Mit vereinten Kräften im Einsatz

Während der Saison haben für das Ehepaar Vreni und Fridolin Früh die Wolzenalpbahn und das Bergrestaurant Priorität. «Wir wollen das Ski- und Wandergebiet für unsere treuen Kunden erhalten», so ihre Devise. Die Bahn ist Teil ihres Lebens und bestimmt das Familienleben mit.

Adi Lippuner
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Vreni und Fridolin Früh freuen sich über die tolle Schneelage, die bereits jetzt im Skigebiet herrscht. (Bild: Adi Lippuner)

Vreni und Fridolin Früh freuen sich über die tolle Schneelage, die bereits jetzt im Skigebiet herrscht. (Bild: Adi Lippuner)

KRUMMENAU. Die Sportbahn Krummenau Wolzenalp, bekannt als Wolzenalpbahn, wurde 1965, im gleichen Jahr als Fridolin Früh zur Welt kam, eröffnet. Vater Jonas Früh arbeitete regelmässig für das Unternehmen und er habe ihn gerne begleitet und auch mitgeholfen. «Vor allem Kissen einsammeln gehörte zur Aufgabe für uns Buben», blickt der seit 21 Jahren als technischer Betriebsleiter tätige Toggenburger zurück. «Ideal war, dass unser Bauernhof genau auf halber Höhe der Bahn liegt, so gab es nie einen langen Arbeitsweg zu bewältigen.»

Dass der Bauernsohn einmal die Aufgabe des technischen Betriebsleiters übernehmen würde, ahnte niemand. «Die Aufgaben bei der Wolzenalpbahn waren in festen Händen, deshalb stand eine diesbezügliche Ausbildung für mich nie zur Debatte.» Gelernt habe er Landwirt, denn er wollte den elterlichen Hof übernehmen. Allerdings stellte das Leben die Weichen anders. «Langjährige Mitarbeiter starben viel zu früh und es mussten neue Lösungen gefunden werden, so Fridolin Früh.

Ein bewegtes Jahr

Vreni und Fridolin Früh haben im Jahr 1991 geheiratet, ihre erste Tochter kam zur Welt und der zukünftige technische Leiter nahm die dafür nötige Ausbildung in Angriff. «Rückblickend ein reich befrachtetes Jahr, aber wir waren jung und haben das gut bewältigt», wird mit fröhlichem Lachen erklärt. Eine neue Herausforderung stellte sich dann vor vier Jahren: «Es ging um die Führung des Bergrestaurants, denn wir wollten, dass die Philosophie der Bahn und des Restaurants übereinstimmten», so Vreni Früh. «Allein hätte ich mir die Leitung des Bergrestaurants nicht zugetraut, aber zusammen mit zwei Kolleginnen, Elsbeth Bleiker und Marlies Rast ist dies möglich.» Das Frauenteam, unterstützt von einheimischen Kräften, welche auf Stundenbasis angestellt sind, nimmt nun die vierte Wintersaison in Angriff.

Gäste aus ländlicher Umgebung

«Guet, schnell und gnueg», dies die Devise im Bergrestaurant. «Wir haben unser Angebot, genau wie die Bahn auch, auf Familien und Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung ausgerichtet», ist von Vreni Früh zu erfahren. Und Ehemann Fridolin Früh doppelt nach: «Unsere Devise heisst, wir sind und bleiben ein einfaches Unternehmen und versuchen, die Preise möglichst tief zu halten.»

Damit sei es möglich, für Familien attraktive Angebote zu machen. «Auch die Nachwuchsförderung ist wichtig und zudem können die Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung am Mittwochnachmittag Ski fahren, ohne dass ihre Eltern lange Anfahrtswege bewältigen müssen.» Auf die Frage, woher die Gäste kommen, ist zu erfahren: «Vorwiegend aus dem ländlichen Raum, also dem Toggenburg, bis hinauf zum Ricken, den Regionen Wil und Winterthur, aus dem Kanton Thurgau, aber auch aus den beiden Appenzeller Halbkantonen. Als technischer Leiter hat Fridolin Früh das Unternehmen so zu führen, wie es das Bundesamt für Verkehr vorschreibt. «Dies beinhaltet die Beachtung aller Gesetze und Vorschriften aber auch die Instandhaltung der Anlage.» Dank der Ausbildung, welche seinerzeit von Seilbahn Schweiz (SBS) angeboten wurde, habe er sich auf die Aufgabe vorbereiten können. «Gerade im Bereich Elektrik und Steuerung betrat ich völliges Neuland. Denn vor der Übernahme der neuen Aufgabe habe ich einfach als Liftangestellter gearbeitet.»

Vielfältige Aufgaben

Beim Bahnteam sind zwölf Personen, alle aus der Region, auf Stundenbasis angestellt. «So können wir die Personalkosten im Griff halten und dies ist für den Weiterbestand des Unternehmens wichtig», ist sich das Ehepaar Früh einig. Geht es um ihr Engagement für die Wolzenalpbahn und das Bergrestaurant herrscht ebenfalls Einigkeit: «Wir tun dies aus voller Überzeugung für die Region, das Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle.»

Mit Blick auf die beruflichen Möglichkeiten, Fridolin Früh hat seinen Bauernhof und Ehefrau Vreni ist Akkordeonlehrerin und hat ein Teilpensum bei der Musikschule Toggenburg», könnten die beiden ein wesentlich ruhigeres Leben haben. «Aber die Wolzenalpbahn ist Teil meines Lebens und ich werde von meiner Frau und auch von den vier Töchtern, sie sind im Alter zwischen 12 und 21 Jahren, tatkräftig unterstützt», windet Fridolin Früh seiner Familie ein Kränzchen.

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