Mit einer App durch Walzenhausen: Neuer Abenteuerpfad wird eröffnet

Ab dem 1. Juli ist der neue Abenteuerpfad in Walzenhausen begehbar. 2017 gab es ihn schon einmal. Nun wurde er neu lanciert – mit einem Hörbuch.

Astrid Zysset
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Das Team bei der Burgruine Grimmenstein. Hier befindet sich der Höhepunkt des Pfades.

Das Team bei der Burgruine Grimmenstein. Hier befindet sich der Höhepunkt des Pfades.

Bild: Astrid Zysset

Der Höhepunkt des neuen Abenteuerpfades Walzenhausen befindet sich direkt bei der Burgruine Grimmenstein in St. Margrethen. Hier lassen sich die letzten Hinweise auf das Lösungswort entdecken, und somit auch auf den Schatz. Den gibt es tatsächlich: Der mineralogische Verein St. Gallen hat Edelsteine gestiftet. Zu beziehen sind diese nach Vorweisen des gesuchten Wortes im Mercato-Shop am Bahnhof in Walzenhausen.

Doch bevor es so weit ist, muss die sieben Kilometer lange Wanderroute zurückgelegt werden. Sie ist als Rundweg konzipiert, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Walzenhausens beinhaltet. Am Wegrand stehen 30 Tafeln. Auf jeder findet sich ein QR-Code. Über diesen können einzelne Kapitel eines Hörbuches bezogen werden. Dessen Inhalt: Die Geschichte um Lena und Aaron, die eine rätselhafte Flaschenpost im Dorfbrunnen in Walzenhausen entdecken. Sie machen sich daran, das Rätsel zu lösen. Hautnah sind die Wanderer bei der Lösungsfindung dabei, einzelne Hinweise finden sich auf dem Weg, ab und an hilft auch eine Zeichnung dabei.

Das Team rund um den neuen Abenteuerpfad in Walzenhausen: Francesca Méndez, Julia Bischofberger, Murielle Heeb, Pit Fritz und Michaela Lippuner.

Das Team rund um den neuen Abenteuerpfad in Walzenhausen: Francesca Méndez, Julia Bischofberger, Murielle Heeb, Pit Fritz und Michaela Lippuner.

Bild: Astrid Zysset

Erstellung des Pfades brauchte Zeit

Initiatoren des Abenteuerpfades und der Geschichte sind Murielle Heeb, Michaela Lippuner und Francesca Méndez, drei Lehrerinnen aus dem Rheintal. Von der Gemeinde Walzenhausen stiessen später der Wanderwegbeauftragte Pit Fritz und Julia Bischofberger dazu, die sich hauptsächlich auf die tatsächliche Umsetzung konzentrierten. Denn die Realisierung gestaltete sich aufwendig. «Die Bewilligungen der Grundeigentümer einzuholen, war zeitraubend», erinnert sich Heeb. Aber auch das Verfassen der Geschichte, das Design der Tafeln und die Erstellung der Webseite sowie der App entpuppten sich als anspruchsvoll.

Am 1. Juli soll der Abenteuerpfad erstmals begehbar sein; das Einweihungsfest wurde coronabedingt auf September verschoben. Dessen ungeachtet ist die Freude auf den neuen Pfad bereits gross. Er steht unter dem Patronat der Gemeinde. Jene sieht ihn als zusätzliches touristisches Angebot.

«Wir möchten den Abenteuerpfad als Ergänzung zum Witzwanderweg verstanden wissen»,

erklärt Pit Fritz. Der Witzwanderweg gilt als Grosserfolg. Er führt teilweise über Walzenhausener Boden und verzeichnet jährlich bis zu 35'000 Besucherinnen und Besucher. Erwartungen in diesen Dimensionen hat das Gründungsteam des Abenteuerpfades jedoch nicht. Ohnehin seien die Besucherzahlen für sie nicht so wichtig. «Unser Ziel war es, ein unentgeltliches Angebot für Familien zu schaffen, bei welchem die Kinder auf den Geschmack des Wanderns kommen können», sagt Michaela Lippuner.

Lesespass und sportliche Betätigung vereint

Die Ursprünge des Pfades finden sich in einer Teamarbeit an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach wieder. Lippuner, Méndez und Heeb befanden sich dort vor drei Jahren in Ausbildung. Die Aufgabenstellung des Projektes beinhaltete, etwas zu realisieren, das Lesespass und sportliche Betätigung verbindet. Die Idee zu einem Geschichtenpfad war in den Augen der Drei naheliegend. Und schnell war es so weit; der Pfad wurde in Walzenhausen umgesetzt. Allerdings fanden sich die Erlebnisse rund um Lena und Aaron auf A4-Blättern wieder, die auf Holztafeln befestigt wurden. «Es wirkte alles wenig professionell», erinnert sich Murielle Heeb. «Auch waren die Textpassagen so lang, dass viele Wanderer sie gar nicht bis zum Schluss lesen wollten.» Ein Hörbuch zu realisieren, erschien da die geeignete Alternative. Gesagt, getan.

Der Startschuss für die Neulancierung des Abenteuerpfades war gefallen. Die Arbeiten begannen im vergangenen Jahr: Es wurden neue Tafeln wie auch eine Website erstellt, und die Werbetrommel gerührt. 12'000 Franken kostete die Neulancierung insgesamt. Diese Aufwendungen wurden durch Beiträge von Sponsoren und der Gemeinde gedeckt.

Mit dem moderneren Auftritt ihres Abenteuerpfades ist das Team zufrieden. «Es ist richtig toll geworden», freut sich Lippuner. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, sind die Besucher. Deren Abenteuerlust wird aber bald gestillt werden.