SC Herisau kommt im Derby mit einer Triplette zum Dreier

Erstligist Herisau gewinnt das Derby gegen Wil 5:2. Die erste Sturmlinie verantwortet alle Treffer des Heimteams.

Mea McGhee
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Torschütze Timo Koller und Passgeber Samuel Grüter bejubeln Herisaus erstmalige Führung. (Bild: Lukas Pfiffner)

Torschütze Timo Koller und Passgeber Samuel Grüter bejubeln Herisaus erstmalige Führung. (Bild: Lukas Pfiffner)

Gleich vier Skorerpunkte lässt sich Stürmer Timo Koller beim 5:2-Sieg gegen Wil am Mittwoch im Sportzentrum gutschreiben. Er ist damit Mann des Spiels, das animiert beginnt, im Mitteldrittel mehr Fehler als Klasse beinhaltet und letztlich überraschend klar an den SC Herisau geht. «Keinem Team gelang es, das Spieldiktat zu übernehmen, aber die Emotionen waren da», sagt Koller. Seine Sturmlinie verantwortete für einmal alle Herisauer Tore, denn auch Gartmann traf zweimal.

Doch zunächst geriet das Heimteam nach einem Abwehrfehler in Rückstand. Wils Topskorer Ambühl zog aus der neutralen Zone, lanciert von Sturmpartner Mettler, alleine auf Torhüter Bauer los und traf zum 1:0 (5.). Ein Fehler war auch Ursprung des Ausgleichs: Herisaus Captain Popp fing in Wils Verteidigungsdrittel eine Scheibe ab, passte zu Gartmann, der zum 1:1 traf (16.). Koller (17. und 46.) erwischte Torhüter Schenkel zweimal flach und aus spitzem Winkel, dazwischen sorgte Wils Schärer 27 Sekunden vor Ablauf des ersten Drittels für einen ausgeglichenen Spielstand.

Samuel Grüter setzt zwei Ausrufezeichen

Beim 2:2 blieb es für mehr als 25 Minuten, denn im Mittelabschnitt gelangen den Gastgebern kaum zusammenhängende Aktionen. Zu fünf kleinen Strafen kamen Fehlpässe im Aufbau, Aussetzer vor dem eigenen Tor und harmlose Abschlüsse hinzu. Das einzige Ausrufezeichen setzte Grüter mit einem wuchtigen Schuss an Schenkels Maske und dem Sieg in der darauf folgenden Prügelei mit Müller. Auch Wil blieb, abgesehen von Angriffen der Linie um Ambühl, fehlerhaft und trotz zweimaliger Überzahl ohne Torerfolg.

Beide Mannschaften spielten mit reduziertem Personal. Bei Herisau fehlten nebst den verletzten Marco Koller und Bommeli der gesperrte Eigenmann. Bei den Gästen verletzte sich Simon Steiner beim Einlaufen, was Trainer Andi Ritsch zu Umstellungen zwang. Stürmer Swart übernahm den Part in Wils dritter Abwehrreihe.

Es folgt das Gastspiel im Rheintal

Schön herausgespielt – und die Vorentscheidung – war das 4:2 in der 51. Minute. Jeitziner und Koller lieferten die Vorarbeit zu Gartmanns Treffer. Gute Noten verdienten sich die Torhüter – beide spielten letzte Saison bei Uzwil. Schenkel verliess seinen Kasten in der Schlussphase, worauf Timo Koller 39 Sekunden vor Schluss zum 5:2 traf. Er sagte: «Der Sieg ist wichtig für die Moral.»

Trotz der drei Punkte liegt Herisau an drittletzter Stelle und tritt morgen Samstag um 17.30 Uhr in Widnau gegen den sechstplatzierten SC Rheintal an. Die Mannschaft von Trainer Roger Nater hat drei Punkte mehr als Herisau und verlor zuletzt bei den Argovia Stars 2:6.

Telegramm

Herisau – Wil 5:2 (2:2, 0:0, 3:0)
Sportzentrum. – 264 Zuschauer. – Sr. Maddaloni, Ernst/Weiss.
Tore: 5. Ambühl (Mettler 0:1. 15. Gartmann (Popp) 1:1. 17. T. Koller (Grüter, Pace) 2:1. 20 (19:37) Schärer (Kälin, Meyer) 2:2. 46. T. Koller (Inauen, Pace) 3:2. 51. Gartmann (Jeitziner, T. Koller) 4:2. 60. (59:41) T. Koller (Pace, Wil ohne Torhüter) 5:2.
Herisau: Bauer; Jeitziner, Inauen; Hofstetter, Homberger; Olbrecht, Bleiker; T. Koller, Pace, Gartmann; Popp, Rotzinger, Speranzino; Grau, Hausammann, Jäppinen; Grüter.
Wil: Schenkel; Isler, Hungerbühler; Herberger, Spillmann; Swart, Müller; Kälin, Schärer, Meyer; Mettler, Högger, Ambühl; Giannone, Kägi, Schneider; Benz.
Strafen: Herisau 6-mal 2 Minuten. Wil 3-mal 2 Minuten plus 10 Min. Disziplinarstrafe Müller.