Mit «sehr gut» ausgezeichnet

Ende April fand in Basel die grosse Preisverleihung des 44. Nationalen Wettbewerbs von «Schweizer Jugend forscht» statt. Dabei wurden drei junge Appenzellerinnen ausgezeichnet.

Daniel Thür
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Appenzellerland. Sandra Wirth aus Gais, die das Gymnasium St. Antonius in Appenzell besucht, untersuchte das «Feindabwehrverhalten von Zoo-Präriehunden im Vergleich zum Freiland». Die Schülerin führte die Studie an den Nagetieren im Zoo Zürich durch. Was sehr kompliziert klingt, ist indes relativ einfach erklärt. «Mit Attrappen habe ich untersucht, wie Präriehunde auf Feinde reagieren.

Interessant ist, dass die Tiere ein eigenes Kommunikationssystem haben, sowohl akustisch wie auch mit der Körpersprache», erklärt Wirth ihr Experiment. «Erstaunlich dabei war für mich, dass die Zoo-Präriehunde, obwohl sie in Gefangenschaft geboren wurden, ihren natürlichen Instinkt behalten haben.»

Ihre Kollegin Livia Widmer aus Speicher, welche die Kantonsschule Trogen besucht, erforschte die «In-vitro-Kultivierung» von Rosen sowie den Einfluss verschiedener Nährmedien auf drei Rosentypen.

Widmer kultivierte dabei Rosen anstatt in der Erde unter sterilen Bedingungen auf verschiedenen Nährmedien, welche alle Nährstoffe enthielten, die die Pflanze zum Wachstum braucht. «Ich beobachtete dabei, dass sich die Rosen auf den verschiedenen Nährmedien in der Vermehrungsrate und im Wachstum unterschieden. Einige blühten sogar, obwohl die Pflanzen in den Versuchen nur drei bis fünf Zentimeter gross waren.»

Auszeichnung vom Fernsehen

Die Dritte im Bunde, Sabina Grob aus Stein, die ebenfalls die Kantonsschule in Trogen besucht, befasste sich mit der Reaktion von Bienen auf äussere Reize und beobachtete ein Bienenvolk mittels Endoskop (optisches Instrument, mit dem man Hohlräume beobachten kann). Dafür bekam sie sogar den Publikumspreis der Sendung «Einstein» des Schweizer Fernsehens, welches auf die Jungforscherin aufmerksam wurde. Sabina Grob konnte dank des Endoskops die Bienen beobachten, ohne dass diese sich gestört fühlten.

Bei ihrem Versuch leitete sie verschiedene Varroa-Behandlungsmittel in den Bienenstock ein. Diese werden zur Bekämpfung der Varroamilben eingesetzt, welche für die Bienen sehr gefährlich sein können. Grob untersuchte dabei, wie die Bienen auf die Behandlungsmittel reagierten. «Das Resultat war erstaunlich. Die Bienen reagierten beispielsweise sehr gestresst und aggressiv auf Mittel, die Ameisensäure enthielten. Gar keine Reaktion gab es dafür bei Oxal- oder Milchsäure.

» Diese Erkenntnisse könnten auch für die Imker sehr nützlich sein.

Wertvolle Erfahrung

Für die drei Forscherinnen war die Teilnahme am Wettbewerb von «Schweizer Jugend forscht» eine grosse Herausforderung gewesen. «Für uns stand nicht die Auszeichnung im Vordergrund, sondern die Teilnahme und die Erfahrung. Wir haben viele Menschen getroffen und mit Fachleuten diskutieren dürfen, die wir sonst vielleicht nie kennengelernt hätten», sagt Livia Widmer. Alle drei sind sich einig: Sie würden jederzeit wieder mitmachen.