Mit «Kompass» in die Zukunft

Guido Brülisauer motiviert im Namen der Arbeitsgruppe «Projekt Schlatt-Haslen 2012 Plus» rund 50 Bürgerinnen und Bürger zu einer Diskussion. Als Grundlage dient ein Leitbild mit dem Titel «Kompass».

Vreni Peterer
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SCHLATT-HASLEN. «Packen wir die Zukunft an!» Mit diesen Worten motivierte Guido Brülisauer im Namen der Arbeitsgruppe «Projekt Schlatt-Haslen 2012 Plus» rund 50 Bürgerinnen und Bürger zu einer Diskussion. Als Grundlage diente ein Leitbild mit dem Titel «Kompass». Es wurde am Donnerstagabend rege diskutiert und es wurden Visionen entwickelt.

Standortbestimmung vorhanden

«Der Bezirk muss seine Geschicke selbst in die Hand nehmen, um zu agieren, statt nur zu reagieren», das schreibt der Bezirksrat Schlatt-Haslen im Vorwort des neuen Leitbildes «Kompass». Es zeige eine mögliche Richtung auf, in die sich Schlatt-Haslen bewegen könne. Das Leitbild, das ein Entwurf ist, ist das Ergebnis von verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich aus rund 40 Bürgerinnen und Bürgern aus Schlatt, Haslen und Enggenhütten zusammensetzten. Es wurden eine Standortbestimmung vorgenommen und Visionen entwickelt.

Acht Themenkreise

Im Leitbild sind acht Themenkreise aufgelistet: Lebensraum, Ökologie, Traditionen und Kultur, Bildung, Gesundheit und Sicherheit, Mobilität, Landwirtschaft, Gewerbe und Dienstleistungen sowie Bezirksrat und Behörden. So ist im «Kompass» aufgeführt, dass der Lebensraum aktiv und sanft weiterentwickelt werden soll. Als Massnahme wird diesbezüglich erwähnt, dass Wohnraum für Familien geschaffen und leerstehende Bauten genutzt werden sollen. Weiter wird im Leitbild aufgeführt, dass die hergestellten landwirtschaftlichen und gewerblichen Produkte zum grössten Teil aus ökologischen Rohstoffen bestehen und diese keine Entsorgungsprobleme hinterlassen sollen. Bezüglich den Traditionen enthält das Leitbild den Hinweis, dass diese bewahrt werden sollen, man aber modernen Errungenschaften und Unbekanntem nicht verschlossen und gegenüber Neuem aufgeschlossen sein solle. Beim Thema Bildung hält das Leitbild fest, dass sich alle Bezirksbürger, die Eltern und Lehrkräfte gemeinsam für moderne Grundschulen mit Kindergärten im Bezirk einsetzen sollen.

Wohlbefinden steigern

«Bei uns fühlen sich die Menschen aller Altersgruppen wohl und sicher. Dies betrifft sowohl das körperliche und seelische Wohlbefinden als auch die soziale und öffentliche Sicherheit», heisst es im Leitbild weiter. «Gut erschlossen – auf allen Kanälen erreichbar», auch dieser Satz ist im «Kompass» zu lesen. Konkret heisst das: die Ortschaften Schlatt, Haslen und Enggenhütten sollen mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sein. Personen jeglichen Alters sollen die Möglichkeit haben, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zu den Ausbildungs- und Arbeitsstätten oder zum Einkauf befördert zu werden. Alle Haushalte, Betriebe und Personen sollen ausserdem die Gelegenheit haben, mit modernen Telekommunikationsmitteln Daten, Informationen und Wissen weltweit auszutauschen. Im Bezirk Schlatt-Haslen soll für einen Teil der Bevölkerung in den drei Sektoren Landwirtschaft, Gewerbe und Dienstleistungen ein ausgewogener Anteil an Arbeitsmöglichkeiten bestehen. Es solle gelebt und gearbeitet werden. In Wohn- und Gewerbezonen soll ein nebeneinander von Wohnen und Arbeiten vereinbar sein.

Offen informieren

Schliesslich widmet sich das Leitbild auch dem Thema Bezirksrat und Behörden. Das Leitbild fordert hier: Offen informieren – aktiv austauschen. Die Bezirksräte und Behördenmitglieder sollen die Bürger als ihre Kunden und Nutzniesser betrachten. Diese sollen einen Anspruch auf exzellente Dienstleistungen haben. Effiziente und schnelle Abläufe sowie wirksame, nützliche Investitionen sollen eine angemessene Steuerbelastung ermöglichen.

Rege Diskussionen

«Wir wollen keine masslose, sondern eine sanfte Entwicklung», umschrieb es Guido Brülisauer. Dann übergab er das Zepter den rund 50 Bürgerinnen und Bürgern. Diese hatten nun die Gelegenheit, an einem der acht Diskussionstische mitzureden. Und es wurde rege diskutiert. Bei der anschliessenden Präsentation bekam der Leitbild-Entwurf grundsätzlich ein gutes Zeugnis. Von Seiten der Bürger kamen noch konkrete gewünschte Massnahmen zur Sprache. So zum Beispiel die Gestaltung des Dorfplatzes in Haslen, die nötige Sanierung des Spielplatzes, die Realisierung eines Stufenkraftwerkes, die Weiterführung des Pfeff- und Lischtweges, das Parkplatzproblem in Schlatt oder die Verbreiterung der Schlatter Strasse. Ein Thema war auch das Schulwesen im Bezirk. Diese Diskussionsrunde sprach sich für die Erhaltung der beiden Schulen in Schlatt und Haslen aus. Zurzeit kein Thema sei es, die Schulen dem Bezirk anzugliedern. Geäussert wurde auch der Wunsch, dass das Trottoir in Richtung Teufen weitergeführt wird. Angeregt wurde im weiteren, dass Synergien von Schule, Kirche und Bezirk genutzt werden. Konkret angesprochen wurde, ob der Schulbus nicht auch durch die Bevölkerung genutzt werden könnte. Von Seiten der Schulbehörde wurde jedoch gleich abgewunken, da der Schulbus mit Sitzen für Kinder ausgestattet sei und somit der Transport von Erwachsenen von Gesetzes wegen nicht erlaubt sei.

Im Verlaufe der Präsentationsrunde wurden zwei Themen mehrmals erwähnt: nämlich der bereits erwähnte öffentliche Verkehr sowie das Bedürfnis an Bauland und an Mietwohnungen.