Mit unorthodoxen Methoden erfolgreich

Ralf Menet ist zurzeit der erfolgreichste Wahlkampfleiter im Kanton. Der 32jährige Herisauer bildet zusammen mit Florian Hunziker und zwei weiteren Mitstreitern ein eingeschworenes Team. Der Sekretär der SVP AR über das Erfolgsrezept.

Patrik Kobler
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Alles bis ins Detail geplant: Zuberbühlers Wahlkampfleiter Ralf Menet hatte sogar das Resultat richtig vorausberechnet. (Bild: pk)

Alles bis ins Detail geplant: Zuberbühlers Wahlkampfleiter Ralf Menet hatte sogar das Resultat richtig vorausberechnet. (Bild: pk)

HERISAU. Der Erfolg hat viele Väter. Das gilt auch beim Überraschungscoup von David Zuberbühler. Der 36jährige SVP-Kantonsrat schaffte am Sonntag die Wahl in den Nationalrat. Massgeblichen Anteil an diesem Ergebnis hat Ralf Menet. Der Einwohnerrat und Sekretär der SVP AR leitete zusammen mit dem Herisauer Gemeinde- und Kantonsrat Florian Hunziker das Wahlkomitee. Das Duo zog schon bei der Wahl von Renzo Andreani zum Gemeindepräsidenten von Herisau und bei der erfolgreichen Gesamterneuerungswahl in diesem Jahr im Hintergrund die Fäden. Auch ein hiesiger Werbefachmann und ein ehemaliger «Blick»-Journalist gehören zum eingeschworenen Quartett.

Das Erfolgsrezept

Ralf Menet vergleicht den Wahlkampf mit einem Puzzle. «Für den Erfolg muss alles zusammenpassen», sagt er. Die Basis seien Leidenschaft und Herzblut. Das Wahlkomitee habe Hunderte Stunden investiert. «Wir haben die Kampagne im August geplant und sind nicht mehr von unserer Strategie abgewichen», sagt der 32-Jährige. Alles war bis ins Detail geplant. Interessant: Der Kandidat hat nie das letzte Wort. Die Entscheide fällt jeweils das Komitee und so haben die beiden Co-Präsidenten den Kandidaten Zuberbühler auch schon überstimmt. Ziel der Kampagne sei es, dass der Wähler eine persönliche Bindung zum Kandidaten herstelle. Der normale Bürger soll sich mit ihm identifizieren können. Bei Andreani wählte man gegen den Auswärtigen Ueli Strauss den Slogan «Die Herisauer Lösung». Zuberbühler bezeichnete man volkstümlich als «dä Zubi» und setzte auf die Schlagworte «gradlinig, mutig, menschlich». Zuberbühler sei menschlich, indem er zu seinen Fehlern stehe und einräume, wenn er zu einem komplexen Thema nicht Auskunft geben könne. «Das löste bei den Mitbewerben und dem politischen Establishment zwar Kopfschütteln aus, zeigte aber seine Ehrlichkeit», so Menet. Authentizität erachtet er als wichtig. «Der Kandidat muss sich so geben, wie er ist, und nicht so, wie er gerne sein würde.»

Anruf von Toni Brunner

In ihren Kampagnen wagen Ralf Menet und Florian Hunziker auch Unkonventionelles. Das sorgt manchmal sogar in den eigenen Parteireihen für Kopfschütteln. Als sie bei den letzten Gesamterneuerungswahlen für die Kandidatenfotos einen violetten Hintergrund wählten, meldete sich Parteipräsident Toni Brunner. Letztlich haben sie aber Erfolg mit ihren Methoden. Gelernt hat Menet den Wahlkampf in der Praxis. «Am Anfang war noch vieles handgestrickt. Jetzt sind wir professioneller.» Fehler mache man trotzdem noch. Aber jeweils einen weniger als der Gegner, das sei entscheidend.