Mit Hochdruck gegen Kuhfladen

Nach den Viehschauen gehen die Kühe heim. Ihre Spuren aber sind noch eine Weile sichtbar. Was wird getan, um die Strassen von diesen Spuren zu befreien? In Nesslau-Krummenau wurde dieses Jahr erstmals mit Wasser gereinigt.

Barbara Anderegg
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NESSLAU-KRUMMENAU. Schön sehen sie aus, die Kühe, wenn sie geschmückt zum Schauplatz marschieren. Weniger schön sieht die Strasse aus, wenn die Tiere wieder zu Hause im Stall stehen. So auch am Mittwochabend in Nesslau-Krummenau, nachdem rund 1300 Tiere durchs Dorf getrieben worden waren: Die Strassen und Trottoirs sind gezeichnet von den tierischen Hinterlassenschaften.

Von der Strasse gespült

Aber nicht lange. Gegen Abend fährt der Kanalreinigungswagen der Firma B. Leutenegger AG auf, um die Strassen im Dorfzentrum vom Dreck zu befreien. In Nesslau-Krummenau kam die Firma dieses Jahr zum erstenmal zum Einsatz. Den Auftrag erhielt sie von der Schaukommission, die auch die Kosten dafür übernimmt, wie Jakob Wickli, der Präsident der Schaukommission sagt. Er begründet: «Wir wollen der Bevölkerung zeigen, dass uns daran liegt, dass alles schnell wieder sauber ist. Und mit diesen Maschinen geht das besser und schneller».

Das bestätigt auch Bruno Bösch, Geschäftsführer und Inhaber der Firma B. Leutenegger AG. Schon seit ein paar Jahren kommen er und seine Mitarbeitenden auch nach den Viehschauen in den Gemeinden Ebnat-Kappel, Wattwil, Ganterschwil und Oberhelfenschwil zum Einsatz. «So ist gewährleistet, dass der Dreck nicht mitgeschleppt und so zum Beispiel in Verkaufsläden getragen wird», sagt Bruno Bösch. Um die gründliche Nachreinigung des Trottoirs und der Bereiche vor Läden kümmern sich am Tag nach der Viehschau die Mitarbeitenden des Bauamtes. Diese hatten bisher mit ihren Putzmaschinen die gesamte Strassenreinigung erledigt, wie Werner Scherrer, Leiter des Bauamts Nesslau-Krummenau, sagt. Allerdings sei damit die erste Grundreinigung schwierig gewesen.

In die Kanalisation

«Die gewöhnlichen Reinigungsmaschinen sind auf Trockenreinigung ausgerichtet. Ihre Bürsten verstreichen den Dreck mehr, als dass sie ihn beseitigen», erklärt Bruno Bösch. Seine eigentlich auf die Kanalreinigung ausgerichteten Lastwagen könnten hingegen den Dreck mittels Hochdruck abspritzen. Je nach Wetter könne zwar auch mit dieser Technik nicht der gesamte Dreck entfernt werden. «Wenn es so trocken und warm ist wie am Mittwoch und die Autos den Dreck festdrücken, dann ist es kaum möglich, alles zu entfernen», sagt er. Aber zumindest das Gröbste und die noch nicht festgefahrenen Kuhfladen könne man mit dem Wasser entfernen und wegspülen.

Weiter in die Kläranlage

Das Dreckwasser fliesst anschliessend in die Kanalisation und von dort in die Kläranlage, wo es gemäss Christian Vögeli, Klärmeister von Nesslau-Krummenau, zwei Stunden später ankommt. Kann also in der Kläranlage aufgrund des Abwassers festgestellt werden, dass Viehschau war? «Man kann es feststellen, allein schon an der Farbe und am Geruch des Wassers», sagt Christian Vögeli. Auch sei das Wasser dann mehr mit Phosphaten und Ammonium belastet. Daher brauche es für die Reinigung mehr Sauerstoff als gewöhnlich.

Allerdings hänge das stark vom Wetter ab. Bei Regenwetter sei das Wasser viel dreckiger, weil der Kuhdreck sofort weggespült werde, als wenn der Dreck auf der Strasse eintrockne. Durch die diesjährige Reinigung mit Wasser werde der Dreck auch stark verdünnt. «Die Viehschau ist grundsätzlich nicht gravierender als beispielsweise an Zeiten des sonstigen starken Viehtriebs», sagt der Klärmeister. Und er betont: «Nach der Klärung fliesst das Wasser in jedem Fall sauber in die Thur».

Abgesehen davon nehme die Verschmutzung des Abwassers nicht nur wegen Kuhdreck sporadisch zu. «Wir können anhand der Verschmutzung auch feststellen, wenn sich zum Beispiel viele Touristen in der Gemeinde aufhalten», verrät Klärmeister Christian Vögeli.

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