Mit Musik durchs Leben

LIBINGEN. Die Musikgesellschaft Libingen ist bekannt für ihre originellen Unterhaltungsabende. Hier gibt es nicht nur viel Musik, sondern immer etwas zum Lachen. Am Samstagabend mussten zusätzliche Stühle im Saal aufgestellt werden.

Beatrice Bollhalder
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Diese Truppe brachte mit einfachen Werkzeugkisten zusätzliche Musik in den Saal des Mehrzweckgebäudes. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Diese Truppe brachte mit einfachen Werkzeugkisten zusätzliche Musik in den Saal des Mehrzweckgebäudes. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Viele Menschen können ohne Musik kaum leben. So geht es auch den Musikantinnen und Musikanten aus Libingen. Deshalb haben sie das Motto «Mit Musik durchs Leben» für ihren diesjährigen Unterhaltungsabend im Mehrzweckgebäude. In wochenlangen zusätzlichen Proben wurden neue Stücke einstudiert und ein Drehbuch für den Ablauf erstellt. Für die Zuschauer ist es sehr kurzweilig, wenn die Musik nach einem «roten Faden» gespielt wird. In diesem Jahr sollte der Lebenslauf eines Menschen dargestellt werden.

Aber wer von den Musikanten kommt in Frage? Ja, klar, man hat ja noch den Fähnrich. Dieses Vereinsmitglied hat an einem Unterhaltungsabend schliesslich keine grosse Aufgabe. Also darf einmal mehr Thomas Räbsamen die Zuhörer zum Lachen bringen und zwischen den Musikstücken etwas aus seinem Leben präsentieren.

Mit dabei ist auch sein «Geist». In Form der Stimme Hanspeter Brändles erfahren die Zuschauer einiges über «Tömmels» Gedanken.

Vom Baby bis zum Hochzeiter

Passend zum Lebensstart spielen die Musikanten das «Baby-Face» von Lex Abel. Der bereits ein paar Jährchen ältere «Tömmeli» hört sich dann natürlich «Pippi Langstrumpf» an. Er wächst und gedeiht, und schliesslich ruft das Militär. Mit einem flotten Marsch begleiten ihn seine Kameraden zum Dienst, bevor es auf Brautschau geht und mit dem «Zillertaler Hochzeitsmarsch» ein erster Höhepunkt geschaffen wird. Dieses Musikstück ist gleichzeitig der Abschluss des ersten musikalischen Teils, der modern daherkommt.

Nach der Pause, in der sich die begeisterten Zuhörer – immer wieder wurden Zugaben verlangt – verpflegen und bei der reichhaltigen Tombola zugreifen konnten, trat die Schlägertruppe in Aktion. Fabian Kläger, Roman Gämperle und Thomas Gisler brachten mit einfachen Werkzeugkisten Musik in die Halle. Auch ihr Chef, Beat Kläger, liess sich vom Virus anstecken und machte schliesslich in der «Werkstattband» mit.

Über «Adebars Reise» und die berühmten «Silberfäden» wurde schliesslich «Frei wie der Adler» gespielt, und dies von einer Musikgesellschaft, die inzwischen einen hohen Frauenanteil aufweist. Denn das erste Mal standen die vier Jungmusikantinnen bei einem Unterhaltungsabend in Libingen während der ganzen Zeit mit auf der Bühne.

35 Jahre für die Musik

Eine besondere Ehrung erfuhren Walter Scherrer und Ludwig Gisler. Sowohl der Dirigent als auch der amtierende Präsident stehen seit 35 Jahren im Einsatz. Die beiden werden an der Delegiertenversammlung des kantonalen Blasmusikverbandes am kommenden Samstag in Unterterzen für ihre jahrelange Treue geehrt. Jeweils ein Interview, in dem sie über ihre Beweggründe, Musik zu machen, Auskunft gaben, und einen grossen Früchtekorb gab es bereits am Unterhaltungsabend. Anschliessend an das Konzert übernahm die Kapelle Los Promillos den Taktstock. Mit fetzigen Stücken lockte sie Tanzfreudige auf die Bühne. Und es wurde eifrig getanzt. Ohne einen Besuch in der Musikantenbar geht man in Libingen nicht nach Hause, das versteht sich.

Hanspeter Hollenstein (Mitte) interviewt Dirigent Walter Scherrer (links) und Präsident Ludwig Gisler. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Hanspeter Hollenstein (Mitte) interviewt Dirigent Walter Scherrer (links) und Präsident Ludwig Gisler. (Bilder: Beatrice Bollhalder)