Mit Hauben und Zäuerli: Silvesterchläuse ziehen im Appenzellerland von Haus zu Haus und wünschen ein gutes neues Jahr

Im Hinterland sowie stellenweise auch im Mittelland zogen am Silvestermorgen verschiedene Chlausenschuppel durch die Dörfer, um das neue Jahr einzuläuten.

Claudio Weder
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Bild: Claudio Weder

Nicht nur in den Hinterländer, sondern stellenweise auch in den Mittelländer Gemeinden waren am 31. Dezember zahlreiche Chlausenschuppel unterwegs, um das neue Jahr einzuläuten. Mit ihren verzierten Hauben oder aber im «gförchige Groscht» zogen sie bereits am frühen Morgen los. Die «Schöne», «Schöwüeschte» und «Wüeschte» starteten in den Aussenbezirken, zogen dort von Hof zu Hof, und wünschten, sofern jemand zuhause war, mit einem «Zäuerli» ein gutes neues Jahr. Gegen Mittag trafen die verschiedenen Schuppel – darunter auch Kinder – dann nach und nach in den Dorfzentren ein. Am späteren Abend ging das «Chlausen» in den Restaurants weiter.

Auch in diesem Jahr zog der Ausserrhoder Brauch zahlreiche Schaulustige an. Nicht nur in Schwellbrunn, Stein, Hundwil oder Teufen waren die Chläuse eine Attraktion, sondern auch in Herisau, wo das Silvesterchlausen fast schon Volksfestcharakter hatte: Neben dem Zäuerli der Chläuse konnte man sich an zahlreichen Ständen rund um den Obstmarkt auch Bratwürste oder Glühwein zu Gemüte führen – und sich so auf die bevorstehende Silvesterfeier einstimmen.

Unterwegs mit einem Schuppel schönwüster Silvesterchläuse im ausserrhodischen Schwellbrunn

Im ausserrhodischen Schwellbrunn zogen bereits am Vormittag Silvesterchläuse durchs Dorf und haben den Passanten ein gutes neues Jahr gewünscht. Unser Fotograf Benjamin Manser hat einen Chlausenschuppel einen Morgen lang begleitet – von der Vorbereitung bis zur Mittagspause:

Zuerst kommt die Vorbereitung: Schellen, Tannenzweige und Maske werden angezogen.
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Stärkung muss sein: Ein Schluck Appenzeller hält warm.
Eine der Hauben und Masken, die die Chläuse tragen.
Ist die Verwandlung zum Silvesterchlaus abgeschlossen, zieht die Gruppe, auch Schuppel genannt, los.
Die Chläuse wecken die Bewohner von Schwellbrunn und wünschen ihnen ein gutes neues Jahr.
Ab und an muss der Durst gestillt werden: Ein Anwohner spendet den Silvesterchläusen ein Getränk.
Viele Zuschauer finden sich entlang der Route ein, um die Silvesterchläuse zu bestaunen.
Einige geniessen die Wärme der eigenen Stube und bestaunen die Schuppel vom Fenster aus.
Auch die umliegenden Bauernhöfe wollen besucht werden. Das gelingt ohne Schnee einfacher.
Auch die Kinder schauen gespannt zu, was die Silvesterchläuse da machen.
Im Kreis stehend singt der Schuppel ein Zäuerli.
Nach dem Singen gibt es die Belohnung: Ein Getränk mit Röhrli serviert vom Hofherr.
Auch durch den Wald müssen die Silvesterchläuse mit ihren schweren Schellen laufen.
Vor dem Zmittag gilt es noch einen letzten Hof zu besuchen.
Auch der Hofhund ist neugierig ob der schönwüsten Gestalten.
Bevor sie weiterziehen: Die Silvesterchläuse wünschen allen ein gutes neues Jahr.
Nun geht es in die wohlverdiente Mittagspause.

Zuerst kommt die Vorbereitung: Schellen, Tannenzweige und Maske werden angezogen.


(Bild: Benjamin Manser)