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Mit Silberschmuck im Gepäck durchs Appenzellerland: Kunsthandwerkerinnen aus Herisau lancieren Wanderausstellung

Yvonne Dall’O und Irene Buchmann vom Silberschmuckatelier «Oh la la» in Herisau werfen in ihrer Wanderausstellung einen etwas anderen Blick auf das Appenzeller Brauchtum.
Claudio Weder
Irene Buchmann und Yvonne Dall’O vor dem Schmuckatelier «Oh la la» in Herisau. (Bild: Claudio Weder)

Irene Buchmann und Yvonne Dall’O vor dem Schmuckatelier «Oh la la» in Herisau. (Bild: Claudio Weder)

Die Ringe, Halsketten und Armbänder, die derzeit im Silberschmuckatelier «Oh la la» in Herisau ausgestellt sind, sind keine gewöhnlichen Schmuckstücke. Es sind Unikate, in welchen man bei genauerem Hinsehen ein Stück Appenzeller Brauchtum entdecken kann. Als Ornamente dienen Alpaufzüge oder Silvesterchläuse. Und auch die – neben Silber – verwendeten Materialien haben einheimischen Charakter: Hier findet man einen «Öhrli-Diamanten» aus dem Alpstein, dort echtes Kuh- und Ziegenfell.

Die Schmuckstücke sind Teil der aktuellen Wanderausstellung «Tradition – Brauchtum», die am Samstag offiziell eröffnet wird. Im Vordergrund steht dabei die etwas andere Sicht auf das Appenzeller Brauchtum. «Die Motive sind mal frech, mal witzig – eben einfach anders», sagt Irene Buchmann, die gemeinsam mit Yvonne Dall’O das Atelier an der Oberdorfstrasse 32 betreibt.

Fingerspitzengefühl gefordert

Bis Ende Dezember sind die Schmuckstücke noch in Herisau zu sehen und zu kaufen. Dann ziehen Dall’O und Buchmann mit dem Rucksack los. «Wir wollen das, wofür wir zwei Jahre lang hart gearbeitet und wofür wir viel Herzblut investiert haben, in die Welt hinaus tragen», sagt Dall’O. Wo es die beiden hinzieht, lassen sie bewusst offen. «Da es um hiesiges Brauchtum geht, wäre das Appenzellerland für die Wanderausstellung ideal – aber auch wenn es uns durch die ganze Schweiz zieht, haben wir nichts dagegen», sagt Buchmann und lacht.

Die Alpabzüge auf den Schmuckstücken sind winzig klein und bis ins feinste Detail ausgearbeitet. Die Figuren werden aus einer wenige Millimeter dicken Silberplatte ausgesägt und danach mit hauchdünnen Bohrern bearbeitet. «Das braucht Fingerspitzengefühl», sagt Yvonne Dall’O. 1994 hat sie das Atelier eröffnet, fünf Jahre später ist Irene Buchmann dazu gekommen.

«Das Perfekte ist langweilig»

Yvonne Dall’O ist gelernte Ergotherapeutin, Irene Buchmann arbeitete als medizinische Praxisassistentin. Beigebracht haben sich die beiden das Handwerk quasi selber. Weiterbildungskurse und persönliche Kontakte mit anderen Kunsthandwerkern haben ihnen dabei geholfen. Dass sie das Handwerk nicht beruflich gelernt haben, sehen sie als Vorteil: «Man geht anders an die Sache heran, ist mutiger, probiert Dinge aus und lernt dadurch vieles dazu», sagt Irene Buchmann.

Grossen Wert legen die Inhaberinnen des Ateliers «Oh la la» auf das Handgemachte. Was Dall’O und Buchmann herstellen, könnte man auch mit moderner 3D-Druck-Technik herstellen. «Doch wir wollen, dass man den Produkten ansieht, dass sie von Hand gefertigt wurden», sagt Dall’O. Da dürfe es auch mal Unebenheiten geben. «Das Perfekte ist schliesslich langweilig.»

Hinweis: Die Vernissage zur Ausstellung «Tradition – Brauchtum» findet am Samstag, 19. Oktober, von 13 bis 15 Uhr an der Oberdorfstrasse 32 in Herisau statt.

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