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Mit Tempo in den Dreck

Bei Scheiwillers, der Racing-Familie aus Ulisbach, haben fast alle Mitglieder mit dem Töffsport zu tun. Vier von den fünf Brüdern verschrieben sich dem Rennsport. Vater Erich Scheiwiller war früher selbst ein guter Motocross-Pilot. Mutter Monika Scheiwiller begleitet sie zu den Rennen.
Fränzi Göggel
Cyrill Scheiwiller beherrscht seine Maschine wie ein Profi. Er ist in Ulisbach aufgewachsen und wohnt jetzt in Obfelden. (Bild: Rico Schneller)

Cyrill Scheiwiller beherrscht seine Maschine wie ein Profi. Er ist in Ulisbach aufgewachsen und wohnt jetzt in Obfelden. (Bild: Rico Schneller)

ULISBACH. Cyrill Scheiwiller, der Jüngste der Brüder, holperte schon als Bub hinter dem Elternhaus auf einem Töff im Dreck umher. Ein Schnuppertag auf verschiedenen Töffs, organisiert vom MFC Eschenbach (Motorfahrerclub Eschenbach), war der Startschuss der glänzenden Karriere des zwölfjährigen Jungen. Kari Spitzli, damaliger Teammanager des MFC Eschenbach, sah den talentierten Schüler fahren und nahm ihn ins Supermotard-Team auf. Supermotard wird auf einem mit Geländeanteil gemischten, asphaltierten Rundkurs ausgetragen.

Podestplätze eingefahren

Grossgewachsen und kräftig gebaut, mischte der Junge unerschrocken die Supermotard-Szene auf. Schon im zweiten Jahr seiner Rennkarriere siegte Cyrill Scheiwiller in der Kategorie «Youngster», derweil Bruder Serge bereits in der höchsten Kategorie «Prestige» driftete. Cyrill Scheiwiller stieg in die nächsthöhere Kategorie, zu den «Rookies» auf, und gewann als 15-Jähriger.

Der Sprung in die höchste Kategorie «Prestige» war gewaltig, die Routiniers spielten ihre Rennerfahrung aus. Doch Cyrill Scheiwiller fuhr unbekümmert und völlig losgelöst, immer noch betreut von Kari Spitzli. Zweimal wurde er Gesamt-Dritter, seine Supermotard-Karriere beendete er 2010 als Vizemeister, ehe er zum Motocross wechselte. Nebst seinem Vollzeitjob kämpft Cyrill in der Klasse MX2 (Töff bis 250 ccm) um Hundertstelsekunden und steht am Ende der Rennen oft auf dem Podest. «Die Rennen in Wohlen und Payerne habe ich gewonnen», berichtet er von der laufenden Saison und rühmt seinen Bruder Adrian, der in Wohlen an sechster Stelle liegend mit einem platten Hinterreifen noch auf Rang 13 fuhr. «Da zeigte er, was er kann. Ich wurde in Frauenfeld und Muri schon am Start abgeräumt», fährt er fort, «es waren Rennunfälle, und ich der Leidtragende». In Muri kämpfte Cyrill Scheiwiller sich von zuhinterst auf den neunten Rang vor.

Als fairer Sportsmann geerdet

Nur Talent reicht auf diesem Niveau nicht. An fast jedem Wochenende, vom Frühling bis in den Herbst, fährt der Sportsmann Motocrossrennen in verschiedenen Kategorien. Daneben absolviert er an drei Abenden pro Woche Trainingseinheiten wie Joggen, Biken, Krafttraining oder Schwimmen. «Ich mache das, wozu ich grad Lust habe und wie es die Zeit zulässt», sagt er zum grossen sportlichen Aufwand. «Klar hätte ich manchmal nach einem Rennwochenende am Montag lieber frei. Aber schaffe sötti ja au no zwüschedure», lacht er und meint: «Es stimmt so für mich.» So schraubt er denn an freien Abenden an seinem Töff. An den Rennen übernimmt Bruder Roman, gelernter Motorradmechaniker und früher selbst aktiver Motocross-Fahrer, den Job und putzt auch mal den Töff von Bruder Cyrill. Zu den Rennen fährt Cyrill Scheiwiller mit einem Wohnmobil, welches er in seiner spärlichen Freizeit selber herrichtete. Ein Auto oder einen Strassentöff besitzt er nicht. Cyrill ist trotz seines Erfolges auf dem Boden geblieben. Seit einem Jahr wohnt er in Obfelden im Säuliamt. «Ich arbeite in Mettmenstetten, konnte so den Arbeitsweg massiv verkürzen und darf dafür das Firmenauto benutzen.» Warum er nicht mit einem Töff zur Arbeit fährt, hat einen Grund. Cyrill Scheiwiller, einer der besten Motocross-Fahrer der Schweiz, besitzt keinen Töffführerschein. «Ich möchte dies heuer nachholen», feixt er vergnügt, sich wohl bewusst ob der leicht absurden Situation.

www.cs501.ch

Cyrill Scheiwiller Motocross-Pilot (Bild: Rico Schneller)

Cyrill Scheiwiller Motocross-Pilot (Bild: Rico Schneller)

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