Mit Park, aber noch ohne Säntis

Die erste Bauetappe im Hotel Säntispark ist abgeschlossen. Übermorgen wird das bisherige Hotel wiedereröffnet: Mit neuer Direktorin, Seminarräumen und zwei Restaurants mit Schweizer und italienischer Küche. Nur Pizza gibt's keine.

Corinne Allenspach
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ABTWIL. Ihre erste Hoteleröffnung ist es nicht. «Aber sicher die schnellste», sagt Vera Wichmann und stützt sich fürs Foto auf einen der Tische im nigelnagelneuen Seminartrakt. Die 38-Jährige ist seit September Direktorin des Hotels Säntispark – hat aber bisher noch keinen Gast begrüssen dürfen. Dafür hat sie umso mehr Bauarbeiter ein und aus gehen sehen. Zu Spitzenzeiten legten bis zu 200 Mann gleichzeitig Hand an auf der momentan wohl grössten Baustelle der Region. Rund 40 Millionen Franken investiert die Migros Ostschweiz in die Erweiterung des Hotels mit 66 neuen Zimmern, Seminartrakt und einem Zentrum für Medizin und Sport. Auch jetzt, wenige Tage vor der Teileröffnung, geht es noch zu und her wie in einem Bienenstock. «Es war sehr ambitiös, den Abschluss der ersten Bauetappe nach nur sieben Monaten anzusetzen», sagt Vera Wichmann. Und es werde wohl ein Finish in letzter Minute geben.

Lust auf Bodenständiges

Die letzte Minute, das ist übermorgen Freitag um 9 Uhr. Ab dann ist das bisherige Hotel – es heisst sinnigerweise Park, während das neue Haus Säntis genannt wird – wieder offen. Gleichzeitig öffnen auch die beiden Restaurants Schnabelweid und Uliveto. In Erstgenanntem werden wie bisher mittags Businesslunches angeboten und am Abend neu vorwiegend Schweizer Küche. St. Galler Bratwurst, Bodenseefelchen, Appenzeller Käsespätzle oder Weiderind-Entrecôte mit Rösti. «Viele Leute sehnen sich gerade auch beim Essen wieder nach Bodenständigem», sagt Vera Wichmann.

Authentisches aus ganz Italien

Und wo bisher die Hotelbar war, können die Gäste neu im «Uliveto» mit seinen 60 Innenplätzen und dem Gartenrestaurant italienisch essen. Pizza oder Spaghetti Carbonara werden hier allerdings nicht serviert. Vielmehr werde der extra aus Italien geholte Koch «richtig authentische italienische Gerichte zubereiten, die man bei uns nicht so kennt». Küchenchef fürs ganze Hotel ist Simon Keel, der zuletzt im Restaurant Candela in St. Gallen gekocht hat.

Hilton, Hyatt, Säntispark

Mit ihren 38 Jahren hat Vera Wichmann bereits reichlich Erfahrung im Führen von Hotels. Nach der Hotelfachschule in Lausanne sammelte sie erste Erfahrungen mit «Hyatt» in den USA und eröffnete später in Italien ein «Hilton». Zwischendrin arbeitete die gebürtige Winterthurerin im Verkaufsmanagement bei Nestlé, und die vergangenen vier Jahre war sie Direktorin der Therme Vals. Zurück in der Ostschweiz zu sein, bezeichnet Vera Wichmann, die heute in Arbon wohnt, als «die absolut richtige Entscheidung». «Es ist eine phantastische Region, die sehr viel bietet, mit einer Stadt in der richtigen Grösse.»

Auch das Konzept des Säntisparks, dem einzigen von der Migros Ostschweiz geführten Hotels, gefällt Vera Wichmann. «Unsere Stärke ist, dass wir bei aller Eleganz und Qualität ein Vier-Sterne-Hotel sind, das allen zugänglich ist.» Unkompliziert und nicht zu abgehoben, das wolle man auch weiterhin bleiben. Gestaunt hat Vera Wichmann kürzlich, wie sehr der Säntispark in der Region interessiert. Zum öffentlichen Baustellenrundgang im Januar seien rund 1000 Besucher gekommen. Interessiert habe die Besucher einerseits die Architektur des Neubaus, der von Carlos Martinez umgesetzt wird. Aber auch, was denn in den neuen Restaurants künftig alles so serviert werde.

Dank des neuen Gastrokonzepts, das am 19. Mai noch um den «Pit-Stop», einer Lounge mit Bar, erweitert wird, soll denn laut Vera Wichmann auch vermehrt die lokale Bevölkerung angesprochen werden. «Wir wollen das Hotel für Leute aus Abtwil und der Region zu einem Ort machen, wo sie gern verweilen.»

Schweizer Nati als erste Gäste

Zeit zum Verweilen wird Vera Wichmann indes in den nächsten Monaten kaum haben. Bereits in wenigen Tagen ist das Haus Park erstmals voll: die Schweizer Fussballnati kommt und bereitet sich aufs Testspiel gegen Kroatien vor. Parallel dazu läuft der Innenausbau fürs Haus Säntis und das Zentrums für Medizin und Sport mit rund einem Dutzend Fachärzten und Physiotherapie weiter. Das Zentrum wird am 19. Mai eröffnet und steht unter der Leitung von Patrik Noack, der in Sotschi als stellvertretender medizinischer Leiter der Schweizer Delegation im Einsatz war. Auch hier gelte: Das Zentrum für Medizin und Sport sei offen für alle. «Man muss nicht Olympiasieger sein», so Wichmann.

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