Mit Appenzeller Huskys über Stock und Stein

Isabelle Portmann kam erst vor rund zwei Jahren zu ihrem ersten Hund. Mittlerweile leben 21 Vierbeiner bei der 46-Jährigen. Mit ihnen bietet sie verschiedene Touren an – nicht nur im Appenzellerland.

Merken
Drucken
Teilen
Isabelle Portmann (re.) und Selina Berlinger haben mit den 21 Huskys alle Hände voll zu tun. (Bild: PAG)

Isabelle Portmann (re.) und Selina Berlinger haben mit den 21 Huskys alle Hände voll zu tun. (Bild: PAG)

Begonnen hat alles vor zweieinhalb Jahren mit Hündin Nuria. Heute begrüssen einen 21 feuchte Hundenasen auf Isabelle Portmanns Hof oberhalb der Zürchersmühle bei Urnäsch. Manche Tiere wurden von Tierschutzorganisationen vermittelt, andere stammen aus «normalen» Aufzuchten. Trotzdem haben sie eines gemein: Alle sind sie Huskys, und alle haben sie einen Bewegungsdrang.

«Ich war seit jeher fasziniert von der Rasse. Huskys sind sehr soziale und lebendige Hunde. Ihr Wesen, das Urtümliche, beeindruckt mich.»

Bereits lange Zeit hatte Isabelle Portmann einen Traum: Mit Huskys arbeiten und dem Alltagsstress entfliehen. Diesen Sommer war es soweit: Erstmals organisierte die 46-Jährige eine Gruppentour mit ihren Hunden. Jeder Teilnehmer erhält dabei einen Vierbeiner an die Hand und los geht’s – über die Hügel des Appenzellerlandes, in die Täler, auf die Anhöhen. Eine Tour für weniger Aktive führt der Thur entlang, die anderen beiden starten bei Portmanns Wohnhaus. Das Angebot soll laufend ausgebaut werden. Bis anhin haben Familien und Freunde das Angebot genutzt, einmal wurde eine Tour für einen Firmenausflug gebucht.

«Dabei achten wir immer darauf, welcher Hund welchen Teilnehmer begleitet.»

Huskys sind sehr aktiv: «Bergauf sind die Teilnehmer froh, wenn sie quasi gezogen werden. Wenn es abwärts geht, muss man darauf achten, dass die Tiere nicht zu stark an den Leinen ziehen.»

Dem Alltagsstress entfliehen

Für die Husky-Touren hat Isabelle Portmann ihr Berufsleben an den Nagel gehängt und ist von St. Gallen nach Urnäsch gezogen.

«Ich habe meine Entscheidung, voll auf die Hunde zu setzen, nicht einen Moment lang bereut»

Portmann hat zuletzt im Spital Flawil als Leiterin der Physiotherapie gearbeitet. «Ich war an einem Punkt, an dem ich mir gesagt habe <ich hab’s gesehen>.»

«Ich wollte etwas anderes aus meinem Leben machen.»

Nun kümmert sich Portmann sieben Tage die Woche um die Hunde, steht um 5.30 Uhr auf, füttert ihre Vierbeiner, rollt Trainingseinheit nach Trainingseinheit ab und «bewegt» die Hunde. Alles nicht ganz einfach bei 21 Tieren. So werden die Hunde nacheinander in Gruppen à maximal vier Tieren ausgeführt. Unterstützung erfährt Portmann von zwei Kollegen. Die Tierphysiotherapeutin Selina Berlinger geht Portmann an zwei bis drei Tagen pro Woche zur Hand und steht ihr mit Fachwissen aus der eigenen Hundeschule mit Rat und Tat zur Seite. Zudem organisiert sie während der Touren die dazugehörige Verpflegung. Damian Würmli fungiert als Allrounder, repariert Gehege und springt überall dort ein, wo Not am Mann ist.

Dass Isabelle Portmann das Anwesen in Urnäsch gefunden hat, ist ein Glücksfall. Hier leben die Huskys in Rudeln in verschiedenen Aussengehegen. «Sie sind sehr sozial und kommunizieren viel mit den Artgenossen. Die Hunde müssen zusammenleben und sich frei bewegen, sich verausgaben können.»

Mit dem Angebot möchte Portmann nicht zuletzt eine Möglichkeit bieten, aus dem Alltag zu entfliehen, abzuschalten und sich gehen zu lassen. Etwas, das sie in ihrem Berufsleben stets vermisst hat. Seit kurzem steht als Ergänzung zu den Touren dafür auch ein umgebauter Bauwagen in einem der Gehege.

«So kann man eine Nacht inmitten des Rudels verbringen und Teil davon sein.»

Portmanns Huskys sind verspielt und neugierig, teilweise gar noch etwas forsch. Keiner ist älter als 2,5 Jahre – das perfekte Alter, um mit ihnen zu trainieren. Und das müssen sie momentan viel: Es heisst, sich für künftige Schlittenfahrten vorzubereiten. Diese – vor allem das Iditarod-Rennen in Alaska – sind mit ein Grund für die grenzenlose Liebe zu Huskys. Isabelle Portmanns Traum: dereinst für einige Tage alleine mit den Hunden und dem Schlitten durch die Landschaft ziehen.

«Das Zusammenspiel von Tier und Mensch begeistert mich seit jeher.»

Noch wird auf Portmanns Hof mit Trottinetts geübt, doch bereits im Winter sollen diese durch Schlitten ersetzt sein. Dann kann jedermann mit ihnen durch die Natur gleiten.

Hinweis

Weiterführende Informationen unter www.manapi-husky-tours.ch