Mit «Subloose» nach Teufen

Am gestrigen Blochmontag zogen gegen 150 Buben von Hundwil, Schwellbrunn und Stein nach Teufen und Herisau. Von Bären mit Blasen an den Tatzen, von Kässelibueben zwischen den Autos und vom Rauch in den Strassen.

Guido Berlinger-Bolt
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Stein. Als Erstes tauchen die Kässelibueben auf: Sie schwingen «Subloose», Sauenblasen, die sie zuvor mit Luft gefüllt haben. An einer Schnur schwingen sie sie durch die Luft und gegen die Strasse. Es knallt laut. Und dann biegt auch das Buebenbloch von Stein um den Rank. Dann fährt das Bloch, das eine Tour über den Sonder und die Sonderau um Stein absolviert hat, in den Dorfkern, wo Geschwister, Eltern, Grosseltern und Bekannte zusammenlaufen und einem Zäuerli lauschen. Nach einer längeren Pause ruft Beat Widmer, der Steiner Fuhrmann zum Aufbruch: «Iischtoh!» Die Bueben, verkleidet als Rolli, Bäcker, Sennen, Schmied, Clowns, Chinesen, Schornsteinfeger, spannen sich vor das Bloch und ziehen es in Richtung Dorfzentrum. Dort, vor der Kirche, ist die nächste Rast geplant; mittlerweile ist die halbe Dorfbevölkerung zusammengelaufen. Auch Mädchen. Was machen die an Blochmontag? «Wir haben schulfrei und geniessen das schöne Wetter», sagt eine Schülerin.

Dieses geniessen ihre Mitschüler auch. Mehr noch geniessen sie aber offensichtlich die erlangte Narrenfreiheit: Sie schwingen übermütig ihre Sauenblasen, deren 300 sie im Migros-Schlachthof in Bazenheid bestellt haben. Und sobald sich das Bloch wieder in Bewegung setzt, knallt das Gasgemisch im montierten Apparat; dazu kommen Petarden und der immense Rauch, den das grüne Tannenchries im Ofen produziert. Es sind Buben von der zweiten Klasse bis zur 3. Sek oder Real, die das Bloch von Stein aus über Lustmühle nach Teufen ziehen.

Einen lange Marsch haben jeweils die Buben des Hundwiler Blochs vor sich. Von ihrem Dorf aus führt sie ihr Weg bis nach Urnäsch und von dort über Waldstatt, Herisau, Saum, Buechschachen und die Hundwiltobelbrücke zurück nach Hundwil. Gestartet seien sie um 5 Uhr; bereits um 4.45 Uhr hatten sie sich besammelt. Das sagt der Hundwiler Fuhrmann Dominik Schmid. Der Bär – anders als die Steiner treiben die Hundwiler, wie die Schwellbrunner, einen vor sich her – klagt über Blasen an den Füssen. Knapp 50 Buben liefen beim Steiner Bloch mit, 41 sind es beim Hundwiler. Das dritte Bubenbloch ist jenes aus Schwellbrunn; 46 Buben gehen hier vor oder hinter dem Trämel. Oder sie sitzen oben drauf, wie Fuhrmann Sämi Nef. «Iischtoh!», befiehlt auch er, als es nach dem Mittagessen im Waldstätter «Löwen» heimwärts geht. Beim Altersheim Risi sind sie gestartet; nun ziehen die Buben vorbei an beschütteten Wiesen, später an Geissen, Hasen und Galtlingen. Der Frühling ist nah – was steht auf der Stirntafel des Steiner Blochs nochmal? «Blochmentig isch, juhui, juhee/Winter, läb wohl mit dim vilä Schnee!»