Mit leisen Tönen zum grossen Erfolg

Letzten Freitagabend stellte die Big Band Kanti Wattwil im Thurpark ihr erfolgreiches Wettbewerbs-Programm vor. «Connections» heisst das aktuelle Programm – es ist orchestral, modern und melodiös. Das Publikum zeigte sich vom Können der Musiker begeistert.

Patricia Wichser
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Wattwil. «Dieses Stück war wohl der ausschlaggebende Punkt am Wettbewerb, denn mit ihm konnten wir beweisen, dass wir auch leise spielen können», erklärte Dirigent Martin Winiger dem gespannten Publikum. Gemeint war das Stück «walkin' tiptoe». «Es ist wohl die leiseste Big Band-Nummer», schätzte Martin Winiger. Dann folgte viel Swing und kurze, gediegene tiptoe-Töne. Doch ein leises Stück ist nicht gleich langweilig. Es konnte von der Virtuosität durchaus überzeugen, hatte auch dosierte lautstarke Passagen und schöne Klavier-Soli.

On the ground

«Es ist schön, das Wettbewerbs-Programm zu präsentieren», erklärte Martin Winiger anlässlich dieser festlichen Publikums-Premiere. Immer anfangs September zeigt die Kanti Big- Band ihr Jahresprogramm. Dies zusammen mit dem Erfolg des Titels «Beste Schweizer Nachwuchs-Big Band» sei etwas Spezielles.

«Wir blieben aber am Boden und probten am darauffolgenden Dienstag wie normal», blickte der Dirigent nach dem Titelgewinn zurück. Den jazzigen Gitarren-Solisten Andi Grob kennt Martin Winiger schon seit Jahren. Spielen sie doch zusammen in der Trigger Concert Big Band, Jona. «Er ist einfach ein feiner Mensch», charakterisierte Winiger seinen Bandkollegen. Für ihn ist es wichtig, dass die Gast-Solisten nicht nur musikalisch ein hohes Niveau mitbringen, sondern auch einen guten Draht zu den jungen Musikern haben. «Ich spiele zum ersten Mal in Wattwil und war etwas aufgeregt», erklärte Andi Grob. Doch die Zusammenarbeit mit der Big Band Kanti Wattwil verlief sehr positiv. «Die ausgewählten Stücke von Bert Joris sind wie für Big Bands geschrieben und sehr gefällig, erklärte der 34-Jährige. «Die Stücke liessen mir viel Freiraum für Intros sowie Soli und ich fühlte mich sehr wohl.»

Begeistertes Publikum

Das Publikum fühlte sich nicht nur sehr wohl, sondern es war begeistert. Der dreissigminütige Wettbewerbsteil begann mit dem Stück «Us» von Thad Jones und vereinigte Funk- mit Rock-Elementen. Bei «Basically Blues» von Phil Wilson gab Janic Haller mit den Schlagzeug-Besen den gediegenen Groove an. Einzelne Soli der Blasinstrumente stachen hervor und wechselten ab mit den fulminanten Passagen aller Blasinstrumente.

Mit «Airegin» von Bill Holman präsentierte die Kanti Big Band ein schnelles, rhythmisches Stück. Dann folgte mit «Walkin' tiptoe» das letzte Wettbewerbsstück.

Mit Duke Ellingtons «In a sentimental mood» hatte Andi Grob seinen ersten Auftritt an diesem Abend. Mit einem leidenschaftlichen Gitarrensolo leitete er in das sentimentale Stück ein. Der Refrain von Philip Catherines «Dance for Victor» reflektierte Anmut und Melancholie.

Berti Joris Stücke

Nach der Pause spielte die Kanti Big Band gleich vier Bert Joris Stücke. «On the ground» und das Programm-Titelstück «Connections». «Das nächste Stück ist ein Opus Magnum und dauert eine Viertelstunde», kündigte der Dirigent an. Tatsächlich war «Mister Dodo» ein schwieriger musikalischer Kraftakt. «Nun eine meiner Lieblingsnummern – eine Ballade», verriet Martin Winiger. Mit «For the time beeing» hat er nicht zu viel versprochen.

Würdigung

Im Moment ist die Big Band Kanti Wattwil bester Nachwuchs schweizweit. Das würdigte auch Werner Kaiser, Pro-Rektor der Kantonsschule Wattwil. Er gratulierte Martin Winiger und der ganzen 21köpfigen Band mit einer Flasche Wein.

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