. Herrmann, Wattwil, über die Mittelschulen referierte und an welcher sich Dr. Kurt Huber, Flawil, für die Stipendienvorlage einsetzte, war gut besucht. Gemeindam­männer, Kantonsräte, Schulbehörden, Bezirksammänner, Vertreter der privaten Wirtschaft von Wildhaus bis Bazenheid und bis St. Peterzell nahmen an ihr teil.

Vor 20 Jahren

23. Mai: Ebnat-Kappel. 1994 haben Evelyn und Martin Häberli das zusehends zerfallende Haus im Acker am Ackerhusweg 26 erworben und seither unter der regen Anteilnahme von Bekannten, Passanten und einer breiten Öffentlichkeit detailgetreu instandgestellt. Im Gegensatz zu seinem prominenten «Nachbarn», dem Ackerhus von Albert Edelmann, welches als Museum genutzt wird, lebt und arbeitet «es» im Haus im Acker aktiv. Evelyn und Martin Häberli wohnen darin mit ihren Kindern Joël und Fiona. Seit dem Anbau der Kunstschmiede hat Martin Häberli dar­in auch seinen Arbeitsplatz eingerichtet. Der Mittelteil des heutigen Hauses wurde vermutlich im 15. Jahrhundert erstellt und hatte die Form eines quadratischen Turmes. Bis in die Gegenwart wurde immer wieder angebaut, als letztes kam 1994 die Kunstschmiede im hinteren Teil dazu. Einiges lässt sich rekons­truieren, ein grosser Teil der Geschichte des Hauses bleibt Vermutung. Die wieder ans Tageslicht geholten Malereien in der heutigen Stube lassen vermuten, dass hier einst ein wohlhabender, aus südlichen Söldnerdiensten ausgetretener hoher Militär gewohnt haben könnte.

Vor 10 Jahren

19. Mai: Wattwil. Alle zwei Jahre schreibt der Europäische Gesteinsverband einen Nachhaltigkeitswettbewerb aus. Die Grob Kies AG nahm daran teil und wurde für ihre jahrzehntelangen Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung und für ihren Beitrag zur Artenvielfalt ausgezeichnet. Die Firma Grob AG ist erst die zweite Preisträgerin aus der Schweiz. Dass die Grob Kies AG in diesem Bereich des Beitrags zur Artenvielfalt äusserst aktiv ist, zeigen gleich mehrere Projekte. Als erfolgreichstes gilt die Abbaustelle Degersheim, das gleichzeitig als ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung bezeichnet wird und von der Stiftung Natur und Wirtschaft als Naturpark der Wirtschaft zertifiziert wurde. In den Projekten Bräägg und Letzi im Gebiet der geschützten Flusslandschaften der Thur und des Neckers, konnten wertvolle, verloren gegangene Lebensräume geschaffen werden.

22. Mai: Das Bergdorf auf dem Pass ist ein Sonderfall: Das Dorf gehört nicht nur zwei verschiedenen Gemeinden, sondern auch zwei unterschiedlichen Landschaften an. Im Alltag kommen die Rickner mit ihrem Status gut zurecht. Während der nördliche Ortsteil zur Toggenburger Gemeinde Wattwil gehört, ist das südliche Ricken Teil der Gemeinde Ernetschwil. Die Grenze bildet der Rickenbach. Die vor allem in See-Gaster diskutierten Schul- und Gemeindefusionen könnten das Dorf in den nächsten 10, 15 Jahren in Zugzwang bringen. Bisher hat sich die Dorfbevölkerung noch nie zur Frage einer gemeinsamen Zukunft geäussert. Auch nicht dazu, ob man sich eher dem Linthgebiet oder dem Toggenburg zugehörig fühlt.

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