Mittelland
So wirkt sich Corona auf die Spitex Rotbachtal aus

Geschlossene Spitäler, Covid-19-Fälle: Die Spitexorganisation im Mittelland stand 2020 vor einigen Herausforderungen. Die finanziellen Auswirkungen der Pandemie halten sich dennoch in Grenzen.

Jesko Calderara
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Nach dem Ausbruch der Coronapandemie mussten bei der Spitex Rotbachtal die Abläufe und Prozesse angepasst werden.

Nach dem Ausbruch der Coronapandemie mussten bei der Spitex Rotbachtal die Abläufe und Prozesse angepasst werden.

Bild: Keystone
Andy Winkler aus Gais ist Präsident der Spitex Rotbachtal.

Andy Winkler aus Gais ist Präsident der Spitex Rotbachtal.

Bild: PD

Die Coronakrise hat 2020 die Tätigkeit der Spitex Rotbachtal stark beeinflusst – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Ab März 2020 hätten nach Ausbruch der Pandemie die Strukturen und Abläufe stetig angepasst werden müssen, schreibt Präsident Andy Winkler in seinem Jahresbericht. Die Spitex-Mitarbeitenden hätten darüber hinaus eine Zusatzaufgabe übernommen, indem sie bei älteren und nicht mobilen Personen Verdachtsfälle zu Hause auf Covid-19 testeten.

Während des ersten Lockdowns im Frühling gab es bei der Spitexorganisation im Mittelland keine positiven Fälle. Ganz anders dann in der zweiten Jahreshälfte. Im zweiten Shutdown im Herbst und im Winter verzeichnete die Spitex Rotbachtal bei den Angestellten wegen Isolation und Quarantäne rund 300 Stunden Ausfälle.

Rückläufige Einnahmen wegen Schliessungen

Im Geschäftsergebnis bemerkbar machte sich zudem die teilweise Schliessung der Spitäler und Reha-Kliniken. Dadurch sind der Spitex weniger Kunden zugewiesen worden, was sich negativ auf die Erträge ausgewirkt hat. So ist die Zahl der geleisteten Stunden an den Patientinnen und Patienten um 360 auf 11 970 gesunken. Dagegen gab es gegenüber 2019 wegen Unfälle, Krankheiten, Mutterschaft und Covid-Fälle einen Anstieg bei den internen Stunden, die vergütet werden mussten. Erfreulicherweise hätte der Personalaufwand jedoch gesenkt werden können, heisst es im Geschäftsbericht weiter. Dadurch fielen die Abweichungen der Restkosten durch die beteiligten Gemeinden Teufen, Bühler und Gais moderat aus.

In seinem präsidialen Jahresrückblick machte sich Andy Winkler Gedanken, wie im Gesundheitswesen das unmittelbare Dasein für die Schwächeren wieder einen höheren Stellenwert haben könnte statt eine komplizierte und langwierige Bürokratie. Realität werden könnte dies seiner Ansicht nach dank der elektronischen Patientendossiers. Hilfreich wäre gemäss Winkler zudem, dass Hausärzte, Spitäler, Spitex und Pflegeheime das gleiche Abrechnungssystem verwenden würden. Dadurch könnten umständliche Abrechnungen mit Versicherungen sowie bürokratische kantonale und kommunale Auflagen vermieden werden, zeigt sich der Spitex-Präsident überzeugt. Würde man dies seriös aufgleisen, könnte der Pflegeberuf aufgewertet werden und die Mitarbeitenden könnten sich mehr um die Patienten kümmern, schreibt Winkler.

Alle Vorstandsmitglieder stellen sich zur Wiederwahl

Wie bereits 2019 wird auch die diesjährige Mitgliederversammlung schriftlich durchgeführt. Sie findet am 27. März statt. Der Vorstand stellt sich zur Wiederwahl. Das Gremium besteht nebst Andy Winkler (Gais) aus Fredy Mettler (Gais), Walter Zähner (Gais), Hanspeter Michel (Teufen) und Jeannine Walser (Bühler).