Mit Linth am selben Strick ziehen

WATTWIL. Am Dienstag stellte sich Regierungsrat Stefan Kölliker den Fragen zur Zukunft der Kanti Wattwil – auf Einladung des Fördervereins Bildungsstandort Toggenburg. Er plant, die Linthregion zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bewegen. Ziel ist es, die Schulqualität zu sichern.

Hansruedi Kugler
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Wattwil liegt im Ranking der ETH-Basisprüfungen deutlich vor Pfäffikon/Nuolen.

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WATTWIL. Mathias Müller sucht neue Verbündete: «Wir wollen demnächst Kontakte knüpfen mit Vertretern der Linthregion. Denn in Sachen Schulqualität an der Kanti sollten wir eigentlich am selben Strick ziehen.» Der Präsident des Fördervereins Bildungsstandort Toggenburg hat zwar noch keine offiziellen Gespräche mit Regionalvertretern geführt. Aber die Zielsetzung sieht er klar vor Augen: «Wir sollten gemeinsam die Kontingentslösung mit dem Kanton Schwyz verhindern. Eine solche Lösung schadet der Schulqualität. Diese Botschaft müssen wir auch ausserhalb des Toggenburgs verbreiten.»

Bekenntnis zur Schulqualität

Mathias Müller zeigt sich zwar befriedigt über das neuerliche Bekenntnis der Regierung zur Kanti Wattwil. Immerhin hat die Regierung beschlossen, dass die Kanti definitiv in Wattwil bleibt. Und Regierungsrat Stefan Kölliker hat dies am Dienstag in der Veranstaltung des Fördervereins vor überwiegend skeptischen Zuhörern in der Aula der Kanti Wattwil nochmals wiederholt. Mathias Müller freute sich über die klaren Worte von Regierungsrat und Bildungschef Stefan Kölliker. «Wir haben gehört, dass für ihn die Schulqualität höchste Priorität hat und dass er kein Ausbluten der Kanti Wattwil zulassen werde. Das haben wir gerne gehört.» Ganz beruhigt schaut Mathias Müller dennoch nicht auf die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Kanton Schwyz. Spätestens im Frühling 2015 wird der St. Galler Bildungschef sagen, ob und in welchem Ausmass zusätzliche Kantischüler aus Rapperswil-Jona nach Pfäffikon in die Schule gehen können und sollen. Die Gesamtregierung hat Stefan Kölliker den Auftrag gegeben, diese sogenannte Kontingentslösung zu prüfen. Bei diesem Szenario allerdings leuchten bei den Toggenburgern die Alarmsirenen. Mathias Müller sieht nämlich keinen Spielraum für eine Reduktion der Schülerzahlen. «Wir haben an der Veranstaltung aufgezeigt, dass schon eine geringe Reduktion der Schülerzahlen unweigerlich zu einer Ausdünnung des Fächerangebots und damit der Bildungschancen der Schüler führen wird.»

Neue Ausgangslage für Linth

Wer die Diskussionen über den Kantistandort verfolgte, der hat bemerkt, dass sich die Regionen eher bekämpfen. Solange die Standortfrage ungeklärt blieb, war dies auch verständlich. Mit dem Regierungsbeschluss von Anfang Mai habe sich das aber verändert, meint Mathias Müller. Die Regierung schliesst eine neue Kanti Linth aus – sowohl in Rapperswil wie auch in Uznach wird es keine neue Kanti geben. Und von einer möglichen Kontingentslösung würden nur Schüler aus Rapperswil-Jona profitieren können. «Diese neue Ausgangslage stellt die Schulqualität ins Zentrum der Diskussion.» Denn Leserbriefe von ehemaligen Lehrern, Schülern und Eltern aus dem Linthgebiet würden ihn optimistisch stimmen. «Diese Stimmen lassen es möglich erscheinen, eine Koalition für den Erhalt der Schulqualität auf beiden Seiten des Ricken zu bilden», sagt Mathias Müller. Er sähe deshalb auch gerne Arbeitgeberverbände und Kantonsräte beider Regionen in dieser Koalition.

Aktionen gegen Qualitätsabbau

«Wir müssen nun klar aufzeigen, was eine Kontingentslösung für konkrete Auswirkungen auf die Kanti Wattwil haben wird», fasst Mathias Müller die weiteren Aufgaben des Fördervereins zusammen. Diese Aufgaben werde der Förderverein in Kooperation mit der Regionalorganisation toggenburg.ch in Angriff nehmen. An der Hauptversammlung vom vergangenen Dienstag haben er und der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, der gleichzeitig Präsident von toggenburg.ch ist, dazu ausführliche Informationen geliefert. Und insbesondere aufgezeigt, wie sich eine Reduktion der Schülerzahlen auf das Angebot an Schwerpunktfächern wie Latein, Physik oder Gestaltung und auf die Aushängeschilder, die Naturwissenschaftsgruppe Academia oder die Kanti-Big-Band und das Jugendorchester il mosaico auswirken würde. «Ich glaube auch, dass die anwesenden Lehrkräfte Regierungsrat Kölliker eindrücklich vermittelt haben, dass sie einen Qualitätsverlust befürchten», sagt Mathias Müller. Weitere Aktionen werden folgen, seien aber noch nicht festgelegt.

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