Mit einem Fuss in der Nationalliga B

Im ersten Spiel der Auf-/Abstiegsplayoffs unterliegt Volley Toggenburg auswärts überraschend deutlich mit 3:0 Sätzen gegen ein stark aufspielendes Genève Volley. Am Samstag bietet sich den Toggenburgerinnen die Chance, ein Entscheidungsspiel in Genf zu erzwingen.

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Volley Toggenburg muss am Samstag das Heimspiel gewinnen, um die Chancen für den Ligaerhalt zu wahren. (Bild: sas)

Volley Toggenburg muss am Samstag das Heimspiel gewinnen, um die Chancen für den Ligaerhalt zu wahren. (Bild: sas)

Volleyball. Das zweitplazierte Team der NLB-Finalrunde spielte seine Heimstärke geschickt aus und zeigte gegen ein zu verhalten spielendes Volley Toggenburg eine beeindruckende Leistung

Genève stabil

Volley Toggenburg wusste um die Heimstärke der Genferinnen: In der Finalrunde der Nationalliga B verloren die Westschweizerinnen kein einziges Spiel zu Hause und fegten sogar die sonst dominierende Ausländertruppe von Franches-Montagnes mit 3:0 vom Platz. Genf ist zu Hause wirklich eine Macht.

Das Team von Trainer Mehmet Ylmaz machte kaum Fehler und überzeugte vor allem am Block und in der Verteidigung. Dazu führte die erfahrene Passeuse Tonya Bunjaku hervorragend Regie und setzte ihre Angreiferinnen Mal für Mal bestmöglich ein.

Im Gegensatz dazu kam Volley Toggenburg praktisch nie richtig ins Spiel. Das Team konnte vor allem auswärts in dieser Saison überhaupt nicht überzeugen und verlor jetzt auch diese wichtige erste Partie in Genf klar.

Betz Libera

Auf Toggenburger Seite kam sicher erschwerend hinzu, dass die Mannschaft in den letzten anderthalb Monaten praktisch keinen Ernstkampf mehr zu bestreiten hatte. Das letzte Spiel auf wirklichem NLA-Niveau fand Anfang Februar auswärts gegen Biel statt. Die beiden Spiele gegen Bellinzona hatten danach kaum mehr als einfachen Trainingscharakter. Genau dieses Manko an Spielpraxis sah man den Toggenburgerinnen in diesem Spiel extrem an. In wichtigen Situationen wurden immer wieder viel zu viele Eigenfehler produziert.

Am Angriff spielten sie ohne Druck und Selbstvertrauen und in der Verteidigung passierten etliche Missverständnisse. Auch die Umstellung von der verletzten Libera Nadja Pantaleoni zu Leslie Betz brachte leider nicht die erhoffte Stabilität. Auf Toggenburger Seite erreichte praktisch keine Spielerin ihr gewohntes Niveau und die klare Niederlage muss ohne Ausreden akzeptiert werden.

Knackpunkt zweiter Satz

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Zu Beginn des ersten Satzes lagen beide Teams lange Zeit etwa gleich auf, bis Volley Toggenburg mit einer Fehlerserie Genève Volley den entscheidenden Vorsprung zuspielte. Diesen Vorsprung gaben die einmal in Front liegenden Westschweizerinnen nicht mehr ab und zeigten mit diesem Satzgewinn klar ihre Ambitionen für einen Aufstieg in die Nationalliga A auf.

Im zweiten Satz fing sich Volley Toggenburg wieder auf und konnte gegen Ende des Satzes knapp in Führung gehen. Beim Stande von 23:24 kam Toggenburg zum ersten Satzball. Leider konnten die Gäste diesen Vorsprung nicht über die Runden bringen. Genève liess sich nicht aus der Ruhe bringen und machte auch in dieser entscheidenden Phase keine Geschenke – im Gegensatz zu Volley Toggenburg. Mit 27:25 ging auch dieser zweite Satz verloren.

Auf diese unglückliche Satzniederlage konnte Toggenburg nicht mehr reagieren und wurde phasenweise von den unterklassigen Genferinnen richtiggehend vorgeführt. 25:15 im dritten Satz und hängende Köpfe auf Toggenburger Seite waren das klare Verdikt in diesem ersten Playoff-Spiel, das im Modus «Best of three» ausgetragen wird.

Reaktion am Samstag?

Es ist klar, dass sich Volley Toggenburg sicher nicht so aus der Nationalliga A verabschieden möchte.

Die Serie ist noch keineswegs entschieden und das Fanionteam von Volley Toggenburg wird am Samstag um 17.30 Uhr sicher alles versuchen, um mit einem klaren Sieg ein drittes Spiel in Genf zu erzwingen. Dazu braucht es aber eine klare Leistungssteigerung auf Seiten der Ostschweizerinnen. Volley Toggenburg hofft dabei seinerseits auf das Ausnützen der Heimstärke.

Mit der wichtigen Unterstützung des Publikums muss das Team an die Top-Spiele dieser Saison wie gegen Voléro Zürich oder Köniz anknüpfen können. Mit einer annähernd guten Leistung muss es am Samstag einfach zu einem Sieg reichen. Das entscheidende dritte Spiel würde dann am Sonntag um 15 Uhr in Genf ausgetragen werden. (me)

Matchtelegramm: Genève Volley – Volley Toggenburg 3:0 (25:17, 27:25, 25:15) Volley Toggenburg: J. Kleeb, N. Pantaleoni, V. da Silva Jorge, L. Betz, K. Bigger, M. Ribeiro, C. Nash, L. Caluori, V. Caluori, A. Lutz, X. Erni. Coach: Marcel Erni. Genève Volley: T. Bunjaku, A. Noatynska, F. Gnädinger, S. van Rooij, I. Von Däniken, G. Amorim, R. Schnitzer, F. Vautier, E. Simonet, A. Ferati, A. Pierre Humbert. Coach: Mehmet Ylmaz. www.volleytoggenburg.ch

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